Die Tourismusbehörde der Färöer-Inseln zeigt sich erneut kreativ: Nach Google Sheep View kommt jetzt Remote Tourism – ein ferngesteuerter Guide, der euch Live-Bilder auf das Smartphone liefert.

Die aktuelle Weltlage lässt derzeit keine Urlaubsreisen zu. Wer trotzdem nicht auf fremde Länder und schöne Landschaften verzichten will, darf aufatmen: Die Färöer Inseln wollen Touristen auch in Zeiten eines Einreiseverbotes nicht vollends aussperren.

Also schicken sie Insel-Bewohner mit einer GoPro-Kamera auf dem Kopf durch die einzigartige Landschaft – ferngesteuert von euch und eurem Smartphone.

Die Färöer Inseln – unberührtes Land und jede Menge Schafe

Sattes grünes Gras, hohe Berge, tiefe Täler und enge Fjorde – das zeichnet die Färöer Inseln aus. Die Landschaft ist geprägt von Vulkanen und Gletschern und für mildes Klima und ständig wechselndes Wetter bekannt.

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Der virtuelle Guide springt auch über schmale Flüsse für euch. BILD: Kirstin Vang / Visit Faroe Islands

Die Färöer bestehen aus 18 Inseln mit einer Gesamtfläche von 1.399 Quadratkilometern, die durch Meerengen und Fjorde geteilt werden. Weite Teile von nahezu unberührter Landschaft beheimaten etwa 80.000 frei lebende Schafe – bei nur 52.199 menschlichen Einwohnern.

So steuert ihr die Einwohner der Färöer-Inseln durch die Landschaft

Jeden Tag um 17 Uhr Ortszeit geht einer dieser Bewohner, genannt Färinger, für eine Stunde auf Wanderung. Jeder virtuelle Reisende, der sich vorher auf der Website von Remote Tourism registriert hat, darf während dieser Zeit eine Minute lang die Steuerung übernehmen. Eine GoPro auf dem Kopf des virtuellen Guides liefert Live-Bilder auf euer Smartphone.

Wie bei Mobile-Games üblich, habt ihr auf eurem Touch-Display ein Steuerkreuz, mit dem ihr den Guide direkt lenken könnt. Drückt ihr nach links, geht der Guide nach links. Drückt ihr nach vorn, geht er auch nach vorn. Drückt ihr auf Springen, dann springt er.

Solange ihr euren Guide nicht in Gefahr bringt, führt er alle eure Kommandos umgehend aus. Sogar ein Helikopterflug ist möglich. Die virtuelle Tour zeigt euch zerklüftete Berge, Wasserfälle oder die traditionellen Grasdachhäuser der Färinger. Wichtige Sehenswürdigkeiten und die Hauptstadt Tórshavn stehen natürlich auch auf dem Programm.

Visit Faroe Islands: Vom Live-Übersetzer bis Google Sheep View

Guðrið Højgaard, Chefin des Initiators Visit Faroe Islands, will mit dieser Aktion nicht nur die Färöer Inseln bewerben. Sie glaubt, mit Remote Tourism den Menschen während der Ausgangsbeschränkungen zu willkommener Ablenkung zu verhelfen.

“Wir glauben, dass unsere abgelegenen Inseln der perfekte Ort sind, um die Menschen in der Abriegelung zu inspirieren – und natürlich hoffen wir, sie persönlich begrüßen zu können, sobald alle wieder frei reisen können.”

Der virtuelle Guide ist nicht die erste kreative Aktion der einheimischen Touristenbehörde. Da Google Translate bis heute kein Färöisch kann, nahm Visit Faroe Islands das selbst in die Hand und schuf Faroe Islands Translate.

Auf der Website dürft ihr, wie bei Google Translate, Sätze eingeben, die euch dann Färinger in kurzen Video-Clips übersetzen. Die Auswahl ist natürlich begrenzt.

Um Google auf die Inseln zu lotsen, damit sie die einzigartige Landschaft für Google Street View aufzeichnen, riefen die Färinger Google Sheep View ins Leben. Ein Schaf lief, ausgestattet mit einer 360-Grad-Kamera auf dem Rücken, über die Inseln und lieferte Bilder.

Die Idee beeindruckte Google und im August 2016 kam die Alphabet-Tochter endlich auf die Insel-Gruppe. Mit der VR-App Wander könnt die Eindrücke der Färöer Insel von Google Street View auch in Virtual Reality erleben.

Titelbild: Kirstin Vang / Visit Faroe Islands

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