Vive Focus 3 Reviews: So urteilt die US-Presse

Vive Focus 3 Reviews: So urteilt die US-Presse

Mit der Vive Focus 3 bringt HTC eine autarke Highend-VR-Brille für Unternehmen auf den Markt. Schlägt das Gerät die Oculus Quest 2 in Sachen Hardware? Das sagen US-Tester.

Die Vive Focus 3 ist nach der Vive Pro 2 (Test) schon die zweite VR-Brille, die HTC dieses Jahr in den Handel bringt. Das autarke Gerät wird anders als die PC-VR-Brille nur an Unternehmen vermarktet und besitzt keinen eigenen Store für VR-Spiele, ist also keine Alternative für Oculus Quest 2. Hinzu kommt der vergleichsweise hohe Preis: In Deutschland kostet das Gerät circa 1.400 Euro. Im Preis inbegriffen sind zwei Jahre Business-Garantie und -Services.

Display und Linsen sind bei Vive Focus 3 und Vive Pro 2 identisch. Beide VR-Brillen lösen mit hohen 2.448 mal 2.448 Bildpunkten pro Auge auf und bieten dank Fresnel-Linsen im Dual-Stacked-Design ein überdurchschnittlich weites Sichtfeld. Die Bildwiederholrate der Vive Focus 3 beträgt 90 Hertz. Die VR-Brille läuft wie Oculus Quest 2 (Test) auf Basis eines Snapdragon XR2, allerdings unter höherer Last, wie ein Performance-Vergleich zwischen Quest 2 und Focus 3 zeigt.

Das Gerät bietet ein neu entwickeltes Inside-Out-Trackingsystem samt neuer, per Infrarotlicht erfasster VR-Controller. Für höheren Tragekomfort und bessere Gewichtsverteilung entwickelte HTC ein neues Gurtdesign und packte den austauschbaren Akku auf die Rückseite. Dank leicht abnehmbaren magnetischen Polstern kann die VR-Brille leicht gereinigt oder abgenutzte Polster ausgetauscht werden. Der mechanische IPD-Regler sorgt für Sehkomfort unabhängig vom individuellen Augenabstand (57-72 Millimeter).

Die Vive Focus 3 unterstützt PC-VR-Streaming per Kabel. Eine drahtlose Verbindung soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

 Art Store Preis
HTC Vive Pro 2 (nur Headset) Bestware 798,99 €
HTC Vive Focus 3 Business Bestware 1.399 €

Tom’s Hardware: „Neuer Goldstandard für autarke VR“

Kevin Carbotte bezeichnet die Vive Focus 3 als bislang beste autarke VR-Brille. Die Displays seien großartig, die Performance exzellent, das Sichtfeld signifikant größer als bei der Konkurrenz und das Tracking mindestens auf dem Niveau der Oculus Quest 2.

Die VR-Brille biete fast alles, was man von einem Highend-Gerät erwarten darf, sei jedoch leider nicht für Endverbraucher gedacht. Carbotte lobt des Weiteren die Qualität und Austauschbarkeit des Gesichtspolsters und den Micro-SD-Kartenslot.

Das Bild sei scharf, jedoch würden künstliche Lichtstrahlen, sogenannte God Rays, stärker hervortreten als bei der Konkurrenz. Das Gewicht beträgt 785 Gramm inklusive Akku, wegen der neuen Kopfhalterung sei die VR-Brille jedoch bequem zu tragen.

Der Lüfter ist laut Carbotte vernehmbar und bläst zudem Luft ins Gehäuse, wovon die Augen nach langer Nutzung trocken werden könnten. Der Tester bemängelt des Weiteren die „durchschnittliche Controller-Ergonomie“. Der lange Griff passe nicht gut in die Hände.

Die Focus-3-Controller erinnern an die Quest-Controller, der Griff ist allerdings länger. | Bild: HTC

Die Focus-3-Controller erinnern an die Quest-Controller, der Griff ist allerdings länger. | Bild: HTC

Überrascht hat Carbotte die Performance des Geräts. Nach einem Neustart dauere es nur Sekunden, bis das Gerät betriebsbereit ist und das Springen von App zu App oder zurück ins Hauptmenü gehe fast augenblicklich vonstatten.

Den hohen Preis sieht der Tester problematisch: „Die Focus 3 ist aus vielen Gründen ein viel besseres Gerät als die Quest 2, aber nur wenige würden dafür 1.000 US-Dollar mehr zahlen wollen“, schreibt Carbotte im Hinblick auf  Endverbraucher. Unternehmen hingegen dürften die Features und Leistung zweifellos lieben lernen.

CNET: „Die Zukunft der VR jenseits Quest 2“

Scott Stein sieht in seinem Hands-on-Test ähnlich Vorteile gegenüber Oculus Quest 2, darunter das schärfere Display, das weitere Sichtfeld und ein höherer Tragekomfort. Abzüge gibt es für die God Rays und die Controller, die weniger gut in der Hand liegen und weniger definiertes haptisches Feedback liefern.

Den Tester freute, dass er seine Brille problemlos im Gehäuse unterbringen und es bei Bedarf anheben kann, um in die unmittelbare Umgebung zu schauen. Das Design der Kopfhalterung erinnere stärker an PC-VR-Brillen und ziehe Komfort der Tragbarkeit vor. Stein  begrüßt, dass der Akku im hinteren Teil der Kopfhalterung untergebracht ist, was zu einer besseren Gewichtsverteilung führe.

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Der Akku befindet sich auf der Rückseite der VR-Brille und kann unkompliziert ausgetauscht werden. Ebenfalls gut zu sehen sind die offenen Lautsprecher unter dem Vive-Logo | Bild: HTC

Die integrierte Audio-Lösung habe ihn nicht weggeblasen, aber das sei bei Oculus Quest 2 ebenso wenig der Fall. Nicht so toll fand Stein den Lüfter, der sich laufend an- und abschaltet und vernehmbar surrt. Die Vive Focus 3 sei eine teure Profi-Brille, die zeigt, in welche Richtung Facebooks Quest Pro gehen könnte.

Techradar: „Beste VR-Lösung für Unternehmen“

Laut Joel Khalili setzt die Vive Focus 3 dank eines smarten Designs und beeindruckenden Spezifikationen neue Maßstäbe für autarke VR. Der Tester lobt das Display, die simple Einrichtung und den Tragekomfort. Zu den Nachteilen gehören gelegentliche Leistungseinbrüche, der laufe Lüfter und der hohe Preis.

Vive Focus 3 bietet tolle Technik, ist aber deutlich teurer als Quest 2. Dafür gibt's bei HTC keinen Facebook-Zwang und die VR-Brille wird offiziell in Deutschland verkauft. Das dürfte gerade für deutsche Business-Kunden ein Vorteil sein.

Vive Focus 3 bietet tolle Technik, ist aber deutlich teurer als Quest 2. Dafür gibt’s bei HTC keinen Facebook-Zwang und die VR-Brille wird offiziell in Deutschland verkauft. Das dürfte gerade für deutsche Business-Kunden ein Vorteil sein. | Bild: Facebook / HTC

Die Vive Focus 3 sei unbestritten ein beeindruckendes Stück Technologie, das viele der Kritikpunkte beseitigt, die beim Erscheinen der ersten VR-Brillen (Vergleich) genannt wurden.

Der Preis werde sich unvermeidlich als Knackpunkt erweisen, der die Zielgruppe auf reiche Unternehmen reduziere. Für Branchen wie die Architektur oder das Gesundheitswesen gäbe es jedoch keine bessere Alternative zu HTCs neuer autarker VR-Brille.

VRScout: „Kein Ersatz für Oculus Quest 2“

Bobby Carlton bezeichnet die Vive Focus 3 als ein „Arbeitstier“, das speziell für den Business-Einsatz entwickelt wurde. Sie sei bequem, schnell und habe das Potenzial, ein hervorragendes Werkzeug für Belegschaften zu werden. Als Ersatz für die Oculus Quest 2 käme sie hingegen nicht infrage, da sie nicht für VR-Spiele und Social-VR ausgelegt sei.

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Die Innenseite der VR-Brille: Focus 3 soll ein weiteres Sichtfeld bieten als Quest 2.  | Bild: HTC

Carlton lobt das neue, leichtgewichtige Design und die hervorragende Gewichtsverteilung, den mechanischen IPD-Regler, den ausdauernden Akku der VR-Brille und VR-Controller, die Auflösung und das weite Sichtfeld. Die integrierte Audio-Lösung sei exzellent und störe die Umgebung kaum. Die vom Lüfter erzeugte leichte Brise spüre man, das Surren sei jedoch nicht weiter störend. Das Tracking bezeichnet der Tester als eindrücklich: Probleme gab es ebenso wenig wie Verzögerungen.

Alles in allem sei die Vive Focus 3 eine exzellente Lösung für Unternehmen.

Quellen: Tom’s Hardware, CNET, Techradar, VRScout, Titelbild: HTC

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