Angry Birds VR: Isle of Pigs Test – Ein Sau-gutes VR-Spiel

Angry Birds VR: Isle of Pigs Test – Ein Sau-gutes VR-Spiel

Angry Birds betrat vor zwei Jahren die VR-Bühne. Nach Erscheinen der Quest-Version, eines Leveleditors und des jüngsten Levelpacks ist es höchste Zeit für einen Test. Überzeugt der VR-Ableger des Smartphone-Klassikers?

Hinweis: Ich habe das Spiel mit Oculus Quest 2 (alle Infos) getestet. Die Inhalte sind auf allen Systemen identisch, aber je nach VR-Brille (Vergleich) kann es Unterschiede in der Spielerfahrung geben, abhängig von der Kabelgebundenheit des Geräts und der Leistungsfähigkeit des jeweiligen Trackingsystems. Keine Rückschlüsse ziehen lassen sich auf die Oculus Go- und Samsung Gear VR-Version. Da diese Geräte kein räumliches Tracking unterstützen, ist das Spielerlebnis auf diesen Systemen ein anderes.

Angry Birds VR: Isle of Pigs ist sage und schreibe das 18. Spiel der immens erfolgreichen Angry Birds-Spielemarke und wurde vom Qualitätsstudio Resolution Games (Cook-Out, Blaston) von Grund auf für Virtual Reality entwickelt.

Da ich Handy-Spielen nie etwas abgewinnen konnte, gehöre ich zur seltenen Sorte Spieler, die Angry Birds zum ersten Mal in VR erlebt hat und war überrascht, wie viel Spaß der Titel macht. Doch der Reihe nach.

Ein bewährtes Spielprinzip

Angry Birds VR entführt Spieler auf die Urlaubsinsel der grünen Schweine. Wie in den Smartphone-Spielen üblich, springt man von Level und Level und schaltet mit einer Schleuder Schweine aus, entweder durch direkte Treffer oder indem man die aus Holz, Stein und Glas bestehenden Gebäude zum Einsturz bringt, auf oder in denen sie sich verstecken.

Als Projektil dienen die namensgebenden Vögel. Im VR-Ableger sind das Red, Chuck, Bomb sowie das Dreiergespann Jim, Jake und Jay. Jede Vogelart hat ihre eigenen Stärken und Spezialfähigkeiten: Chuck fliegt besonders schnell und durchbricht mühelos Holz, Bomb bringt mit Leichtigkeit Steinstrukturen zum Bersten und Jim, Jake und Jay vernichten effektiv Glas.

So macht Physik Spaß

Das Spiel gibt in jedem Level vor, welche Vögel man in welcher Reihenfolge abschießen darf. Die Zahl Projektile ist begrenzt, sodass man präzise Treffer landen, die Fähigkeiten der Vögel geschickt einsetzen und die Gebäude an den empfindlichsten Punkten treffen muss, um alle Schweine zu vernichten.

Einen großen Teil des Spielvergnügens macht die Physiksimulation aus. Sie sorgt für eine Prise Zufall und begeistert mit teils unvorhersehbaren Spielverläufen, etwa wenn ein Gebäude im letzten Augenblick doch noch in sich zusammenstürzt.

Für zerstörte Objekte und verschonte Vögel erhält man ebenfalls Punkte und kann so je nach Leistung bis zu drei Sterne pro Level holen, was eine zusätzliche Herausforderung darstellt.

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In VR wirken die Angry Birds lebensechter. | Bild: Resolution Games / Rovio

Angry Birds: Toll in VR

Kommen wir zum VR-Aspekt des Spiels. Wer Angry Birds nur auf dem Smartphone gespielt hat, wird unter der VR-Brille eine Überraschung erleben: In Virtual Reality findet man sich zum ersten Mal in 3D inmitten der bunten Comic-Welt der Schweine und Vögel wieder.

VR-Spieler können sich in den meisten Levels zu mehreren vorgegebenen Punkten hinteleportieren, um Gebäude aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen, was auch nötig ist, um zu gewinnen.

Zudem ist es möglich, sich innerhalb eines recht großzügigen Bereichs physisch frei zu bewegen. Eigentlich zu großzügig, denn so ist es möglich, recht nahe an die Gebäude heranzutreten und sich damit einen Vorteil zu verschaffen. Erst wenn man schon direkt davor steht, blendet das Spiel aus.

Bewegung ist übrigens nicht erforderlich: Angry Birds VR spielt sich gut im Sitzen.

Leicht zu lernen

Ein weiterer Bonus des VR-Ablegers ist, dass man Schleuder und Projektile in VR mit den eigenen Händen halten und abfeuern kann und die knuffigen Vögel aus nächster Nähe sieht. In den Einstellungen kann man wählen, in welcher Hand man die Schleuder hält.

Angry Birds VR ist wie das Smartphone-Original ein zugängliches Spiel. Wer schon mal eine Schleuder in der Hand gehalten hat, kennt das Prinzip und kann direkt loslegen. Der Titel eignet sich deshalb besonders gut für VR-Anfänger und Vorführungen.

Der Leveleditor wertet das Spiel deutlich auf. | Bild: Resolution Games / Rovio

Für Inhalte ist gesorgt

Der Schwierigkeitsgrad ist nicht besonders hoch und oft genug gewinnt man durch Ausprobieren und Zufall. Wer das Spiel durchspielen möchte, wird trotzdem drei oder mehr Stunden beschäftigt sein:

Angry Birds VR bietet mit dem jüngsten kostenlosen Levelpack insgesamt 104 teils grafisch und thematische unterschiedliche Level. Wer alle 312 Sterne holen will, wird länger als drei Stunden brauchen. Besonders geübte Spieler können zusätzlich die Zielhilfe abschalten.

Wer immer noch nicht genug hat, kann im Leveleditor spielend leicht eigene Level bauen und teilen und eine Vielzahl nutzergenerierter Level ausprobieren.

Fazit: Besser als das Original

Spielerisch und technisch gibt es an Angry Birds VR nichts auszusetzen. Das Spiel erhält in Virtual Reality wortwörtlich eine neue Dimension und die VR-Umsetzung ist gut gelungen. Wer das Original mag, wird die VR-Version lieben.

Nervige Mikrotransaktionen gibt es in der VR-Version nicht, dafür reichlich kostenlosen Inhalt der Entwickler und Spieler.

Die Quest-Version ist zweifellos die beste Art, Angry Birds VR zu erleben, da man binnen Sekunden im Spiel ist und sich frei im Raum bewegen kann. Das ist zwar nicht zwingend notwendig, aber eine nette Möglichkeit, Angry Birds zu erleben.

Das einzig technische Problem, das mir aufgefallen ist, ist die beim Bedienen der Schleuder zuweilen auftretende Controller-Verdeckung, die das Tracking beeinträchtigen kann. Diese Störungen wiegen jedoch nicht schwer.

Angry Birds VR wird euch gefallen, wenn ihr …

  • das Original mögt,
  • Sitzspiele bevorzugt oder einen Titel für zwischendurch sucht
  • und Chaos und Zerstörung liebt.

Angry Birds VR wird euch nicht gefallen, wenn ihr …

  • Casual-Titel nichts abgewinnen könnt,
  • eine besondere Herausforderung sucht
  • und Abneigung gegen bunte Comic-Grafik habt.

Angry Birds VR: Isle of Pigs könnt ihr hier kaufen:

Unterstützte Geräte Store Preis
Oculus Quest (2), Oculus Rift (S), Crossbuy: Ja Quest Store / Rift Store 14,99 Euro
PC-VR-Brillen Steam 12,49 Euro
PC-VR-Brillen, Viveport Infinity: Ja Viveport 12,49 Euro
Playstation VR Playstation Store 14,99 Euro

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Oculus Quest 2 wird in Deutschland vorerst nicht verkauft. Wie lange dieser Verkaufsstopp anhält, ist nicht bekannt.

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