Ende Juni erscheint die Highend-VR-Brille Index von Valve. Der Kultentwickler und Betreiber der Spieleplattform Steam will mit ihr noch mehr PC-Gamer ins VR-Boot holen. Die schreckt vor allem eines ab: der hohe Preis.

Wer sich als VR-Neuzugang das Index-Gesamtpaket holt, wird mit 1.080 Euro zur Kasse gebeten. Das ist mehr als vor drei Jahren ein brandneues HTC-Vive-System kostete. Weiter wird ein VR-tauglicher PC benötigt, der die Anschaffungskosten noch höher treibt – sofern man nicht schon entsprechend ausgerüstet ist.

Schenkt man der US-Presse Glauben, dann ist Valve Index ein beeindruckendes Stück VR-Technologie. Ob das System VR-Zögerer dazu bringt, nun doch den Sprung zu wagen, darf allerdings angezweifelt werden. Das legen zumindest die News-Kommentare der größten Valve-Zielgruppe nahe: die der Computerspieler.

Highend-VR zum Highend-Preis

Gemessen am Preis bringe die Index-Brille dann doch nicht den erwarteten technischen Fortschritt, meint etwa Gamestar-Leser Hebelman: “Dann hole ich mir doch eher die Oculus Quest für den kurzen Zwischendurch-Spaß. Solange kein nennenswerter Sprung zu sehen ist, macht die Quest für mich wesentlich mehr Sinn als bei einer VR-Generation 1.5 viel Geld zu verbraten.”

Ein anderer Leser meint, dass mindestens noch fünf Systemseller erscheinen müssten, bevor er bereit wäre, VR auch nur anzurühren. Valve arbeitet laut eigenen Aussagen an mehreren VR-Spielen und ein Flaggschiff-Titel soll noch dieses Jahr erscheinen. Um was für ein Spiel es sich handelt, weiß man allerdings nicht.

“Zu diesem Preis sind VR-Brillen immer noch meilenweit vom Massenmarkt entfernt”, meint Gamestar-Leser Anberlin. “Im Grunde hat sich da seit Einführung nichts verändert. Für den Normalanwender einfach vollkommen utopisch und eher noch immer etwas für Enthusiasten.”

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Index glänzt mit weitem Sichfeld und innovativen VR-Controllern. Das Gesamtpaket ist mit 1.080 Euro recht teuer. Bild: Valve

Valve Index braucht starke Software

Leser der PC Games hauen in die gleiche Kerbe. Sie fordern VR-Software, die man unbedingt haben muss. “Valve braucht ein immens gutes Zugpferd. Sonst bleibt das was für Liebhaber und Geschäftskunden”, meint etwa Loosa.

Forennutzer 1xok meint, dass er zu diesem Preis zuschlagen würde, falls die Gesamterfahrung stimmt.

“Mal ketzerisch gefragt: Wozu benötigt man ansonsten noch einen neuen Gaming-Rechner? Klar, Tomb Raider in 4K sieht sicherlich bombastisch aus. Aber mal ehrlich: Das ist doch alles ausgelutscht. Dafür Tausende von Euro auszugeben, das kostet mich mehr Überwindung, als wenn ich weiß, in was ich investiere.”

Er werde die gekaufte VR-Technologie jahrelang nutzen und rechnet in Bezug auf Valve mit einem “Apple-Effekt”: Hard- und Software käme von ein- und demselben passionierten Hersteller.

Macht es Oculus besser?

IGN-Leser Impurekind findet die technischen Spezifikationen der Index ordentlich, merkt aber an, dass das System mehr als doppelt so viel kostet wie Oculus Rift S. “Das ist weit jenseits dessen, was ich zu zahlen bereit bin. Also bin ich raus.”

Einige Leser der britischen Eurogamer wollen sich stattdessen eine Oculus Quest holen oder auf eine Playstation VR 2 warten. Ein Nutzer schreibt:

“Tut mir leid, aber der Preis ist lächerlich. Virtual Reality steckt noch immer in den Kinderschuhen und dieser Preis schreckt die Leute ab. Oculus hat einen besseren Ansatz: So viele VR-Brillen wie möglich verkaufen und diese dann schrittweise weiterentwickeln.”

Eurogamer-Leser Patchbox360 hat einen wertvollen Tipp für Valve: “Bringt Half-Life 3 mit der VR-Brille und das Geld klingelt in der Kasse.”

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Die Index-Controller werden an die Hand geschnallt, so können sie nicht herunterfallen, wenn man sie öffnet. Fingerbewegungen erkennen die Controller ebenfalls. Das Urteil darüber, was die Controller fürs VR-Gaming bringen, steht allerdings noch aus. Valve will eigentlich für die Controller gemachte VR-Software zeigen, schweigt sich zu dieser aber noch aus. Bild: Valve

Auch VR-Enthusiasten reagieren mit Zurückhaltung

Und was meinen die MIXED-Leser? ARK0047 findet den Preis für die VR-Brille in Ordnung, das Zubehör jedoch überteuert (jeweils circa 300 Euro für ein Paar Index-Controller oder zwei Basisstationen).

Das Zubehör würde das Preis-Leistungs-Verhältnis nach unten ziehen, findet Leser Kai. “Jetzt kommt es darauf an, wie Linsen, Displays und Gesamterlebnis wirken. Damit steht und fällt alles. Die vom Preis geweckten Erwartungen kann man da kaum erfüllen.”

Den VR-Enthusiast Tommel freut es, dass sich jemand um die Highend-Nische kümmert und merkt an, dass man sich zum gleichen Preis eine Oculus Quest und Rift S kaufen kann und Zugriff auf Oculus-Exklusivtitel hat.

MIXED-Leser Stefan meint, er werde bis Jahresende abwarten und schauen, wie sich die Preise und die Oculus-Store-Kompatibilität entwickeln – und ob die Index-Controller wirklich so revolutionär sind, wie sie erscheinen.

Titelbild: Valve

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