Nach acht Jahren Entwicklungszeit gibt es Space Engine jetzt bei Steam – inklusive VR-Unterstützung. Ich habe mich ins VR-Universum gewagt.

Der russische Entwickler Vladimir Romanyuk entwickelt mit Space Engine seit mehr als acht Jahren eine Simulation unseres Universums. Bekannte Galaxien, Nebel, Planeten oder Monde finden sich dort, das restliche Universum wird mit prozedural generierten Inhalten gefüllt.

Bisher war Space Engine Freeware, nun ist die neueste Version exklusiv bei Steam erschienen und bietet einen vollwertigen VR-Modus.

Sonnenaufgang hinter der Erde.

Sonnenaufgang hinter der Erde. Bild: Eigener Screenshot

Mondspaziergang

Space Engine simuliert Objekte bis auf wenige Meter genau: So könnt ihr in den Kratern des Mondes spazierengehen oder Sonnenaufgänge auf fremden Planeten genießen.

Blick über den Mars...

Blick über den Mars … Bild: Eigener Screenshot

...Sonnenaufgang auf dem Saturn.

… Sonnenaufgang auf dem Saturn. Bild: Eigener Screenshot

Dank VR lassen sich auch die Größenverhältnisse ändern: Ich führe meine Vive-Controller aufeinander zu und schon schwebt das Sonnensystem in meinem Zimmer. Mit wenigen Schritten lege ich die Distanz zwischen Erde und Sonne zurück, mein Heimatplanet kaum größer als eine Murmel.

Neutronensterne und Schwarze Löcher sind beunruhigend

Der Funktionsumfang von Space Engine ist gewaltig. Ein paar Beispiele: Orbitalbewegungen werden dargestellt, Neutronensterne wirken als Gravitationslinsen, Planeten haben Auroren an ihren Polen und supermassereiche Schwarze Löcher stoßen Materiestrahlen (Jets) aus.

Gestatten: Sagittarius A* – das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße mit 4,1 Millionen Sonnenmassen. Bild: Eigener Screenshot

Wer also schon immer mal in ein Schwarzes Loch springen wollte, kann das in der Space Engine tun. Wer das beunruhigend findet, kann das Schwarze Loch auch erstmal auf Basketballgröße schrumpfen und nur den Kopf reinstecken. Was in dem schwarzen Loch ist? Nun, dort ist … ach, findet es selbst heraus. 😉

Verbesserungsbedarf bei der VR-Steuerung

Es gibt eine Vielzahl Möglichkeiten, virtuell durchs Universum zu reisen: Ihr könnt Himmelskörper suchen und zu ihnen springen, eure Reisegeschwindigkeit zwischen einigen Metern und zigfachen astronomischen Einheiten pro Sekunde regulieren oder das ganze Universum so schrumpfen, dass es in euer Wohnzimmer passt.

Ein Neutronenstern wirkt als Gravitationslinse.

Ein Neutronenstern wirkt als Gravitationslinse. Bild: Eigener Screenshot

Nahe am Stern verzerrt sich die Darstellung immer stärker. Bild: Eigener Screenshot

Wer diese Vielfalt mit VR-Controllern steuern will, hat es (noch) schwer. Es ergibt daher Sinn, eine Tastatur und Maus in der Nähe zu haben, falls ihr etwa Objekte suchen wollt. Wer auf schnelle Navigation durch die Suche verzichten kann und nichts dagegen hat, sich mit den Controllern durch die umfangreichen Menüs zu klicken, kommt aber auch so durchs All.

Google Space VR

Space Engine ist Google Earth im Weltall. Wer den Weltall-Erkundungsmodus in Megaton Rainfall mochte oder mit der Weltallsimulation Universe Sandbox 2 etwas anfangen kann, sollte sich das Programm anschauen.

Space Engine gibt es für rund 21 Euro im Steam Store.

Weiterlesen über Virtual Reality:


MIXEDCAST #160: Ubsioft-VR, Kuro AR-Brille und Deepfake-App Zao | Alle Folgen


Links auf Online-Shops in Artikeln können sogenannte Affiliate-Links sein. Wenn ihr über diesen Link einkauft, erhält MIXED.de vom Anbieter eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.