Virtual-Reality-Uni: Dieses Seminar besucht ihr mit VR-Brille

Virtual-Reality-Uni: Dieses Seminar besucht ihr mit VR-Brille

Virtual Reality ist nutzerfreundlich und erschwinglich geworden. Die VR-Brille hat so das Potenzial, ein neues, wertvolles Unterrichtsmittel zu werden. Die Uni Stanford macht es vor.

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An der Stanford University wird ein außergewöhnliches Seminar angeboten: Studierende nehmen an Exkursionen ins Weltall teil, lernen Football spielen, schlüpfen in die Rolle von Menschen anderer Hautfarbe und diskutieren Schulter an Schulter ohne Ansteckungsgefahr. Virtual Reality macht es möglich.

Das Seminar „Virtual People“ ist der angesagte Kurs auf dem Stanforder Campus. Mehrere hundert Studierende nahmen bereits an dem Unterricht teil, der fast ausschließlich in Virtual Reality stattfindet. Allein im Sommer verbrachten sie 60.000 Stunden in digitalen Lernumgebungen. Diesen Herbst werden es 140.000 Stunden.

„Meines Wissens hat in der Geschichte der Virtual Reality und der Lehre noch niemand Hunderte Studierende Monate am Stück mit VR-Brillen vernetzt. Das ist Virtual Reality in einer unglaublichen Größenordnung“, sagt der Kursleiter Jeremy Bailenson.

VR-Brillen sind nicht mehr nur fürs Spielen da

Bailenson ist Professor für Kommunikation, Mitautor des VR-Standardwerks Infinite Reality (Amazon-Link) und Gründer des Stanforder Virtual Human Interaction Lab (VHIL), das seit 2003 die psychologische Wirkung von Virtual Reality auf die Selbst- und Fremdwahrnehmung untersucht.

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Die Seminarteilnehmer treffen sich und lernen in virtuellen Umgebungen. | Bild: Tobin Asher/VHIL

Bailenson veranstaltet das Seminar seit knapp 20 Jahren und bis vor wenigen Jahren konnten die Studierenden nur für kurze Demonstrationen vor Ort in die Virtual Reality tauchen. Der Grund: Die Technologie war selten, exorbitant teuer und dem Militär, Laboren und Elite-Unis wie Stanford vorbehalten.

In den letzten Jahren hat sich das geändert. Heute sind VR-Brillen (Vergleich) gereift, in Elektronikgeschäften erhältlich und kosten nur wenige hundert Euro. Der größte VR-Investor Meta pumpt Milliarden in die Entwicklung der Technologie. Der Konzern gab kürzlich eine geplante Investition über 150 Millionen US-Dollar in VR-Lernanwendungen bekannt.

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Lernen durch Erfahrung: Studierende sind begeistert

Nach einem Jahr Pandemie und erzwungenem Fernunterricht konnte Bailenson die Uni davon überzeugen, etwas Neues auszuprobieren und die Studierenden in VR zusammenzubringen. Stanford schickte den Kursteilnehmer:innen VR-Brillen und so wurde der Unterricht fortan in digitalen Räumen durchgeführt.

„In meinem Seminar probieren die Schüler VR nicht nur ein paar Mal aus. VR ist das Unterrichtsmedium“, sagt Bailenson.

Am Kurs nehmen Studierende sehr unterschiedlicher Studienrichtungen teil: Wirtschaft, Politikwissenschaften, Biologie, Informatik, Film- und Medienwissenschaften, Psychologie und Soziologie. Der Kurs untersucht die wachsende Rolle des neuen Mediums auf die Populärkultur, den Maschinenbau, die Verhaltensforschung und Kommunikation.

„Das Seminar basiert auf der Learning-By-Doing-Methode und erlaubt Studierenden, Anwendungen zu erleben und zu entwickeln, von denen sie früher nur lesen konnten: von therapeutischer Medizin über Sporttraining bis hin zur Vermittlung von Empathie“, sagt Bailenson.

Die Informatik- und Kommunikationsstudentin Hana Tadesse ist eine von vielen Kursteilnehmer:innen, die vom Seminar inspiriert wurde. „Es gibt keinen besseren Weg, etwas zu lernen, als es selbst zu erfahren und das ist es, was das Seminar bietet“, sagt Tadesse.

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