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Virtual Desktop: Entwickler reduziert Online-Zwang

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20. Dezember 2022:

Nach viel negativem Feedback hat Guy Godin mittlerweile ein weiteres Update für Virtual Desktop ausgerollt, das den Online-Zwang zumindest größtenteils entfernt (Version 1.25.10). Eine Verbindung zum Internet ist neuerdings nur noch beim ersten Start der App oder nach einem Software-Update nötig.

So lässt sich das Programm auch offline betreiben, etwa unterwegs mit einem Notebook. Quest-Nutzende können das Update ab sofort auf ihrer VR-Brille installieren. Die Streamer-App auf dem PC aktualisiert sich nach der Verbindung des Headsets automatisch. Ein entsprechendes Update für Pico-Geräte folgt nach der Freigabe durch den Hersteller.

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Wer künftig Virtual Desktop nutzt, braucht eine Internetverbindung. Der Entwickler möchte damit Raubkopien unterbinden.

Virtual Desktop gehört zu den beliebtesten VR-App. Mit ihr kann man seinen Windows-Rechner in der Virtual Reality nutzen, Filme und 2D.Spiele in virtuellen Heimkinos genießen und PC-VR-Spiele in die VR-Brille streamen. Im Quest Store rankt Virtual Desktop unter den 20 erfolgreichsten Premium-Apps, geht man nach der Anzahl Bewertungen.

Vergangene Woche erschien ein neues Update für Virtual Desktop, das laut Entwickler Guy Godin eine PC-seitige Leistungssteigerung von bis zu 20 Prozent bringt.

Eine andere, außerordentliche Neuerung wird in den Versionshinweisen der Quest-2-Version nicht erwähnt: Virtual Desktop setzt jetzt eine Internetverbindung voraus. Nur auf dem Discord-Server der VR-App ist die Neuerung dokumentiert. Dort heißt es wörtlich:

„Diese und zukünftige Versionen benötigen eine Internetverbindung, um eine Verbindung mit ihrem Computer herzustellen. Der gesamte Datenverkehr bleibt lokal. Das ist bedauerlich, aber die Piraterie ist zu einem echten Problem geworden, und dies ist die einzige Möglichkeit, auf Dauer kostenlose Updates zu bieten. Ich hoffe auf ihr Verständnis.“

Meta Quest 2: Wenn Sideloading missbraucht wird

Bei den Fans der VR-App schlug die neue Sicherheitsmaßnahme hohe Wellen. In einschlägigen Reddit-Foren wird für und wider den Online-Zwang argumentiert und einige Nutzer:innen schreiben, dass sie aus Protest eine Rückerstattung beantragt haben.

Godins Begründung legt nahe, dass Raubkopien erst seit Kurzem ein größeres Problem darstellen, jedenfalls für Virtual Desktop. Produktpiraterie begleitet die Quest-Plattform allerdings schon seit ihren Anfangstagen. Was nicht überraschen sollte: Die Quest-Plattform unterstützt Sideloading, also das Installieren und Nutzen von Inhalten am Meta Quest Store vorbei und öffnet der Produktpiraterie damit Tür und Tor.

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Auch sonst ist die Plattform derzeit kaum gegen Raubkopien geschützt. Ein erstaunlicher Umstand, wenn man bedenkt, wie klein und fragil das VR-Ökosystem ist und wie sehr Meta daran gelegen ist, dass Entwickelnde von ihren VR-Apps leben und die Plattform weiterhin mit Inhalten versorgen können.

Meta unternimmt wenig gegen Raubkopien

In den Missbrauchsrichtlinien warnt Meta vor Produktpiraterie und droht Raubkopierer:innen mit der Sperrung von Konten oder Anzeigen. Bislang hörte man jedoch keine Berichte, dass das Unternehmen gegen Missbräuche vorgeht.

Bislang verfolgte Meta einen weichen Ansatz und führte mit dem App Lab eine Möglichkeit ein, weitgehend unkuratierte Inhalte ohne Sideloading auf Meta Quest 2 zu installieren, wohl in der Hoffnung, dass das Interesse an Apps aus unbekannten Quellen nachlässt. Zusätzlich gibt es seit Kurzem die Option, einige VR-Spiele kostenlos auszuprobieren.

Für Meta wäre es ein Leichtes, stärker durchzugreifen und Sideloading strikter zu reglementieren oder ganz zu unterbinden. Dies würde Meta jedoch den Vorwurf einbringen, das Ökosystem noch stärker gegen außen abzuschließen.

Ein Schritt, der im Widerspruch stünde zu Mark Zuckerbergs Äußerung, eine XR-Plattform aufbauen zu wollen, die einem Android der XR-Ära gleichkäme, in Abgrenzung zu Apples Ökosystem-Ansatz.

Meta Quest 2 bestellen

Alle Informationen zur Meta Quest 2 findet ihr in im verlinkten Test.

Quellen: Twitter, Reddit