Das Museum of Other Realitites ist eine ganz besondere Kunstgalerie. Sie zeigt Kunst, die in der physischen Wirklichkeit nicht existiert.

Ich setze mir die VR-Brille auf und betrete das Museum durch ein Portal. Vor mir tut sich eine Architektur auf, die zwar extravagant ist, aber nicht so extravagant, dass sie in der Realität nicht nachgebaut werden könnte.

Hier wie dort wandle ich durch miteinander verbundene, große Räume und betrachte eine Reihe von Kunstwerken. Die sind jedoch digitalen Ursprungs und mit digitalen statt physischen Werkzeugen geschaffen.

Die meisten Ausstellungsstücke sind in der Virtual Reality für Virtual Reality gemacht. Von Tilt Brush über Quill und Medium bis hin zu Google Blocks: Hier ist die ganze Bandbreite an VR-Kreativwerkzeugen vertreten. Das erstaunt nicht, versteht sich das Museum of Other Realities doch als Virtual-Reality-Museum, in dem die meisten Werke dreidimensional sind und teilweise sogar betreten werden können.

So kann man sich beispielsweise in eine mit Tilt Brush kunstvoll gezeichnete 3D-Landschaft des Künstlers Micah404 hineinteleportieren. Dabei schrumpft man auf Ameisengröße und sieht selbst kleinste Figuren in vollen Details und Lebensgröße vor sich (siehe Artikelbild).

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“Neo-Hanuka” von Micah404, mit Tilt Brush gezeichnet. BILD: Screenshot von MIXED.de.

Eine weitere sehenswerte Arbeit ist das Kunstwerk des Hollywood-Tricktechnikers und Künstlers Kevin Mack, das dank prozeduraler Generierung ständig neue Formen und Farbmuster annimmt und so eine hypnotische Wirkung auf den Betrachter entfaltet. Mack ist Entwickler der VR-App Blortasia, in der man ein endloses Universum solcher Gebilde erforschen kann.

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“Blort” von Kevin Mack. BILD: Screenshot von MIXED.de

Während man in einem echten Museum tunlichst vermeiden sollte, ein Kunstwerk zu berühren, wird man im Museum of Other Realities teilweise sogar dazu aufgefordert. Der britische Ingenieur und Künstler Sean Tann ist Entwickler des VR-Partikelsimulators Chroma Lab und extrahierte für sein Kunstwerk Chroma Lab Mini einen tanzenden, bunten Partikelhaufen, der sich physikalisch korrekt bewegt, wenn man ihn mit den virtuellen Händen berührt.

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“Chroma Lab Mini” von Sean Tann. BILD: Screenshot von MIXED.de

Im Ausbau befindlich

Das Museum of Other Realities erschien Ende Juni im frühen Zugriff und zeigt aktuell Arbeiten von zwölf Künstlern. In den nächsten Monaten sollen laufend neue Ausstellungen hinzukommen. Das Museum wird entsprechend architektonisch erweitert. Ebenfalls geplant sind eine verbesserte Bedienoberfläche und verfeinerte Avatare, denn das virtuelle Museum kann mit anderen VR-Nutzern besucht werden.

Das Projekt läuft schon seit zwei Jahren und dient zwei Zwecken: Es soll den Austausch zwischen VR-Künstlern fördern und eine öffentlich zugängliche Plattform für deren Kunst bieten.

Ins Leben gerufen wurde das Museum of Other Realities von Colin Northway, dem Entwickler des VR-Spiels Fantastic Contraption. Ihn faszinierte VR-Kunst noch stärker als VR-Spiele, sodass er eine Plattform für solche einzigartigen VR-Erfahrungen schuf.

Museum of Other Realities ist für Valve Index, HTC Vive und Oculus Rift bei Steam erhältlich. Der Preis beträgt 17 Euro. Mit den Einnahmen werden die  mitwirkenden Künstler unterstützt. Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Internetseite.

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MIXED-Podcast #150: Valve Index und Apples AR-Augen | Alle Folgen


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