Mercedes integriert ein AR-Display in die Windschutzscheibe der neuen S-Klasse.

Augmented-Reality-Navigation bietet Mercedes im Multimediasystem MBUX schon länger an. Allerdings musste man dafür auf ein Display in der Mittelkonsole schauen, auf dem ein Außenbild der Kameras digital erweitert wird. In der neuen S-Klasse, die im September offiziell enthüllt wird, wandert das AR-HUD erstmals direkt in die Windschutzscheibe.

Über die Außenkameras und das Radarsystem des Autos wird die Umgebung vermessen, sodass Navigationsanzeigen perspektivisch passend in sie eingebettet werden können – wie digitale Schilder. So ähnlich kennt man das von Googles AR-Navigation in Google Maps.

Visuelle Fahrassistenz wie in einem Videospiel

Der Pfeil für Linksabbieger erscheint dann laut Mercedes “spurgenau” an der Stelle der Straße, an der die eigentliche Abbiegung ist, anstatt einfach nur in das Sichtfeld des Nutzers eingeblendet zu werden. Der Fahrer fährt auf den Pfeil zu, der kontinuierlich größer wird.

Auch Elemente des Straßenverkehrs können digital verstärkt werden: Beispielsweise erkennt das System den Randstreifen und kann ihn visuell betonen, wenn man zu dicht ranfährt. Ähnlich funktioniert die digitale Abstandsmarkierung zum vorausfahrenden Auto.

Das AR-Assistenzsystem erinnert so an visuelle Fahrhilfen, wie man sie aus Videospielen kennt. Das folgende Video zeigt die verschiedenen Funktionen im Einsatz.

3D-Effekt per integriertem Eye-Tracking-System

Das AR-Display in der Windschutzscheibe bietet ein Sichtfeld von 10 Grad horizontal und 5 Grad vertikal, was laut Mercedes relativ zur Fahrerposition einem digitalen Display mit einer Diagonalen von 77 Zoll entspricht.

Das Display (DMD, Digital Mirror Device) besteht laut Mercedes aus einer hochauflösenden Matrix aus 1,3 Mio. Einzelspiegeln und einer hocheffizienten Lichtquelle, wie man sie von Kino-Beamern kennt. Hergestellt wird es von Texas Instruments.

Den stereoskopischen 3D-Effekt erzielt Mercedes über die Kombination eines konventionellen LC-Displays mit spezieller Pixelstruktur und einer steuerbaren LCD-Streifenmaske. Ein Eye-Tracking-System im Display misst die Augenposition des Fahrers, dem dann pro Auge unterschiedliche Pixel des Displays angezeigt werden.

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