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Playstation VR 2: Weshalb Sony jetzt aufs Ganze gehen muss

Playstation VR 2: Weshalb Sony jetzt aufs Ganze gehen muss

Playstation VR 2 wird ein kritischer Moment für Virtual Reality. Weshalb Sony jetzt klotzen statt kleckern muss.

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Playstation VR war ein Frankenstein-System, ein Prototyp, ein erster Feldversuch für Sony. Im Vorfeld des Marktstarts war ein Wettrennen im Gange: Neben Sony warben auch Facebook, HTC und Valve um die Gunst der Gamer:innen. Um noch rechtzeitig ein Gerät am Markt zu haben, nahm das Unternehmen technische Kompromisse in Kauf: Das Trackingsystem und die Move-Controller waren schon 2016 veraltet.

Die Technologie hat sich seither gewandelt. Sie ist unsichtbarer und zugänglicher geworden. Externe Kameras oder Trackingwürfel? Beides ein Ding der Vergangenheit. Die Playstation VR 2 hat das Tracking integriert und bietet hochwertige Controller, die eigens für Virtual Reality entwickelt wurden.

Das sollte niemanden überraschen: Sony hatte dieses Mal viel Zeit und konnte die Hardware-Entwicklung von Grund auf angehen. Dass Playstation VR 2 weiter kabelgebunden und in diesem Punkt nicht ganz zeitgemäß ist, dürfte den Kosten geschuldet sein. Zudem ist drahtlose VR-Datenübertragung noch nicht ganz dort, wo sie für ein kompromissloses und störungsfreies VR-Erlebnis sein müsste.

Neue Technologien: Der zweite Versuch zählt

Es ist nun sechs Jahre her seit der ersten Generation VR-Hardware. In dieser Zeit hat die Branche viel erreicht: Die Technologie hat viele Kinderkrankheiten überwunden, der Markt ist gereift und das ABC der VR-Spielentwicklung steht.

2016 gab es triftige Gründe für Skepsis. Jede neue Technologie und Geräteklasse hat beim ersten Anlauf mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Erst ab dem zweiten Versuch wird ihr Potenzial greifbar.

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Konsument:innen wissen das. Wer Virtual Reality 2016 noch mit Vorbehalten begegnete, könnte 2022 neugieriger sein und eher sagen: „Jetzt könnte ich das wirklich einmal ausprobieren.“

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Dieser Moment ist kritisch für die Marktentwicklung und eine große Chance, die sich Sony nicht entgehen lassen darf. Wenden sich die Neuzugänge enttäuscht ab, dann wird Sony sie nur schwer zurückgewinnen. Das wäre fatal für Playstation VR 2 und das junge Gaming-Medium.

Playstation VR 2: Software ist alles

An der Hardware wird es nicht scheitern. Auf dem Blatt beeindrucken die Eigenschaften der Playstation VR 2. Viel wichtiger ist, was Sony softwareseitig auf Lager hat. Software verkauft Hardware: Das war schon immer so und gilt für Virtual Reality ganz besonders, wo wirklich große VR-Titel selten sind.

Der Erfolg der Playstation VR 2 wird von den Spielen abhängen. Bei Spielentwicklung und Spielemarken ist Sony besser aufgestellt als jeder andere VR-Hersteller. Die entscheidende Frage ist, ob Sony wirklich willens ist, in große Titel zu investieren. Damit steht und fällt die PSVR 2.

Mit Spannung erwarte ich daher Sonys VR-Spiele-Showcase, der noch nicht einmal angekündigt ist, aber dringend kommen muss. Bislang erwähnte das Unternehmen nur das VR-Spiel Horizon: Call of The Mountain, ohne auf den Umfang des Titels einzugehen. Ist es ein vollwertiges Spiel im Horizon-Universum? Das wäre eine erste Ansage. Oder ist Call of the Mountain doch nur wieder eine „VR-Erfahrung“, ein Beiläufer zum eigentlichen Haupt-Event, dem Monitorspiel?

Eines ist sicher: Kurze VR-Erfahrungen und Tech-Demos werden keine Euphorie mehr auslösen, ebenso wenig wie Portierungen älterer VR-Spiele oder Titel kleinerer Studios. 2016 darf sich nicht mehr wiederholen.

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