Update vom 23.11.2020: Quest 2-Eindrücke ergänzt

Nach Vader Immortal versucht sich Lucasarts’ XR-Studio ILMxLAB an einem neuen, VR-exklusiven Star Wars-Abenteuer. Lohnt sich der Ausflug nach Batuu?

In Tales from the Galaxy’s Edge (Abkürzung: TGE) schlüpfen VR-Spieler in die Rolle eines unscheinbaren Droidenmechanikers, der auf einem alten Frachtraumschiff arbeitet. Die Handlung beginnt, als man nahe des Planeten Batuu von Weltraumpiraten angegriffen wird, die eine wertvolle Fracht im Raumschiff vermuten.

In der Hitze des Gefechts wirft man die Fracht ab und verlässt mit einer Rettungskapsel das Raumschiff. Auf dem grünen Planeten gestrandet, geht es daran, die geheimnisvolle Fracht zu bergen, bevor es die Weltraumpiraten und deren skrupellose Anführerin Tara Rashin tun.

Ein sechsäugiger Bartender

Bevor das Abenteuer beginnt, landet man in einer Kneipe im Herzen des Black Spire Außenpostens, einer Siedlung auf dem Planeten Batuu. Die Bar ist der Cantina auf Mos Eisley nachempfunden. Wer außerirdische Spezies, exotische Musik und eine ausgelassene Stimmung erwartet, wird enttäuscht: Die Schenke ist leer bis auf seinen Besitzer, den Bartender Seezelslak.

Nachdem man in der Bar vom Droidenmechaniker Mubo entsprechend instruiert wurde, geht es in die Wildnis von Baatu. Den Black Spire Außenposten sieht man nur von einem Fenster der Bar aus: Aus der Kneipe treten und die Siedlung erforschen kann man nicht.

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In Seezelslaks Bar ist nicht viel los. | Bild: ILMxLAB

Blaster statt Lichtschwert

In den nächsten zweieinhalb Stunden ballert man sich mit verschiedenen Blastern durch eine Reihe schlauchartiger Level. Hier trifft man auf eine Handvoll Gegnertypen, die einem nicht viel abfordern. Wird man von den Soldaten, Drohnen und einheimischen Kreaturen übermannt, kann man bis zu drei fliegende Droiden an seiner Seite kämpfen lassen. Sie folgen einem auf Schritt und Tritt und greifen automatisch Gegner an.

Die Blaster verbrauchen viel Energie. Ist diese aufgebraucht und das passiert recht schnell, muss man sich neue Waffen besorgen. Zum Glück kann man Waffen toter Gegner auflesen, denn die gibt es in Hülle und Fülle.

Für etwas Abwechslung neben der Ballerei sorgt das Multi-Werkzeug, das je nach Situation als Schraubenzieher oder Schneidbrenner zum Einsatz kommt. Mit diesem verschafft man sich Zugang zu Elektronik und Ausrüstungskisten oder repariert beschädigte Flugdroiden.

An der Seite 3-CPOs

Durch die Spielwelt bewegt man sich fließend und per Teleportation. Letztere ist nötig, um Abgründe zu überwinden.

Die actionlastige Handlung wird durch Auftritte bekannter Star Wars-Charaktere aufgelockert: So trifft man im Verlauf der Kampagne auf C-3PO und sucht mit ihm nach R2-D2.

Als man schließlich die Fracht findet, kommt es zum ersten und letzten Bosskampf gegen Tara Rashin. Auch diese letzte Auseinandersetzung erfordert nicht viel Geschick oder Köpfchen.

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Die Shooter-Elemente dominieren in TGE. | Bild: ILMxLAB

Mini-Episode mit Yoda

Nach der Rückkehr in Seezelslaks Bar übergibt man dem Kneipenbesitzer eine Reihe Zutaten für einen Drink, die man während des Ausflugs in die Wildnis sammelte.

Daraufhin erzählt der Bartender eine Geschichte, die in die Ära der Hohen Republik zurückreicht. Spieler schlüpfen dabei in die Rolle des weiblichen Jedi-Padawan Ady Sun’Zee, die sich an der Seite Yodas einer uralten bösen Kraft stellen muss. Wie in Vader Immortal könnt ihr hier mit einem Lichtschwert kämpfen und die Macht einsetzen, um dämonische Kreaturen zu besiegen.

Die Episode ist losgelöst vom Rest des Spiels und dauert nicht länger als 20 Minuten. Sie stellt die erste von mehreren titelgebenden Geschichten (Englisch: “Tales”) dar, von denen weitere als kostenpflichtige DLCs in 2021 erscheinen werden.

An der Grenze der Leistungsfähigkeit

Ich habe TGE auf der Original-Quest gespielt und der betagte Smartphone-Chip der VR-Brille ächzt spürbar unter der Last der Grafikberechnungen. Gerade in Kämpfen hatte ich selten das Gefühl, stabile 72 Bilder pro Sekunde zu erreichen.

Man merkt an vielen Stellen, dass sich die Entwickler Mühe gegeben haben, das Maximum aus der Hardware herauszuholen und Schauplätze und Kulissen zu erschaffen, die dem Star Wars-Universum gerecht werden. Aufgrund der mangelnden Leistungsreserven der Oculus Quest überzeugt das Ergebnis nicht immer: In Außenbereichen stören etwa einförmige Texturen und flache Hintergründe.

Update vom 23. November 2020:

Facebook ließ mir ein Pressemuster für Oculus Quest 2 zukommen, sodass ich mich am Wochenende mit der neuen VR-Brille noch einmal in das Star Wars-Abenteuer stürzen konnte.

Mit Oculus Quest 2 ist die Auflösung wesentlich höher und das Bild klarer. Das Spiel fühlt sich durchweg flüssiger an und es kommt seltener zu Leistungseinbrüchen. An der mauen Spielmechanik ändert sich dadurch nichts, sodass das Fazit davon unberührt bleibt.

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Die schön animierten Charaktere gehören zu den Highlights des Spiels. | Bild: ILMxLAB

Fazit: Dieses VR-Spiel du kaufen nicht musst

Vader Immortal legte großen Wert auf eine dicht erzählte Geschichte, eine tolle Atmosphäre mit denkwürdigen Momenten und wurde darüber mehr Film als Spiel.

In TGE ist dieses Verhältnis umgekehrt: In der Kampagne, die das Herzstück des Spiels bildet, steht die Action im Vordergrund und die Handlung kommt zu kurz. Hätte TGE mehr zu bieten als stumpfe Ballerei, wäre das verschmerzbar. Nur leider ist das nicht der Fall. Deshalb ziehe ich Vader Immortal diesem Abenteuer klar vor.

Tales of the Galaxy’s Edge wirkt, als hätte es wesentlich mehr sein wollen und können, wenn das Budget und der Zeitplan gestimmt hätten. Möglicherweise wurde hier viel gekürzt, damit TGE noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft erscheint.

Dafür spricht die relativ kurze Spieldauer von circa drei Stunden und dass im nächsten Jahr kostenpflichtige DLCs nachgereicht werden. Ich hoffe jedenfalls, dass diese mehr Inhalte bieten als die äußerst kurze Yoda-Episode.

 

Tales from the Galaxy’s Edge wird euch gefallen, wenn ihr …

  • schon immer einmal C-3PO und Yoda gegenüberstehen wolltet,
  • euch ein authentisches Star Wars-Erlebnis wünscht und
  • seichte Ballerspiele mögt.

Tales from the Galaxy’s Edge wird euch nicht gefallen, wenn ihr …

  • ein VR-Spiel mit großem Umfang sucht,
  • euch komplexe Spielmechaniken erhofft und
  • und stabile FPS erwartet (mit Original-Quest).

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Oculus Quest 2 wird in Deutschland vorerst nicht verkauft. Wie lange dieser Verkaufsstopp anhält, ist nicht bekannt.

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