Realistisches Tennis in VR: Diese VR-Simulation trotzt jedem Virus

Realistisches Tennis in VR: Diese VR-Simulation trotzt jedem Virus

Ein österreichisches Entwickler-Team arbeitet an einem realistischen VR-Tennis-Simulator. Wie sehen die Matches auf dem VR-Court aus?

Das österreichische Start-up VR Motion Learning arbeitet seit 2017 an einem Konzept für realistisches Tennis in Virtual Reality (Guide). Die „Tennis Esports“ genannte App soll eine authentische Tenniserfahrung bieten, professionelles Training ermöglichen und gleichzeitig eine neue eSports-Sparte begründen. Finanziert wird das ambitionierte Projekt unter anderem durch eine Kickstarter-Kampagne.

VR-Training soll Tennis-Spieler verbessern

Mit einem umfangreichen Trainingsmodus soll der VR-Tennis-Simulator Tennisspieler dabei unterstützen, ihre Fähigkeiten zu verbessern. Dazu bietet Tennis eSports eine umfangreiche Analyse von Bewegungsabläufen in VR. Professionelles Feedback und Vergleiche zu anderen Spielern sollen bei der sportlichen Verbesserung helfen.

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Zusammen mit professionellen Tennistrainern erarbeitete das Start-up ein Regelwerk, das die kinematische Kette für alle Schlagarten beschreibt. Es bildet die Grundlage für die Bewertung der individuellen Bewegungen verschiedener Spieler. Der nötige Algorithmus zur Berechnung der Bewegungsabläufe stammt aus einer Kooperation mit der TU Wien.

Um den Sport authentisch in Virtual Reality umzusetzen, braucht es vor allem eins: Ballphysik. Das Team beschreibt die Arbeiten an der Physik als Kernstück der Entwicklung. Sie basieren auf einer selbst erstellten Physik-Implementierung, die eine Ballbewegung wie beim echten Tennis simulieren soll.

Laut VR Motion Learning beeinflusst jeder Aufprall des VR-Balls auf statischen oder dynamischen Objekten seine Geschwindigkeit, Flugrichtung und den Spin. Simulierte Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck  sollen ebenso in die Berechnung der Flugbahn einfließen.

Tennis eSports: Das passiert auf dem Court

Ihr dürft euch die gelben Bälle auf allen gängigen Belägen um die Ohren hauen. Dazu zählen Gras-, Sand- und Hartplatz, die das Spiel – wie beim echten Tennis – beeinflussen sollen. Wetterbedingungen sollen ebenfalls Auswirkungen haben.

Ein virtueller Tennisplatz der VR-App Tennis eSports

Jeder der virtuellen Tennis-Courts soll eine eigene Atmosphäre bieten. | VR Motion Learning

Die VR-Tennis-Plätze werden sich in verschieden großen Stadien befinden, die sich mit ihrer jeweils eigenen Atmosphäre voneinander unterscheiden sollen. Zu dieser sollen Publikum, Linienrichter und andere tennistypischen Umgebungsgeräusche beitragen. Neben dem bereits angesprochenen Trainingsmodus für Einzelspieler soll Tennis eSports vor allem interessante Multiplayer-Partien bieten.

Online-Spiele sollen rund um die Uhr möglich sein. Spieler können private Matches vereinbaren oder zusammen trainieren. Künftig soll es auch organisierte Online-Turniere und eine VR Super League geben. Voice-Chat und Emojis werden für die Kommunikation zwischen den Spielern implementiert.

So spielt ihr Tennis in VR

Tennis eSports wurde für die HTC Vive mit Lighthouse 2.0 Tracking entwickelt. Damit ist es möglich, den in Zusammenarbeit mit Snauwaert entwickelten VRML Tennis Esports Racket zu nutzen. Der mit Tracking-Sensoren ausgestattete Tennisschläger soll für ein realistisches Spielgefühl sorgen. Standard-VR-Controller werden auch unterstützt.

Ein HTC-Vive-Controller und ein spezieller Tennis-VR-Controller

Ein speziell angefertigter Tennisschläger mit Tracking-Sensoren soll für mehr Immersion sorgen im Vergleich zum Controller. | Bild: VR Motion Learning

Um Tennis eSports zu spielen, braucht ihr zum Start eine HTC Vive Pro VR-Brille mit SteamVR-Tracking und einem HTC Vive Wireless Adapter Full-Pack. Eine Portierung auf andere VR-Plattformen ist angedacht, wann und wie sie realisiert werden soll, ist noch nicht bekannt. Das VR-Spiel (Übersicht) wird im Abo-Modell vertrieben und soll ab dem zweiten Quartal 2021 verfügbar sein.

Geplant ist eine kostenlose Version, die verschiedene Trainingsmodi und eine limitierte Anzahl an Multiplayer-Spielen beinhaltet. Dazu werden grundlegende Spieler-Statistiken geliefert. Die Home-Use-Version soll für monatlich 19,99 Euro erhältlich sein. Hier dürft ihr gegen den Computer antreten, habt Einblick in sämtliche Statistiken und es gibt keine Match-Begrenzung.

Zusätzlich gibt es eine Multi-User-Lizenz, die sich vor allem an Tennis-Klubs für kommende eSport-Events richtet. Für 199 Euro monatlich bekommt ihr unter anderem Online-Training-Sessions, Klub-Statistiken und Management-Funktionen für euren VR-League-Klub.

Kickstarter-Kampagne für VR-Tennis: Spiel, Satz, Sieg

Zum Erscheinungszeitpunkt dieses Artikels haben insgesamt 45 Unterstützer 30.632 Euro für die VR-Tennis-Simulation zusammengelegt. Das ursprüngliche niedrig angesetzte Ziel über 18.000 Euro wurde somit lange vor Kampagnenende übertroffen. Die Kampagne und weitere Informationen findet ihr auf der Kickstarter-Seite von Tennis eSports.

Die gesammelte Kickstarter-Unterstützung fließt laut VR Motion Learning vollständig in die Entwicklung des Spiels, ist aber nicht die einzige Finanzierungsquelle. Offizielle Partner des Projekts sind A1 Telekom Austria, A1 eSports Hub, die TU Wien, Simi Reality Motion Systems und Snauwaert.

Titelbild & Quelle: VR Motion Learning

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