Sci-Fi-Film Reminiscence mit Hugh Jackman: So urteilen Kritiker

Sci-Fi-Film Reminiscence mit Hugh Jackman: So urteilen Kritiker

Die ersten Pressestimmen zum Sci-Fi-Thriller Reminiscence erreichen das Internet. Was taugt der neue Film mit Superstar Hugh Jackman?

Reminiscence spielt im Miami einer nicht allzu fernen Zukunft, die von Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen und Kriegen geprägt ist. Da die Gegenwart und Zukunft düster ausschauen, zieht es ein Großteil der Menschheit vor, in der Vergangenheit zu leben: Mit einer neuen Technologie versetzt sie sich Erinnerungen an bessere Zeiten. Das funktioniert so gut, dass die Realitätsflucht für viele längst zu einer Sucht geworden ist.

Der Film begleitet den Erinnerungstechniker Nick Bannister (Hugh Jackman), der seinen Klienten hilft, verschüttete Lebensmomente aufzudecken. Als eines Tages die attraktive Mae (Rebecca Ferguson) in seinem Büro erscheint, gerät Nicks Leben aus den Fugen: Er verliebt sich Hals über Kopf in die geheimnisvolle Frau und wird nach deren spurlosem Verschwinden in eine gefährliche Verschwörung verwickelt.

Chicago Sun-Times: „Verworrene Handlung“

Filmkritiker Richard Roeper von der Chicago Sun-Times bezeichnet Reminiscence als ein Werk mit zahlreichen filmischen Einflüssen: von Maltese Falcon über Inception und Vanilla Sky bis hin zu Chinatown. Der Film sei zwar originell und ambitioniert, aber verworren und enttäusche letzten Endes.

„Jedes Mal, wenn eine neue Figur auftaucht oder ein neues Problem entsteht, wird die Handlung noch verworrener, bis zu dem Punkt, an dem man sich wünscht, dass Nick die verdammte Maschine einfach ausschaltet und den Moment genießt“, schreibt Roeper und vergibt 2 von 4 Sternen.

Guardian: Schamlose Inception-Kopie?

Auch Benjamin Lee vom britischen Guardian kann dem Film wenig abgewinnen. Die Handlung sei dünn und kupfere schamlos von Christopher Nolan und dessen Film Inception ab. Die zahlreichen Anleihen seien überwältigend und erdrückend, was schade sei, weil der Film Elemente enthalte, die unabhängig vom großen Vorbild funktionieren würden.

Die Romanze zwischen Nick und Mae überzeugte Lee ebenso wenig wie die Dialoge, die oft gestelzt wirken sollen. Der Film rege zwar zum Nachdenken an, aber habe nichts Offenbarendes oder Mitreißendes zu bieten. Wer Inception mochte, wird Reminiscence „gerade noch so ertragen können“, schreibt Lee und vergibt 2 von 5 Sternen.

Reminiscence_Erinnerungsgerät

Die geheimnisvolle Mae (Rebecca Ferguson) betritt die Erinnerungsmaschine. | Bild: Warner Bros.

Associated Press: „Kluges Konzept“

Pat Padua von der Washington Post bezeichnet Reminiscence als „toll aussehendes Durcheinander„. Der Film nehme zu viele Umwege. Auf jede gute Szene – und davon gebe es viele –, folgt eine, die fehlgeht. Die Besetzung halte zwar das Interesse wach, aber nicht genug. Der Film werde n Erinnerung bleiben für das, was darin nicht funktionierte. Padua vergibt 2 von 4 möglichen Sternen.

Etwas wohlwollender urteilt Jake Coyle von Associated Press. Reminiscence könne zu sentimal werden und wie seine Figuren zu viel in der Vergangenheit schwelgen. Aber das „kluge, zum Nachdenken anregende Konzept“ des Films ließe sich so leicht nicht abschütteln. Das halb versunkene Miami und Nicks Abtauchen in die Unterwelt würden bei Zuschauern ein Unbehagen hinterlassen. Coyle vergibt 2,5 von vier Sternen.

Filmstarts: „Eine vertane Chance“

Laut Christoph Petersen von Filmstarts liefert Reminiscence einen „mild spannenden Thriller-Plot“ und „spektakuläre Kulissen“. „Aber am Schluss bleibt der Film doch eine vertane Chance, weil sich Lisa Joy nicht traut, dahin zu gehen, wo es auch mal wehtut – und das drückt gerade in einem Film-Noir natürlich gewaltig auf die Atmosphäre“, resümiert der Autor.

Auch die Review-Aggregatoren Metacritic und Rotten Tomatoes deuten auf eine eher verhaltene Aufnahme des Films seitens Kritikern: Bei Metacritic kommt Reminiscence derzeit auf eine Durchschnittswertung von 48 Punkten und bei Rotten Tomatoes steht das Tomatometer bei 47% Prozent (Stand: 19. August 2021).

Sci-Fi-Fans sind mit dem Feel-Good-Movie Free Guy (Filmkritiken) vielleicht besser beraten, sofern sie die schrille Videospiel-Ästhetik nicht abschreckt.

Eure eigene Meinung zu Reminiscence bilden könnt ihr euch ab dem 26. August. Dann nämlich startet der Sci-Fi-Streifen in deutschen Kinos. Recht cool und außergewöhnlich: Auf der offiziellen Internetseite des Films könnt ihr euer Gesicht im Rahmen einer cleveren Deepfake-Promo in den Filmtrailer übertragen lassen.

Quellen: Chicago Sun-Times, Guardian, Washington Post, Associated Press, Filmstarts, Titelbild: Warner Bros.

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