Reddit-Nutzer Shon’t machte sich vor einem Monat auf eine lange Reise vom südlichsten bis zum nördlichsten Punkt Japans. Knapp 1.200 Kilometer hat er radelnd zurückgelegt. Das Außergewöhnliche an seinem Trip: Er ist rein virtuell.

Bevor das nächste Stück Reise ansteht, plant Shon’t seine Route mit Google Maps. Danach schwingt er sich auf seinen Heimtrainer, setzt sich seine Oculus Rift auf und startet Google Earth VR.

Um ihn herum stehen Ventilatoren im Vollbetrieb. Dies nicht etwa, um Sturmwetter oder Fahrtwind zu simulieren. Der virtuell Reisende will damit übermäßigem Schwitzen entgegenwirken.

Für seine Fahrt nutzt Shon’t Google Street View. Mit einem Controller wechselt er manuell zwischen den 360-Grad-Fotos. Schneller oder langsamer, je nachdem ob er bergauf oder bergab fährt.

Zwei bis drei Stunden täglich fährt der Reddit-Nutzer durch das virtuelle Japan. Schlecht werde ihm dabei nicht, da die Street View-Ansichten höher aufgelöst seien als herkömmliche 360-Grad-Videos. “Ich genieße die Immersion der Virtual-Reality-Fahrt wirklich”, schreibt der Reddit-Nutzer.

Der Nutzer veröffentlicht keine Videos oder Fotos seines Aufbaus, sein Ansatz ähnelt aber den VR-Fahrradtouren der Firma Virzoom (siehe Titelbild) – nur weniger ausgereift.

Trotz Einschränkungen die Welt erkunden

Das Erlebnis befriedige seine Reiselust, ohne Reisekosten zu verursachen. “Ich habe medizinische Probleme, die einen solchen Trip praktisch unmöglich für mich machen. Von zu Hause aus kann ich radeln, wann ich will. Am Tag, in der Nacht. Und ich kann das Klima kontrollieren”, meint Shon’t.

Google Earth VR erlaube ihm, seine Strecke selbst auszuwählen. Manchmal habe er angehalten, um die Aussicht zu genießen oder Sehenswürdigkeiten in Augenschein zu nehmen.

Knapp 1.200 Kilometer weit radelte ein Mann virtuell durch Japan.

Knapp 1.200 Kilometer weit radelte Shon’t bislang virtuell durch Japan. Bild: Google Maps Screenshot

Da die Street-View-Aufnahmen zu verschiedenen Jahreszeiten aufgenommen wurden, erlebt er Frühling und Herbst zugleich. “Auch wenn ich nicht wirklich Fahrrad fahre, habe ich dennoch das Gefühl, ich würde quer durch Japan reisen.”

Earth VR und Google Maps seien nicht optimiert für das virtuelle Reisen und teilweise störanfällig, was zu Reiseverzögerungen führen könnte. Die Vorteile virtuellen Reisens würden jedoch die Nachteile überwiegen. Shon’t will seine Reise fortsetzen, bis er die nördliche Spitze Japans erreicht.

Titelbild und Quelle: Reddit

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