Mit Valves Index Controllern wird Fingertracking zum VR-Standard. Das Entwickerstudio Cloudhead Games durfte sich als erstes daran versuchen, das Potenzial der neuen Eingabegeräte zu ergründen.

Das Studio Cloudhead Games entwickelt die VR-Erfahrung “Aperture Hand Labs” speziell für die neuen Index Controller: Im Stil des Valve-Klassikers “Portal” führt sie mit viel Humor in die neuen Möglichkeiten der Hand- und Fingertracking-Controller ein.

Da die Controller am Handrücken festgeschnallt werden, kann man sie während des Spielens loslassen. Für Cloudhead-Chef Denny Unger ist allein das ein großer Fortschritt, der die Immersion verbessert:

“Die Controller loslassen und die Hände entspannen zu können, ist total angenehm, weil es die Abstraktion fürs Gehirn reduziert”, schreibt Unger bei Reddit. “Und ein reales Objekt umgreifen zu können, wenn man einen [virtuellen] Gegenstand greift, und für den Haptikeffekt sowie für Buttons, ergibt einfach Sinn.”

Die Index Controller bieten zwei wesentliche Neuerungen: Zum einen kann man sie fix am Handgelenk befestigen und so die Hand vollständig öffnen. Zum anderen bieten sie mittels kapazitiver Sensoren ein recht präzises Fingertracking. Bild: Valve

Die Index Controller bieten zwei wesentliche Neuerungen: Zum einen werden sie fix am Handrücken angeschnallt, sodass man die Hände vollständig öffnen kann, ohne dass die Controller herunterfallen. Zum anderen bieten sie mittels kapazitiver Sensoren ein recht präzises Fingertracking. Bild: Valve

Fingerpräsenz als Immersionsverstärker

Das Fingertracking vermisse man sofort, wenn es nicht mehr vorhanden sei, so Unger – sogar dann, wenn es keinen grundlegenden mechanischen Nutzen erfülle.

“Ich denke, es geht im Endeffekt um Präsenz und Immersion durch dieses Gefühl der Verbundenheit”, sagt Unger.

Festlegen will er sich nicht, ob Valves Fingertracking zum neuen Goldstandard für VR-Interaktion wird. Er erwarte aber, dass die Industrie eine Tendenz dahin entwickelt.

Langfristig, so Unger, könnten Eingabegeräte wie die Fingertrackingkamera Leap Motion oder haptische Exoskelett-Designs aktuelle VR-Controller ersetzen. “Aber das dauert noch eine Weile.”

Erste Randnotiz: Trotz der Nähe zu Valve zählt Cloudheads VR-Erfahrung nicht zu den drei neuen Valve-VR-Spielen, die das Unternehmen vor rund zweieinhalb Jahren erstmals versprach.

Zweite Randnotiz: Der Cloudhead-Twitter-Leak im Januar war authentisch. Laut Cloudhead hatte er jedoch seitens Valve keine Konsequenzen. Cloudhead-Chef Unger habe sich jedoch “wochenlang mies gefühlt”.

Die vollständige “Aperture Hand Labs”-Erfahrung kann man hier ansehen. Das folgende Video zeigt ein Making-of.

Quelle: Reddit; Titelbild: Valve

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