In der VR-Brille werden Menschen mit Essstörungen an für sie bedrohliche Szenarien gewöhnt. Das soll nach und nach Ängste abbauen.

Das Wall Street Journal berichtet über Psychologen, die die VR-Brille als ergänzendes Instrument bei der Behandlung von Essstörungen einsetzen.

In VR werden Patienten in für sie bedrohliche Szenarien versetzt: Beispielsweise in ein Fast-Food-Restaurant oder eine Umkleidekabine. Die Ärzte nutzen spezielle Therapiesoftware, mit der sie einzelne Parameter in der Umgebung granular verändern können wie die Kaloriendichte der Mahlzeit, die serviert wird oder die Umfänge des virtuellen Spiegelbildes in der Umkleidekabine.

Mit der stufenweisen Steigerung der Konfrontation soll Patienten die Furcht nach und nach abtrainiert werden. Die Drohszenarien werden ergänzend ausgeglichen durch entspannende Situationen, zum Beispiel an einem virtuellen Strand.

Der Psychologe Howard Gurr, der mit VR-Brille praktiziert, berichtet von größeren Erfolgen bei der VR-unterstützten Therapie von Essstörungen. 90 Prozent der Patienten könnten erfolgreich behandelt werden, so die Behauptung. Allerdings wird Erfolg in dem Bericht nicht näher definiert, ebenso wenig wie der Zeitraum, in dem die Patienten stabil bleiben oder ob sie die Essstörung dauerhaft überwinden können.

Die Rückfallquote bei herkömmlichen Therapien für Essstörungen sollen laut einer Untersuchung aus 2014 bei circa 50 Prozent oder darüber liegen, betrachtet über einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren.

Ärzte können Therapiesoftware bei Anbietern wie Psious oder Limbix einkaufen. Sie bieten verschiedene Pläne an, je nach Bedarf der Praxis. Abhängig vom Nutzungsumfang liegen die Preise zwischen 40 US-Dollar pro Monat und 1300 US-Dollar im Jahr.

Der Software-Entwickler Psious untersucht die bei unterschiedlichen VR-Therapien gewonnenen Daten auf Muster, um das Behandlungsprogramm zu verbessern.

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