Auf der Computerfachkonferenz Siggraph Asia stellen Forscher ihre neuen XR-Prototypen vor. In diesem Jahr sind einige schräge Haptik-Konzepte darunter.

Im Konferenzsegment “Emerging Technologies” zeigen die Siggraph-Teilnehmer interaktive Demonstrationen und Hardware-Konzepte, die so noch nicht dagewesen sind. Hier steht im ersten Schritt mehr die Idee im Vordergrund als die Marktfähigkeit.

Die beste Arbeit wird von einer Jury bestimmt und mit dem “Emerging Technologies Prize” ausgezeichnet. Die Siggraph Asia wird wegen der anhaltenden Corona-Pandemie vom 10. bis zum 13. Dezember rein digital stattfinden. Vorab zeigen die Messebetreiber eine Auswahl der ausgefallenen Einreichungen.

Roboterfreund am Unterarm

In diesem Jahr sind eine Reihe an VR- und AR-Ideen im Programm. Da wäre zum Beispiel der aufwendige VR-Controller Elastick (siehe Titelbild), der die Haptik von Objekten wie Schwertern mit verschiedener Länge und Form simulieren und diese in Echtzeit flexibel anpassen können soll entlang der Interaktion in VR.

Ein weiteres ausgefallenes VR-Haptik-Experiment ist die Hardware HexTouch, die in VR einen freundlichen Roboter am eigenen Unterarm simuliert. Er soll Emotionen wie Angst, Freude, Ekel, Wut und Sympathie passend zur VR-Erfahrung am Unterarm vorspielen.

Am eigenen Unterarm sitzt eine Art haptisches Armband, in VR wird es zum Roboterfreund. | Bild: via Siggraph Asia

Am eigenen Unterarm sitzt das haptische Armband HexTouch, das in VR zum Roboterfreund wird. | Bild: via Siggraph Asia

Ebenfalls um Haptik geht es bei Visuo-Haptic, allerdings für Augmented Reality: Hier soll die Berührung eines digitalen Objekts mittels Fingerclip vermittelt werden. Das Berührungsgefühl soll oberflächenspezifisch sein: Wolle fühlt sich wie Wolle an, ein Gitter wie ein Gitter.

Der Fingerclip soll digitale Oberflächentexturen realistisch fühlbar machen. | Bild: via Siggraph Asia

Der Fingerclip HaptoMapping soll digitale Oberflächentexturen realistisch fühlbar machen. | Bild: via Siggraph Asia

Schwungrad am Kopf

Wirklich schräg wird es mit Kabuto: Zwei große Schwungräder mit Bremsen an den Seiten der VR-Brille sollen kinästhetisches Feedback direkt am Kopf vermitteln und bei verschiedenen Kopfbewegungen ein Gefühl von Aufprall oder Widerstand erzeugen. Die Entwickler gehen davon aus, dass sich das Haptik-Feedback am Kopf auf den gesamten Körper auswirkt und so für ein immersiveres VR-Erlebnis sorgt.

Ein Schwungrad- und Bremssystem direkt an der VR-Brille soll kinetische Energie simulieren und über den Kopf auf den ganzen Körper übertragen. | Bild: via Siggraph Asia

Das Schwungrad- und Bremssystem Kabuto direkt an der VR-Brille soll kinetische Energie simulieren und über den Kopf auf den ganzen Körper übertragen. | Bild: via Siggraph Asia

Bei “CoVR” geht’s um kollaboratives Zusammenarbeiten von Menschen mit VR-Brille und denen ohne: Ein auf der VR-Brille montierter Projektor zeigt das VR-Bild an der Wand, mit VR-Controllern können beide Personen innerhalb derselben VR-Umgebung interagieren – jeweils in VR und von außen.

Ein Projektor auf der VR-Brille wirft das Bild von innen nach außen. | Bild: via Siggraph Asia

Ein Projektor auf der VR-Brille wirft das Bild von innen nach außen. | Bild: via Siggraph Asia

Eine Übersicht über die genannten Projekte und weitere gibt’s im folgenden Video und auf der offiziellen Webseite der Siggraph Asia.

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