VR im Strafvollzug: Nähe zur Familie und Rehabilitation

VR im Strafvollzug: Nähe zur Familie und Rehabilitation

Das Virtual-Reality-Testprogramm des Pennsylvania Department of Corrections soll Strafgefangenen den Einstieg in den Alltag erleichtern und außerdem die Kommunikation zu ihren Kindern verbessern.

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Die Rückkehr in ein normales Leben ist für Strafgefangene eine Herausforderung. Für inhaftierte Eltern ist es etwa schwer, nach der Haft wieder Zugang zu ihren Kindern zu finden. Sie sehen ihre Kinder während der Haftzeit nur bei kurzen Besuchen in den Besuchsräumen des Gefängnisses.

Auch für Kinder ist es belastend, einen inhaftierten Elternteil zu besuchen. Laut einer Studie der Sam Houston State University zu den Auswirkungen von Gefängnisbesuchen bei Kindern, zeigten 65 Prozent der teilnehmenden Kinder negative Reaktionen auf Gefängnisbesuche, darunter Angst, depressive Symptome und Wut.

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VR im Strafvollzug: Nähe trotz Distanz

Statt Kinder der bedrückenden Atmosphäre eines Gefängnisses auszusetzen, versucht das Pennsylvania Department of Corrections (DOC) einen anderen Ansatz. Dank eines Zuschusses von 680.000 Dollar durch das US Office of Juvenile Justice wurden 21 Meta Quest-2-Brillen angeschafft und elf VR-Erfahrungen entwickelt, die den Kontakt zwischen inhaftierten Eltern und ihren Kindern in Virtual Reality ermöglichen.

Beispielsweise können Teilnehmende so miteinander reden und dabei gemeinsam etwa die International Space Station erkunden. Dabei kann das Aussehen der VR-Avatare angepasst werden, damit das Erlebnis realistischer und persönlicher wird.

Organisationen wie Amachi Pittsburgh und die Public Health Management Corporation in Philadelphia unterstützen die Kinder, etwa bei Fragen zum Programm oder dem Gefängnissystem. Das Personal überwacht die Besuche über Laptops und hilft Eltern dabei, einen Dialog zu beginnen.

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Deb Sahd vom Department of Corrections erklärt, dass solche Remote-Besuche die negativen Erfahrungen der Kinder abschwächen. Das Programm soll allerdings nicht als völliger Ersatz dienen – schließlich müssen die Kinder ihren Elternteil auch in der physischen Realität sehen können.

Mit VR den Wiedereinstieg in den Alltag erleichtern

VR-Training hat sich auch in sozialen Bereichen mehrfach bewährt, beispielsweise bei der Wiedereingliederung von erwerbslosen Jugendlichen oder dem Umgang mit Aggressionsproblemen.

Neben Kommunikationstraining bietet das Programm des Department of Corrections deshalb auch VR-Erfahrungen, die den Strafgefangenen zeigen, wie man Einkaufen geht, ein Handy benutzt oder eine Wohnung putzt. Ähnliche VR-Programme gab es bereits vor einigen Jahren in den USA.

Das DOC nutzt dafür die VR-Trainings-Plattform Wrap Technologies. „Ziel ist es, die Strafgefangenen möglichst gut in ihre Familien und Communitys einzugliedern“, sagt CEO TJ Kennedy. In der Zusammenarbeit mit dem Pennsylvania Department of Corrections sieht er einen gesellschaftlichen Wert in Virtual Reality. „Ich denke, sowohl gesellschaftlicher Wiedereinstieg als auch Strafverfolgung sind wichtige Bereiche, bei denen es sich lohnt, in neue Technologien zu investieren.“

Quellen: VRScout, GovTechScience Daily