AR-Metaverse: Niantics 3D-Karte für gemeinsame Welten startet im Mai

AR-Metaverse: Niantics 3D-Karte für gemeinsame Welten startet im Mai

Mit Niantics „Visual Positioning System“ bewegen sich zahlreiche AR-Nutzende durch einen geteilten digitalen Raum. Das Feature erscheint Ende Mai als Entwicklungsversion.

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Seit 2016 steht Pokémon Go fast im Alleingang für Augmented-Reality-Spiele  mit dem Smartphone. Ein Schwachpunkt aus technischer Perspektive sind jedoch die mitunter ungenauen GPS-Daten, die den realen Spieler nicht exakt auf der virtuellen Karte verorten.

Diese Schwachstelle will Niantic zukünftig mit dem „Visual Positioning System“ (VPS) für die eigene AR-Schnittstelle Lightship beseitigen. VPS soll dank einer geteilten 3D-Karte so präzise und persistent sein, dass Spielende gleichzeitig die gleichen digitalen Objekte am selben Ort aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten können. So könnte ein Pokémon-Jäger etwa vor und ein weiterer hinter einem digitalen Monster stehen. Niantic verspricht eine Präzision von wenigen Zentimetern.

Niantics Vorbereitung auf das AR-Metaverse

Kämpfen etwa zwei Monster auf einer Wiese, könnten mehrere Teilnehmende sich rund um die Streithähne platzieren, um das Gerangel jeweils aus der eigenen Perspektive zu beobachten. Oder sie versammeln sich vor einer Statue rund um ein räumliches AR-Puzzle, um Rädchen und Mechanismen aus allen Winkeln kooperativ zu enträtseln.

AR-Entwickler können bald eigene Ideen dieser Art umsetzen, sobald Niantic das VPS-Update ausliefert. Es wird Ende Mai 2022 parallel zum Entwickler-Event „Lightship Summit“ ausgerollt, das am 24. und 25. Mai in San Francisco stattfindet.

Niantic teasert das Konzept bereits als „Worldscale“-Lösung an, die viele AR-fähige Systeme miteinander synchronisiert. Wie RoadtoVR berichtet, konzentriert sich das Unternehmen zunächst auf „ausgewählte Wegpunkte“ in einigen Städten.

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Später sollen die räumlichen Kartendaten erweitert werden, unter anderem mit Smartphone-Aufnahmen der Nutzer:innen. Niantics Forscher stellten schon im Juli 2021 eine Technologie vor, die aus Smartphones fähige 3D-Kartografierungswerkzeuge macht.

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Das Projekt begann 2020 mit der Möglichkeit, in Pokémon GO die Umgebung zu scannen. Eines Tages sollen AR-Spielende praktisch im Vorbeigehen eine 3D-Karte der Welt erstellen, die dann wiederum Grundlage für neue Anwendungen ist.

Neben Niantic wollen weitere Firmen unsere reale Umwelt als digitalen Zwilling anlegen. Das Ziel ist die sogenannte AR-Cloud, ein 3D-Koordinatensystem für die echte Welt. Snapchat-Betreiber Snap etwa übernahm 2021 die Start-ups für 3D-Kartographierung „StreetCred“ und „Pixel8Earth“. Google wiederum weitete vor einem Jahr die AR-Navigation Live View auf Innenräume aus. So findet ihr schneller Fahrstühle, Treppen oder das richtige Gate. Die in Live View genutzte KI kann Ort und Blickrichtung auch im Freien präziser lokalisieren als GPS.

Kooperative AR-Spiele auf der grünen Wiese

Wie sich Niantic die gemeinsame Monsterjagd der Zukunft vorstellt, zeigte vor einem Jahr der Trailer zu „Codename: Urban Legends“, der zusammen mit Partnern wie der Deutschen Telekom oder Verizon entstand. Das Video veranschaulicht, wie ein AR-Spiel per 5G-Verbindung von einer extrem niedrigen Latenz in einem gemeinsamen digitalen Raum profitieren könnte.

Die mit dem kommenden „Visual Positioning System“ gesammelten Daten könnten später auch zu einer wichtigen Grundlage für AR-Brillen mit Video-Durchsicht werden. Meta mit Cambria, Apple und Google mit Iris arbeiten vermutlich an VR-Headsets mit zusätzlicher Video-AR-Funktion

Niantics AR-Spiel Peridot nutzt das neue VPS noch nicht: Die virtuellen Haustiere sollen aber zumindest reale Hindernisse und Objekte zuverlässig erkennen und richtig um diese herum manövrieren oder dahinter verschwinden können.

Quellen: Road to VR