Virtual Reality-Fitness: Wie steht es um die Langzeitmotivation?

Virtual Reality-Fitness: Wie steht es um die Langzeitmotivation?

Josef zerdeppert immer noch Leuchtkugeln und tanzt zum Beat von FitXR. Aber wie steht es mit der Motivation? 

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Die Weihnachtszeit ist lang vorbei, aber die Plätzchenwampe begrüßt mich weiterhin jeden Morgen - auch wenn sie bei genauem Hinschauen nicht mehr ganz so prominent im Raum steht wie Anfang Januar. Nach drei Wochen Fitness in der Virtual Reality fühle ich mich jedenfalls deutlich besser, so viel sei schon mal verraten.

Rücken und Nacken wetteifern nicht mehr verbissen um den Titel des verspanntesten Körperteils und das Plus an Bewegung tut auch der Seele gut. Dennoch machen sich langsam Zweifel in mir breit, ob ich mit FitXR allein glücklich werde. Zeit für ein Zwischenfazit.

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40 Kilogramm leichter dank VR-Fitness: Eine (externe) Success-Story

Vielleicht liegt es einfach nur an mir und ich bin und bleibe ein unverwüstlicher Bewegungsmuffel. Aber andere können es doch auch. Christine Whyte zum Beispiel. Die alleinerziehende Mutter erzählte ihre Geschichte im Januar dem VR Fitness Insider. Eine Kombination aus Kalorienzählen und täglich einer Stunde FitXR soll sie innerhalb eines Jahres um fast 40 kg erleichtert haben.

Zuvor habe sie Fitnesstraining vor allem in der Öffentlichkeit gemieden: „Ich hatte eine irrationale Angst davor, von anderen beurteilt zu werden“, erklärt die heute 39-jährige. Sie habe befürchtet, als „verschwitztes, pummeliges Mädchen“ ausgelacht zu werden. Reale Fitnessstudios wären deshalb tabu.

VR-Fitness-Training habe ihr geholfen, dieser Angst zu entgehen und ihr ermöglicht, privat in den eigenen vier Wänden zu trainieren. Heute sei sie in der Form ihres Lebens und könne sogar weitgehend auf ihren Asthma-Inhalator verzichten.

Kann mich VR-Fitness langfristig motivieren?

Natürlich wirkt Christines Geschichte wie jede x-beliebige Success-Story eines Fitness- oder Diätanbieters. Dennoch zeigt sie einen der ganz großen Vorteile eines VR-Fitnesskurses auf: Ich kann ihn jederzeit in meinem Wohnzimmer besuchen. Aber tu ich das auch?

Ich habe mir schon beim Startschuss für meinen VR-Fitness-Langzeittest die Frage gestellt, ob VR-Fitness das schafft, woran reale Fitness-Kurse gescheitert sind und mich langfristig bei der Stange hält. Die Antwort: Jein.

Ich bin überzeugt davon, dass Virtual Reality das Potenzial hat, mich zu einem fitteren Menschen zu machen. Gleichzeitig bin ich mir schon nach drei Wochen sicher, dass FitXR allein nicht reichen wird. Es ist zu nah an der Realität.

VR-Fitness könnte so viel mehr sein als langweilige Gymnastik

Meine längste Serie, in der ich beinahe jeden Tag Fitnesstraining machte, waren bisher anderthalb Jahre. Danach kam ich nie mehr über ein paar Monate am Stück hinaus, bis ich wieder das Handtuch warf. Ein Hauptgrund dafür ist sicherlich meine Abneigung gegenüber stoischem Abarbeiten repetitiver Übungen. Der schreibe ich auch primär die heutige Abwesenheit eines Sixpacks zu.

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Ja, das HIIT-Training in FitXR ist intensiv. Aber bleibt es auch langfristig spannend?

FitXR tänzelt bei mir schon zum jetzigen Zeitpunkt auf der Grenze zur Langeweile. Klar, ich absolviere momentan noch die Anfängerkurse und die sind für einen unfitten Bürohengst wie mich schon ziemlich Muskelkater-fördernd.

Aber es gibt eben nur die drei Grundübungen Tanz, Boxen und HIIT. Die werden mit der Zeit intensiver, aber sie setzen mich nicht plötzlich in eine knallbunte Fantasy-Welt oder servieren mir einen spannenden Plot à la Half-Life: Alyx. Wahrscheinlich wäre VR-Fitness überzeugender, wenn ich nicht wüsste, dass Virtual Reality mehr kann, als nur Leuchtkugeln nach mir zu werfen.

Ja zu Virtual Reality-Fitness, aber bitte mehr Abwechslung

Nach drei Wochen VR-Fitness habe ich also beschlossen, der Sache mehr Würze zu verleihen. Schon nach den ersten FitXR-Kursen, bei denen ich es deutlich übertrieben habe und kurz vor der Ganzkörperzerrung stand, habe ich mir vor jeder Einheit ein Warm-up verschrieben. Besonders für Einsteiger:innen ist das Aufwärmen ein Muss – glaubt es meinem Nacken, der drei Tage lang nahezu steif war. Es steht also schon jetzt Stretching in der Realität mit auf dem Plan.

Damit der Fokus auch weiterhin auf der VR-Brille liegt und ich mich trotzdem nicht langweile, wärme ich mich ab sofort mit einer Runde Synth Riders auf. Das greift zwar auch nur die Beat Saber-Formel auf und schickt mir bunte Kugeln, die ich im Rhythmus zerdeppern soll. Aber es hat deutlich bessere Songs zu bieten als der grausam langweilige FitXR-Soundtrack.

Wer weiß, vielleicht kommt nächste Woche eine Partie Until You Fall dazu. Die Roguelite-Action soll mit eines der bewegungsintensivsten VR-Spiele überhaupt sein und meine knallbunte Fantasy-Welt hätte ich dann auch.

Ich hänge am Haken, VR-Fitness. Du musst mich nur noch endgültig an Land ziehen. Ich weiß, dass du es kannst.

Das komplette Selbstexperiment in fünf Teilen: