Megaton Rainfall Test: Superheldensimulation für Welteneroberer

Megaton Rainfall Test: Superheldensimulation für Welteneroberer
  • Das PSVR-Spiel Megaton Rainfall ist seit dem 9. August für Oculus Rift und HTC Vive erhältlich.
  • Es ist mehr als ein Superheldensimulator: Man kann wie bei No Man's Sky das gesamte Weltall erforschen.
  • Besonders wird das Spiel durch seine überraschend mehrdeutige Handlung und die Mischung aus Hektik und entspannter Atmosphäre.
  • Geeignet ist es für VR-Begeisterte mit Faible für das Universum, starkem Forscherdrang und stabilem Magen.

In vielen Testberichten wurde Megaton Rainfall als „Superman-VR“ bezeichnet. Entsprechend waren meine Erwartungen: Flache Handlung, dafür Superkräfte, Aliens zerstören und ab und an ein Hochhaus zerlasern.

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Doch schon der Beginn meiner Reise macht deutlich, dass die Vorgeschichte meines Avatars auch ohne Krypton deutlich kryptischer ist als die Superman-Story: Ein schwebender Würfel begrüßt mich und schwadroniert über Existenz, Sinn und Intelligenz.

Superman in Ausbildung

Nach einer kurzen Flugstunde rette ich schon die erste Stadt vor einer Alien-Invasion und bekomme von meinem Würfelgönner als Belohnung neue Kräfte verliehen.

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Mit Handbewegungen steuere ich meine Fähigkeiten und setzte sie den Gegnern entsprechend ein. Manche Monster und Raumschiffe werden mit einer schnellen Geste vernichtet. Andere gleichen eher Endgegnern, in denen ich die richtige Taktik finden muss.

 Wer den wunden Punkt der Aliens trifft, kann sie mit einem Schuss zerstören.

Wer den wunden Punkt der Aliens trifft, kann sie mit einem Schuss zerstören.

Wie ein Sägeblatt frisst sich das UFO durch ein Hochhaus.

Wie ein Sägeblatt frisst sich das UFO durch ein Hochhaus.

Mit jeder Mission tauchen neue Gegnertypen auf und die Kämpfe werden anspruchsvoller. Wenn zu viele Einwohner in der belagerten Stadt sterben, ist die Mission verloren.

Das kann auch passieren, wenn ich meine Superkräfte aus Versehen in ein Hochhaus jage. Da die Aliens recht wendig sind, geschieht das häufiger. Übrigens: Es gibt eine Bösewicht-Modifikation, dank der man alles und jeden ungestraft vernichten darf – sogar den ganzen Planeten.

Das Spiel plätschert anfangs recht gleichförmig vor sich hin. Hoch in die Atmosphäre und zum nächsten Marker sausen. Aliens vernichten und hoffentlich die Stadt stehen lassen. Ein ganz gewöhnliches Superheldenspiel also. Schnell stellt sich Routine ein.

Zu spät gekommen: Der nukleare Sprengsatz ist explodiert.

Zu spät gekommen: Der nukleare Sprengsatz ist explodiert.

Nach der Bombe.

Nach der Bombe.

Oder vielleicht doch Doctor Manhatten?

Doch dann verleiht mir mein quadratischer Schöpfer die Macht, ziemlich schnell zu fliegen. Neue Flugstunde: zum Mond, vorbei an der Sonne, zum Saturn, kurz durch die Ringe tanzen und wieder zurück.

Auf dem Rückweg tauchen in der Dunkelheit Erde und Mond auf.

Auf dem Rückweg tauchen in der Dunkelheit Erde und Mond auf.

Auf einmal öffnet sich das Spiel in eine von mir nicht erwartete Richtung: Ich kann das ganze Sonnensystem erkunden und mich mal eben auf dem Mars ausruhen, wenn ich genug vom hektischen Superhelden-Dasein habe.

Als ich auf dem Mars stehe und meine schimmernden Füße betrachte, fühle ich mich wie Watchmens Doc Manhattan.

https://www.youtube.com/watch?v=5xPMpm_eCKM&feature=youtu.be

Auf dem Rückweg zur Erde bemerke ich ein Blinken im Himmel. Der Würfel sprach von Zeichen, die die Aliens für ihre finsteren Mächte nutzen. Manche hätten sie noch nicht gefunden.

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Ich fliege los und schnell werden die Planeten unseres Sonnensystems kleiner. Ich werde immer schneller und bemerke, wie kleine Leuchtpunkte an mir vorbeirasen. Einer ist das blinkende Signal.

Ich steuere darauf zu und in diesem Moment realisiere ich, dass Megaton Rainfall so ganz nebenbei eine ganze Galaxie abbildet. Der kleine Punkt wird größer und entpuppt sich als Sternensystem. Ein paar tote Planeten und Monde liegen um einen blauen Stern. Auf dem finde ich ein Zeichen.

Das Zeichen auf dem fremden Planeten.

Das Zeichen auf dem fremden Planeten.

Die Form und der Monolog des Zeichens wecken Erinnerungen an den Sci-Fi-Kultfilm „2001: Odysee im Weltall“. Sie scheinen Antworten auf die Fragen zu geben, die mir zu Beginn mein Würfelfreund stellte. Hinter ihrer Existenz scheint noch ein weiteres Wesen zu stehen. Beim Versuch, weiter mit dem Zeichen zu interagieren, zerstöre ich es.

Mein Würfelfreund gratuliert mir. Ich soll alle finden und vernichten. Hmm ...

Das Leben, das Universum und der ganze Rest

Schnell ist das nächste Leuchten im Himmel gefunden und hier erwartet mich erneut eine Überraschung: Jede Galaxie, die ich am Himmel erkenne, kann ich ansteuern und dort jeden leuchtenden Punkt besuchen.

Ich durchquere ganze Sternennebel in wenigen Sekunden. Meine intergalaktischen Reisen sind dennoch nicht hektisch. Begleitet werden sie von beruhigenden, sphärischen Klängen.

Es gibt kein weiteres Leben in diesem Universum – so hat es zumindest mein Würfel verkündet. Ich selbst habe bisher noch keine zweite Erde gefunden. Mir wird klar: Megaton Rainfall ist die Friedhofsversion von No Man's Sky.

Das Blinken am Himmel ist die Milchstraße.

Das Blinken am Himmel ist die Milchstraße.

Nach einer kurzen Reise taucht sie unter meinen Füßen auf.

Nach einer kurzen Reise taucht sie unter meinen Füßen auf.

Für mich ist dieser Teil des Spiels - die Reise zwischen den Galaxien und die Suche nach den Zeichen – das eigentliche Highlight. Weil ich diesen Verlauf nicht erwartet hatte. Und weil ich eine Faszination für das Universum und Entdeckungsreisen habe.

Diese Reise fernab der Erde ist gerade in VR ein fantastisches Erlebnis - einen stabilen Magen vorausgesetzt.