Wie Ready Player One: Microsoft zeigt verrücktes Mixed-Reality-Experiment

Wie Ready Player One: Microsoft zeigt verrücktes Mixed-Reality-Experiment

Im Ready Player One tragen VR-Brillenträger Schlachten in der Virtual Reality aus, während sie sich durch eine reale Stadt bewegen. Microsoft-Forschern zufolge ist dieses Szenario gar nicht so abwegig: Sie experimentieren an einem Mixed-Reality-System, das VR-Nutzern ermöglicht, die reale gegen eine virtuelle Welt einzutauschen – ohne Gefahr zu laufen, mit physischen Objekten zusammenzustoßen.

Stellt euch vor, ihr spaziert zur Arbeit oder geht einkaufen, aber läuft dabei nicht durch eure Stadt, sondern Manhattan, Paris und Tokio oder eine beliebige Fantasywelt eurer Wahl.

Das „Dreamwalker“ genannte Forschungsprojekt der Microsoft-Forscher Jackie Yang, Christian Holz, Eyal Ofek und Andrew D. Wilson sollte genau diese Sci-Fi-Vision prototypisch umsetzen.

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Zuerst muss der VR-Nutzer reichlich Hardware schultern: Eine Samsung Odyssey mit Inside-Out-Trackingsystem, einen Rucksack-PC von HP, ein Xiaomi-Smartphone für GPS-Verortung, zwei Realsense-Tiefenkameras, einen Windows-Mixed-Reality Controller sowie zusätzliche Akkus.

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Der Prototyp setzt (noch) viel Hardware voraus. BILD: Microsoft

Vor dem Spaziergang berechnet der Computer einen Pfad in der virtuellen Welt, der dem real zurückzulegenden Weg so genau wie möglich entspricht. Abweichungen werden mittels Redirected-Walking-Technik korrigiert.

Mittels Inside-Out-Tracking und 3D-Sensoren werden in Echtzeit Hindernisse auf dem Weg identifiziert und in virtuelle Objekte verwandelt, die der VR-Nutzer umgehen muss. Das funktioniert selbst mit Passanten.

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Die physische Welt, die darüber gelegte virtuelle Welt und das Navigationssystem. BILD: Microsoft

Kein Sci-Fi-Szenario?

So wird die Simulation fortlaufend angepasst, um den VR-Nutzer sicher an seinen Bestimmungsort zu führen und ihn dabei gleichzeitig mit einer virtuellen Umgebung zu unterhalten.

In einem Testlauf liefen acht Probanden auf dem Microsoft Campus während einer Viertelstunde auf drei unterschiedlichen Pfaden durch ein virtuelles Manhattan voll animierter Fahrzeuge, Menschen und Objekte, schreiben die Forscher.

Noch muss man für ein solches Ready-Player-One-Szenario (siehe Gif unten) reichlich Hardware mit sich führen. Mit autarken und 5G-fähigen VR-Brillen der nächsten Generation könnte diese Vision ein Stück weit näherrücken. Bleibt nur noch zu hoffen, dass sich VR-Nutzer dann nicht wie Johnny English benehmen.

Dreamwalker wurde auf dem derzeit in New Orleans stattfindenden ACM Symposium on User Interface Software and Technology (UIST) vorgestellt. Die Forschungsarbeit kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Titelbild und Quelle: Microsoft Research Blog

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