Designer von Volkswagens Luxusmarke Bugatti setzen auf VR. Die Technologie ersetzt klassische Lehm-Modelle.

Insgesamt drei limitierte Design-Varianten des Supersportwagens “Chiron” (Divo, La Voiture Noire, Centodieci) stellte Bugatti in den letzten Monaten vor. Die Designs wurden in weniger als einem Jahr entwickelt, was laut Bugattis Design-Chef Achim Anscheidt ohne VR-Technologie nicht möglich gewesen wäre.

Klassisch werden neue Auto-Designs mit Lehm modelliert und dann geprüft, was deutlich länger dauert und teurer ist als der VR-Prozess. Ein Prototyp auf Basis einer VR-Vorlage soll rund 80.000 Euro kosten – die Lehm-Variante bis zu 400.000 Euro.

Der VR-Prozess soll außerdem 40 Prozent schneller sein. Das Design des Centodieci startete ein halbes Jahr, bevor der Sportwagen öffentlich vorgestellt wurde.

“Wir glauben, dass wir Lehm nicht mehr brauchen. In VR können wir alles direkt erledigen. Wir sitzen nebeneinander, sprechen über das Auto, tauschen die Reifen aus, ändern die Farbe und nehmen unmittelbar weitere Modifikationen vor”, sagt Anscheidt.

Die VR-Simulation hat weitere Vorteile, beispielsweise kann die Reflexion von Sonnenlicht im Autolack korrekt berechnet und dargestellt werden.

VR: Gut genug seit 2016

Neu ist VR gerade in der Automobilindustrie nicht, aber erst seit dem Aufkommen der neuen VR-Brillen ab 2016 sei sie gut genug, um Lehm-Modelle zu ersetzen. Seitdem ist VR-Design der neue Standardprozess.

In VR können Auto-Designer selbst feine Elemente des Designs gemeinsam in 3D betrachten, besprechen und in Echtzeit anpassen. Bild: Bugatti

In VR können Auto-Designer selbst feine Elemente des Designs gemeinsam in 3D betrachten, besprechen und in Echtzeit anpassen. Bild: Bugatti

Natürlich findet nicht der gesamte Designprozess in VR statt: Anscheidt und Kolleg*innen zeichnen auch noch auf Servietten, wenn ihnen beim Mittagessen eine Idee kommt.

Aber die Bewertung und Feinjustierung von 3D-Modellen gelingt in VR schneller und leichter als zuvor – daher achtet Anscheidt beim Einstellen neuer Kolleg*innen auf eine entsprechende Qualifikation. Neben ihrer Gestaltungskompetenz müssen sich angehende Bugatti-Designer außerdem grundlegend mit der Performance des Autos auskennen.

Quelle: Autoblog

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