Wie sollen VR- und 2D-Interfaces verheiratet werden? Ein Valve-Programmierer macht einen interessanten neuen Vorstoß in diese Richtung.

Sowohl SteamVR als auch Oculus’ Rift-Plattform bieten die Möglichkeit, den PC-Desktop mittels virtueller Monitore in die Virtual Reality zu holen. Die Umsetzung ist jedoch sperrig: Man bewegt lauter 2D-Fenster in einer räumlichen Umgebung und bedient sie mit 3D-Controllern, die sich nur bedingt als Ersatz für Maus und Tastatur eignen.

Für Valve-Programmierer und XR-Enthusiast Joe Ludwig ist klar: Das geht besser. Zu diesem Zweck programmierte Ludwig das Interface-Layer Aardvark für SteamVR.

Ein webbasiertes Interface

Ludwig beschreibt Aardvark als eine AR-Schicht für Virtual Reality, das die nahtlose Integrierung von Mini-Apps ins SteamVR-Interface erlaubt. Nutzt man diese Mini-Apps oder “Gadgets“, wie sie Ludwig nennt, so treten sie in AR-Manier aus der VR-Welt hervor, in der man sich gerade befindet.

Gadgets werden als räumliche Interface-Elemente vorgestellt, die einen VR-nativen Zugriff auf Apps wie Spotify oder Youtube, Funktionen wie E-Mails und Kalender sowie soziale Netzwerke erlaubten und für 3D-Controller statt Maus und Tastatur optimiert wären.

Aardvark ist webbasiert und unterstützt HTML, CSS und Javascript. Gadgets funktionieren laut Ludwig wie Browsertabs, die mit einem Buchzeichen versehen, jederzeit wieder geöffnet und per URL geteilt werden können. Die Gadgets können außerdem ohne vorherige Installation ausgeführt werden. Das Interface ist laut Ludwig so programmiert, dass sich Gadgets nicht gegenseitig in die Quere kommen oder die Sicht auf die VR-Welt versperren.

Ist Aardvark Teil von Steam 2.0?

Aardvark ist ein Open-Source-Browser, der auf Basis von Windows läuft und mit jeder SteamVR-App und SteamVR-kompatiblen VR-Brille funktioniert. Die Alpha-Version steht samt Anleitungen auf Github zur Verfügung.

Da die Gadgets selbst erst noch entwickelt werden müssen, veranstaltet das Aarkvard-Team vom 25. bis 27. September einen Hackathon, für den man sich online anmelden muss.

Anfang 2020 kündigte Valve für das gleiche Jahr SteamVR 2.0 an und schrieb, dass das Team hart daran arbeite, “das Nutzererlebnis weiter zu verbessern”.

Das Aarkvard-Interface passt in diese Kategorie, ist laut Ludwig jedoch kein Valve-Projekt. “Ich kassiere alle Anerkennung und alle Schmach”, schreibt Ludwig auf Reddit. Das Projekt dürfte sich folglich erst beweisen müssen, bevor es für eine offizielle SteamVR-Integration in Frage kommt.

Quelle: Joe Ludwig @ Medium, Titelbild: Valve

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