Dank Valve neuestem SteamVR-Update haben Valve-Index-Nutzer jetzt den 3D-Durchblick. Ich habe ihn ausprobiert.

SteamVR bietet bereits seit dem Release der HTC Vive einen Passthrough-Modus für die integrierte Kamera an – oder Room View, wie Valve es nennt. Auf Doppeldruck der SteamVR-Taste öffnet sich wahlweise ein einfaches Kamerafenster, das an den Controller befestigt ist, ein kompletter Durchblick, in dem alle Objekte Tron-artig durch farbige Linien umrandet dargestellt werden oder eine direkte farbige Kameraübertragung

Ein Nutzer bei YouTube demonstriert ausführlich die Fähigkeiten der in Vive integrierten Kamera.

Der Blick durch HTC Vives Monokamera im “Tron”-Modus, bei dem Konturen der Umgebung farblich hervorgehoben werden. Seitdem hat sich qualitativ einiges getan. | Bild: YouTube

Nach dem Marktstart der ersten VR-Brillen mit zwei Frontkameras – konkret der HTC Vive Pro – begann Valve mit der Implementierung eines rudimentären 3D-Modus für Room View. Wahlweise wird so die Liniendarstellung oder die farbige Kameraübertragung in 3D dargestellt.

Dieser Modus stellt die Umgebung zwar in 3D dar, allerdings passt die Darstellung im Display nicht mit der tatsächlichen Entfernung von Objekten überein. Dadurch fühlt sich der Brillen-Blick in die Realität seltsam fremd an und eine natürliche Interaktion mit der Umgebung ist nicht möglich. Dieser Modus wird auch von der Valve Index unterstützt und läuft offiziell unter dem Label “2D”.

Valve holt sich KI-Unterstützung an Bord

Mit SteamVR Update 1.13 veröffentlicht Valve jetzt einen perspektivisch korrekten 3D-Modus für Room View, mit dem alle Entfernungen und Größenverhältnisse wie in der Realität dargestellt werden sollen. Der neue Modus lässt sich in den Einstellungen der Kamera mit einem Klick auf “3D” aktivieren und ist laut Valve experimentell.

Für den 3D-Modus hat sich Valve mit Arcturus Industries und Occipital zusammengetan. Beide Unternehmen entwickeln KI-basierte Spatial-Computing-Software.

VR-Enthusiasten erinnern sich womöglich noch an den Tiefensensor “Structure Sensor” und die Smartphone-Halterung “Bridge”, mit der Occipital das iPhone 2016 zum waschechten VR- und AR-Headset umfunktionieren wollte.

Die echte Welt in der VR-Brille

SteamVRs Room View 3D ist aktuell nur für die Valve Index verfügbar. Das liegt vermutlich an der für die Index-Kameras spezialisierten Software: Man nutze Computer-Vision-Technologie, um eine akkuratere Repräsentation der Umgebung zu liefern, schreibt Valve.

Und das ist Valve gelungen: Problemlos konnte ich mein Smartphone vom Tisch aufheben, eine Kettlebell schwingen und meine Freundin auf Sicherheitsabstand halten. Für Room View ist das ein klarer Schritt nach vorne und reduziert die Notwendigkeit, die VR-Brille (Vergleich) vom Kopf zu nehmen, um beispielsweise kurz am Computer zu arbeiten oder einen Schluck zu trinken.

Experimentell ist 3D Room View noch, da es immer wieder zu Bildfehlern kommt. Besonders in der Bildmitte oder bei einem sich schnell bewegenden Arm sind Artefakte sichtbar und die Entfernungsdarstellung gerät durcheinander. Valve verspricht rasche Verbesserungen und bittet Nutzer um Feedback.

Titelbild: SadlyitsBradley  (Screenshot bei YouTube)

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