VR-Zeitreise zur ersten Nationalversammlung in der Paulskirche

VR-Zeitreise zur ersten Nationalversammlung in der Paulskirche

Zeitreise zur Geburtsstunde der Demokratie in Deutschland: Virtual Reality lässt euch an der Paulskirche in Frankfurt Geschichte erleben.

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Bei geschichtsträchtigen Ereignissen live dabei sein und Geschichte selbst erleben: VR macht das – zumindest teilweise – möglich. Wenn ab heute (18.05.2023) in Frankfurt am Main das 175. Jahr der ersten deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche gefeiert wird, können Besuchende mit einem VR-Erlebnis in der Zeit zurück zum Tag der Eröffnung des ersten deutschen Parlamentes reisen.

Die Geburtsstunde der Demokratie miterleben

Dieses Ereignis ist so etwas wie die Geburtsstunde der Demokratie in Deutschland: Vor 175 Jahren, am 18. Mai 1848, trat die Nationalversammlung zum ersten Mal in der Frankfurter Paulskirche zusammen.

Es erzeugt schon ein wenig Gänsehaut, wenn ich direkt vor dem realen Ort des Geschehens Zeuge werde, wie die Frankfurter Bürger gespannt auf den Einzug der Abgeordneten warten. „Die 585 Parlamentarier kamen aus rund 40 Kleinstaaten und freien Städten, aus denen der Deutsche Bund damals bestand“, erklärt die Sprecherin. Der ziemlich gut abgestimmte Stereo-Sound trägt maßgeblich dazu bei, dass der Eindruck entsteht, man sei wirklich an diesem historischen Tag anwesend. „In der ganzen Stadt läuten die Glocken, und unzählige Menschen haben sich versammelt, um diesem Schauspiel beizuwohnen.“

Frauen tragen weite Röcke und Hauben auf dem Kopf, Männer tragen Hüte, wie es damals eben üblich war. Der ganze Platz ist in die Farben Schwarz-Rot-Gold getaucht. Ich bekomme ein Gefühl dafür, wie bedeutend dieser Tag für die Deutschen war: die Geburt von etwas ganz Neuem, der Demokratie in Deutschland. Vor allem Frankfurter:innen dürften darüber staunen, wie ihr Paulsplatz vor 175 Jahren ausgesehen hat. Die Frankfurter Börse stand noch vis-à-vis zur Paulskirche, ebenso das alte Barfüßerkloster und das Stadtgericht.

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Die Paulskirche 1848 von innen, mit den Abgeordneten der ersten deutschen Nationalversammlung in der VR-Erfahrung

Die VR-Erfahrung "Paulskirche" bringt uns direkt in die erste Nationalversammlung im Jahr 1848. | Bild: TimeRide

In der Frankfurter Paulskirche werde ich dann Zeuge der ersten Nationalversammlung. Ich stehe dabei mit anderen Besucherinnen und Besuchern der Bürgerschaft auf der Empore des klassizistischen Rundbaus. Die Sonne scheint durch die Fenster, der Alterspräsident versucht, die laut durcheinander rufenden Abgeordneten zu beruhigen. „In den folgenden Monaten gelang es der Nationalversammlung, trotz großer Hürden, ihre Tatkraft unter Beweis zu stellen. Sie erarbeitete eine erste deutsche Verfassung und einen ausführlichen Grundrechtekatalog“, erzählt die Sprecherin. Auch wenn das Parlament 1849 schließlich scheiterte, die Idee eines geeinten Deutschland lebte weiter.

VR und Geschichte: It's a match

In dem rund achtminütigen Film erlebe ich insgesamt drei Szenen. Die Grafik ist dabei recht passabel. Den virtuellen Figuren heften noch recht eintönige Bewegungsmuster an: Sie "schwanken" hin und her, manchmal streckt jemand plötzlich unmotiviert einen Arm in die Höhe. Aber vor allem die virtuelle Rekonstruktion der Architektur kann sich sehen lassen. Schade, dass die Paulskirchen-VR-Erfahrung nicht interaktiv ist: Ich bleibe an ein und demselben Ort und kann mich lediglich in der 360 Grad-Umgebung nach Belieben umdrehen.

Aber in den wenigen Minuten bekomme ich erstaunlich viel über die Demokratiegeschichte unseres Landes beigebracht. Was es mit den Farben der Deutschlandflagge auf sich hat (die wir heute ganz selbstverständlich mit Deutschland assoziieren, damals aber für Revolution standen) oder wer die Figur der Germania war. Auch wenn sich Geschichtsfreaks wohl sicher noch mehr Details wünschen würden und grafisch noch Luft nach oben ist: Die VR-Erfahrung rund um die Paulskirche beweist erneut, wie gut sich Virtual Reality für immersiven Geschichtsunterricht eignet. Solche Zeitreisen eignen sich hervorragend, um uns die Bedeutung geschichtsträchtiger Orte sowie bahnbrechender Ereignisse näherzubringen.

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Weitere VR-Erlebnisse in Frankfurt anlässlich der Feierlichkeiten

Die 360-Grad-Szenen wurden von TimeRide aus Köln in Kooperation mit der Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main entwickelt. TimeRide ist bekannt für aufwendige VR-Rekonstruktionen, die Besucher in ihren „Senseums“ in mittlerweile fünf Städten in historische VR-Welten locken, etwa in Köln, München, Berlin, Dresden und Frankfurt.

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Während des Frankfurter „Demokratiefestes“ vom 18. bis zum 21. Mai sind die VR-Installationen vor der Paulskirche kostenlos. Danach kosten sie 19,90 Euro. Selbstverständlich hat das TimeRide Senseum mit der VR-Erfahrung „Frankfurt 1891“ auch während des Paulskirchenfests geöffnet.

Die angebotenen VR-Touren haben ebenfalls ihren ganz eigenen Reiz: Da fährt uns bei bestem Wetter eine Kutsche über das Kopfsteinpflaster der Frankfurter Altstadt, Händler bieten ihre Waren an, in den Pfützen spiegelt sich der blaue Himmel. Der Kutscher macht den Tourguide in breitem Hessisch, die Kirchenglocken läuten, jemand spielt auf einer Mundharmonika – das alles versetzt mich wirklich für einige Minuten in der Zeit zurück ins alte, historisch korrekte Frankfurt.

Von Donnerstag (18.05) bis Sonntag (21.05.) könnt ihr zudem jeweils von 10 bis 19 Uhr auf dem Frankfurter Paulsplatz kostenlos das VR-Erlebnis „Deutschlandzeitreise“ erleben. Die gesamte deutsche Geschichte wird hier in eindrucksvollen 360-Grad-Szenen von 2.000 Jahre auf 12 Minuten eingedampft. Ihr schaut Martin Luther über die Schulter, während er auf der Wartburg die Bibel übersetzt, steht in München, als gerade die Franzosen einmarschieren, betrachte 1926 den Dom in Köln und seht, wie die Berliner Mauer errichtet wird.

Wer in den kommenden Tagen in Frankfurt am Main ist, sollte sich das nicht entgehen lassen.

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