Berlin vor 100 Jahren: VR-Zeitreise entführt in historische Metropole

Berlin vor 100 Jahren: VR-Zeitreise entführt in historische Metropole

Berlin in den 1920ern: Wie fühlte sich die Hauptstadt damals an und wie sah sie aus? Eine neue VR-Erfahrung will diese Fragen beantworten.

Die Zeitreise führt mitten hinein ins quirlige Berlin der Goldenen Zwanziger: VR-Nutzer:innen werden auf den Pariser Platz transportiert, wo sie vom Zeitungsjungen „Tiger“ in Empfang genommen werden.

„Als waschechte Berliner Schnauze hat er nicht nur die aktuellsten Schlagzeilen parat, er kennt auch Gott und die Welt und serviert den neuesten Klatsch und Tratsch“, heißt es in der Ankündigung der neuen VR-Attraktion 20s.BERLIN.

Besucher:innen können die Gegend um das Brandenburger Tor zusammen mit dem Zeitungsjungen oder auf eigene Faust erkunden. Hier braust der Verkehr durchs Brandenburger Tor, am Hotel Adlon vorbei und Unter den Linden entlang Richtung Alexanderplatz. Am Himmel schwebt die gigantische Graf Zeppelin und man trifft auf Prominenz, die in den 1920ern tatsächlich in Berlin war.

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Was hat es mit dem Raketenauto RAK 2 aus dem Hause Opel auf sich? | Bild: Timetravel.Berlin

Das alte Berlin digital rekonstruiert

Die Entwickler der VR-Erfahrung, das Start-up Timetravel Berlin, haben den Pariser Platz in zweijähriger Arbeit historisch akkurat rekonstruiert.

Jedes Gebäude entspricht dem dokumentierten Original und Details wie Zeitungsschlagzeilen, Filmplakate, Kleidung, Fahrzeuge sowie sämtliche Szenen und Begebenheiten, die über das reine Alltagsgeschehen hinaus gehen, orientieren sich eng an historischen Quellen.

„Dank Virtual Reality lassen sich historische Ereignisse, gesellschaftliche Strömungen und Tendenzen, aber auch das Lebensgefühl und das Alltagsgeschehen zurückliegender Epochen spielerisch erschließen“, schreibt das Start-up.

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Der Pariser Platz wurde anhand von architektonischen Plänen rekonstruiert. | Bild: Timetravel.Berlin

Steam-Version der VR-Zeitreise geplant

Die VR-Attraktion kommt als mobile VR-Station, die um eine Litfaßsäule herum aufgebaut ist. Ihren ersten Halt macht sie in Berlins East Side Mall, wo sie ab dem 2. Oktober drei Monate geöffnet hat.

Besuchende bewegen sich zum einen künstlich über den Pariser Platz, indem sie mit den Controllern zu markierten Punkten springen, zum anderen natürlich, indem sie sich physisch innerhalb der Grenzen der VR-Station bewegen. Zum Einsatz kommt die VR-Brille Oculus Quest 2 (Test).

Das Start-up wird vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert und hat für das Projekt finanzielle Unterstützung von Epic Games erhalten. Es arbeitet derzeit an weiteren VR-Zeitreisen.

Tickets sind ab sofort auf der offiziellen Internetseite erhältlich. Einzeltickets gibt es ab 12 Euro, wobei der Preis von der gewünschten Verweildauer (20, 40 oder 60 Minuten) abhängt. Wer nicht in Berlin wohnt, könnte die VR-Erfahrung demnächst auch zu Hause erleben: 20s.BERLIN soll nämlich auf Steam erscheinen.

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