Beim Dreh des Animationsfilms “The Lion King” bewegte sich die Filmcrew per VR-Brille durch den virtuellen Dschungel.

In Hollywood hat sich die VR-Brille schon etabliert: Und zwar nicht (nur) als Abspielgerät für 360-Grad-Inhalte, sondern als Werkzeug bei der Produktion von neuen Filmen.

Diese werden bekanntlich immer häufiger und in weiten Teilen digital hergestellt. Digital bedeutet, dass die Kulissen, Szenen und Figuren im Film als 3D-Modell auf einem Computer liegen. Diese 3D-Modelle wiederum kann man mit der VR-Brille begehen.

Der Regisseur kann so in der digitalen Szene mit einer virtuellen Kamera die optimale Perspektive wählen – ähnlich wie bei einem realen Filmdreh. Steven Spielberg beispielsweise nutzte die Methode beim Dreh von “Ready Player One”.

Um die Oasis von Ready Player One besser zu verstehen, besuchten die Schauspieler sie mit VR-Brillen auf dem Kopf.

Ready Player One: Einige Szenen wurden tatsächlich mit VR-Brille gedreht. Bild: Warner Bros.

VR-Filmerei im großen Stil

Für “The Lion King” gingen Regisseur Jon Favreau und seine Crew offenbar noch einen Schritt weiter als Spielberg. Ohnehin ist Favreau bekannt als VR-Fan: Neben 360-Grad-Erfahrungen zum “Dschungelbuch” produzierte er die interaktive VR-Erfahrung “Gnomes & Goblins”.

Jetzt berichtet Entertainment Weekly von den Dreharbeiten zum Löwenkönig-Remake: Die Crew soll sich mit der VR-Brille in den 360-Grad-VR-Umgebungen des Films bewegt haben. Die einzelnen Crew-Mitglieder konnten sich dabei jeweils als Avatare ansehen und miteinander sprechen.

Innerhalb des digitalen Filmsets konnten die Filmemacher Perspektiven einnehmen, die bei einem realen Filmdreh ziemlich unmöglich wären: Der Reporter von Entertainment Weekly berichtet, wie er neben Favreau im Himmel gesessen und eine Szene aus der Vogelperspektive betrachtet hat. Die virtuelle Kamera steuerte der Regisseur dabei mit Handcontrollern so ähnlich wie eine echte Kamera.

Digitales Filmemachen in echt

Laut Favreau fühlt sich der Dreh eines Animationsfilms durch VR-Technologie mehr wie ein realer Filmdreh an: “Man hat eine richtige Crew, die mit dem Film interagiert, die Kameraentscheidungen wie an einem echten Drehort trifft, anstatt nur einen Typ, der vor einer Tastatur sitzt und Kamerabewegungen programmiert”, sagt Favreau.

“Manchmal folge ich dem Tier und es springt und ich verpasse die Aktion und wir müssen erneut drehen, und manchmal vermassele ich den Dreh und es sieht sogar noch besser aus”, sagt der mit Oscars prämierte Kameramann Caleb Deschanel.

Virtual Reality sei eher ein Werkzeug als das Endresultat, so Deschanel. Man müsse “darin leben”, den Filmort fühlen und dann entscheiden, was man darin auf welche Art zeigen wolle. “[…] man macht wirklich dasselbe wie bei einem echten Film”, sagt Deschanel.

Quelle: Entertainment Weekly, Titelbild: Disney

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