Tempel von Baalbek: Lohnenswerte VR-Reise in die Antike

Tempel von Baalbek: Lohnenswerte VR-Reise in die Antike

Die Tempelanlagen von Baalbek gehören zu den imposantesten Zeugnissen der Antike. Dank einer VR-App kann man die Bauwerke in ihrem ursprünglichen Zustand erleben. Deutsche Archäologen trugen maßgeblich zur Entwicklung der kostenlosen VR-Erfahrung bei.

Die Tempel von Baalbek wurden im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. gebaut und sind eine der größten religiösen Stätten des antiken Roms. Sie befinden sich inmitten der libanesischen Stadt Baalbek, die zu antiken Zeiten unter dem griechischen Namen Heliopolis („Stadt der Sonne“) bekannt war. Damals reisten die Menschen von weither, um das Orakel von Baalbek um Rat zu fragen. Heute stehen die Bauwerke, darunter das Jupiterheiligtum und der Bacchustempel, unter dem Schutz der UNESCO.

Die diese Woche erschienene VR-App Baalbek Reborn: Temples lässt die religiöse Stätte in ihrem ursprünglichen Glanz virtuell wiederauferstehen. VR-Nutzer können an einer geführten Tour durch die Tempelanlagen teilnehmen oder selbst wählen, über welche Sehenswürdigkeiten sie in welcher Reihenfolge mehr erfahren möchten.

38 Stationen bietet die Tour und jede wartet mit einem wissenschaftlich fundierten Audiokommentar auf, der die Besonderheiten des jeweiligen Objekts erläutert. Die einzelnen Stationen bestehen aus jeweils zwei 360-Grad-Ansichten: einem Rundum-Foto des heutigen Baalbek und einer digitalen 360-Grad-Rekonstruktion der Anlagen aus der exakt gleichen Perspektive. Nutzer können zwischen den Ansichten wechseln und sich so ein Bild davon machen, wie die Tempel einst ausgesehen haben mochten.

Baalbek_Reborn_Jupitertempel

Der Jupitertempel als 3D-Rekonstruktion. | Bild: Flyover

Basierend auf der Forschung deutscher Archäologen

Die wissenschaftliche Grundlage für die 3D-Rekonstruktionen stellten die Expertinnen und Experten des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), die seit 1998 an der Stätte arbeiten. Von ihnen stammt auch der Audiokommentar, der in deutscher, englischer, französischer und arabischer Sprache vorliegt.

„Das Faszinierende an Baalbek sind nicht nur die römischen Tempel, sondern auch die fast 10.000-jährige Geschichte“, sagt Margarete van Ess, Direktorin der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts und langjährige Leiterin der wissenschaftlichen Forschungen in Baalbek. „Als Archäologin habe ich anhand von Funden und Forschungsergebnissen häufig ein Bild vom damaligen Zustand dieses besonderen Ortes im Kopf. Dass die Tempel nun auch in der App Gestalt annehmen und so von Menschen in der ganzen Welt betrachtet werden können, ist fantastisch.“

Entwickelt wurde die VR-App von Flyover Zone, einem US-Unternehmen, das sich auf virtuelle Zeitreisen in die Antike spezialisiert hat. Baalbek Reborn: Temples läuft auf Smartphones und Tablets (Android, iOS), auf Macs und PCs (MacOS, Windows 10) und diversen VR-Brillen. Eine Übersicht der Plattformen samt Downloadlink gibt es auf der offiziellen Internetseite.

Quelle: Deutsches Archäologisches Institut, Titelbild: Flyover Zone

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