Weshalb WebVR für Virtual Reality den Durchbruch bedeuten könnte

Weshalb WebVR für Virtual Reality den Durchbruch bedeuten könnte

WebVR will Internet und VR zusammenführen. Die Vision ist, dass VR-Inhalte im Internet dereinst per Mausklick und mit jedem Headset betrachtet werden können. Alban Denoyel, CEO von Sketchfab, nennt drei Gründe, weshalb WebVR der virtuellen Realität zum Durchbruch verhelfen könnte.

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Sketchfab ist eine Internet-Plattform, bei der Nutzer selbsterstellte 3D-Modelle hochladen können. Von dort aus können sie wie Youtube-Videos oder Tweets mit wenigen Mausklicks auf Internetseiten eingebettet werden. Auf Volupedia kann man schon jetzt mittels Sketchfab-Modell das Sonnensystem in 3D bewundern. Auch in der bekannten Wikipedia könnten solche 3D-Modelle zeitnah ankommen.

[blockquote cite="Alban Denoyel, CEO Sketchfab"]"Das Internet revolutioniert die Art und Weise, wie wir Musik, Bilder und Videos verbreiten. VR-Inhalte sind der nächste Schritt."[/blockquote]

Sketchfab wächst rasant. Bereits heute sind über 500.000 Nutzer registriert und es dürfte nicht mehr lange dauern, bis eine Million Unikate auf Sketchfab hochgeladen wurden. Die VR-Implementierung lässt dagegen noch zu wünschen übrig. Um die 3D-Modelle durch VR-Brillen wie Oculus Rift und HTC Vive zu sehen, muss man derzeit noch experimentelle Builds von Firefox und Chrome installieren (wie das geht, haben wir hier Schritt für Schritt erklärt).

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Der Grund hierfür liegt bei WebVR, das sich noch tief in der Entwicklungsphase befindet. Laut Alban Denoyel, dem CEO von Sketchfab, ist derzeit aber viel in Bewegung. So wurde kürzlich eine fortgeschrittene Version von WebVR in Firefox Nightly integriert und Google Chrome soll das virtuelle Web bis Ende des Jahres vollumfänglich unterstützen. Zudem kündigte Microsoft gestern an, dass der Edge-Browser ebenfalls zeitnah WebVR integrieren wird.

Drei Gründe, warum WebVR wichtig ist für die Branche

In einem Artikel auf Upload VR nennt Denoyel drei Gründe, weshalb WebVR die Zukunft von Virtual Reality sein könnte. Der erste ist die Verbreitung von Inhalten. Die Antwort der VR-Industrie auf die Frage, auf welche Weise VR-Inhalte zu den Menschen gelangen, sei bislang der App-Store gewesen, so Denoyel. Würden VR-Inhalte ein selbstverständlicher Teil des Internets werden, würde man sehr viel mehr Menschen erreichen und diese wären dann auch eher dazu geneigt, sich eine VR-Brille zu kaufen.

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[blockquote cite="Alban Denoyel, CEO Sketchfab"]"Wenn VR die nächste große Plattform werden soll - nach der PC-Ära, der Internet-Ära und der Mobile-Ära - dann wird der Großteil der Inhalte nutzergeneriert, gratis und web-basiert sein müssen und infolgedessen sehr viel umfassender als Gaming."[/blockquote]

Ein zweiter Grund ist die plattformübergreifende Kompatibilität von Web-VR-Inhalten. WebVR, so Denoyel, würde gegen die fortschreitende Fragmentierung des Marktes angehen und dafür sorgen, dass VR-Inhalte auf allen Plattformen zugänglich seien, unabhängig davon, welche VR-Brille man nutzt. Diese Standardisierung würde es Entwicklern einfacher machen, Inhalte zu produzieren, da sie diese nicht für unterschiedliche Plattformen anpasse müssten. Dies wiederum führe dazu, dass es mehr Inhalte gebe.

Als dritten Grund nennt Denoyel Unmittelbarkeit. Nutzer würden hochwertige Spiele und Filme zwar weiterhin in App-Stores kaufen und herunterladen, so Denoyel. Aber der heutige Nutzer ziehe Inhalte vor, die nur einen Klick entfernt seien. WebVR biete die hierfür nötige Technologie.

Ein VR-Pionier der ersten Stunde ist der gleichen Meinung

Ganz ähnlich wie Denoyel sieht es auch Toni Parisi, Virtual-Reality-Pionier der ersten Stunde. Er erlebte schon den ersten VR-Flop in den 90er-Jahren mit. Damals arbeitete er an einer HTML-Version für 3D-Inhalte. Dass WebVR der neue Standard für VR-Anwendungen wird, daran hat Parisi keine Zweifel. Die notwendigen Technologien wie WebGL, WebVR, VR-taugliche Browser-Schnittstellen oder glTF, das 3D-Jpg fürs Internet, seien bereits vorhanden. Geschlossene Plattformen wie Oculus Home betrachtet er nur als Übergangsphase hin zum "Metaverse", einer virtuellen Zwischenwelt, die nach seiner Meinung "von Milliarden von Menschen" auf den Grundzügen des offenen Internet aufgebaut wird.

| Source: Volupedia (Screenshot)