Oculus Rift S kostet 450 Euro und ersetzt das klassische Oculus-Rift-Modell. Erscheinen wird die neue VR-Brille im Frühling. Für Design und Ergonomie kooperierte Facebook mit Lenovo.

Oculus Rift S ist Facebooks neueste VR-Brille: Im Vergleich zum Originalmodell bietet die S-Version ein VR-optimiertes LC-Display mit einer Auflösung von 1.280 mal 1.440 Pixeln pro Auge (2.560 mal 1.440 Pixel insgesamt) bei 80 Hz. Der Augenabstand kann via Software justiert werden, ein Hardware-Regler ist nicht verbaut.

Damit bietet das S-Display fast genau dieselben Spezifikationen wie Oculus Go, ist etwas schärfer als Oculus Rift (1.080 mal 1.200 Pixel pro Auge, 90 Hz, OLED), aber weniger hochauflösend als Oculus Quest (1.600 mal 1.440 Pixel pro Auge, 72 Hz, OLED).

Rift S bietet dieselben, gegenüber der Vorgängerbrille verbesserten Linsen wie Oculus Go und Quest. Das Sichtfeld soll minimal weiter sein, außerdem soll es weniger zu störenden Lichtreflexionen kommen. Oculus beziffert die Sichtfeldweite nicht.

Blick auf die Linsen von Oculus Rift S. Bild: Oculus

Blick auf die Linsen von Oculus Rift S. Bild: Oculus

Integriertes Trackingsystem mit fünf Kameras

Die große Neuerung bei Rift S ist das in der Vorderseite der Brille integrierte Trackingsystem “Oculus Insight”: Zwei Kameras sind nach vorne gerichtet, zwei befinden sich abgewinkelt nach unten an der Seite des Gehäuses, eine Kamera schaut nach oben.

Eine Trackingkamera ist nach oben ausgerichtet, um die Controller zu erfassen, wenn man sie über den Kopf hält. Bild: Oculus

Eine Trackingkamera ist nach oben ausgerichtet, um die Controller zu erfassen, wenn man sie über den Kopf hält. Bild: Oculus

Über diese fünf Kameras erfasst Oculus Rift S die Umgebung, die Raumbewegung des Brillenträgers sowie die beiden VR-Controller Oculus Touch. Diese unterscheiden sich zu den originalen Touch-Controllern durch nach oben gerichtete Erkennungsringe, die Funktion bleibt gleich.

Das Trackingsystem funktioniert laut Oculus “in fast jeder beleuchteten Wohnumgebung”. Externe Trackingkameras werden nicht mehr benötigt.

Oculus Touch für Oculus Rift S bietet dieselben Funktionen wie die originalen Handcontroller. Der Erfassungsring ist allerdings für stabileres Tracking nach außen gedreht. Bild: Oculus

Oculus Touch für Oculus Rift S bietet dieselben Funktionen wie die originalen Handcontroller. Der Erfassungsring ist allerdings für stabileres Tracking nach außen gedreht. Die S-Controller sind identisch zu den Quest-Controllern. Bild: Oculus

3D-Videodurchblick in die Realität

Neu ist, dass der Nutzer durch die Brillenkameras nach außen schauen kann. Oculus nennt diese Funktion “Passthrough+”, sie soll einen realistischen 3D-Eindruck der Umgebung bieten bei minimalen Verzerreffekten – allerdings nur in schwarz-weiß.

Die Funktion ist Bestandteil der Oculus-Entwicklungsumgebung, womöglich können so auch Mixed-Reality-Anwendungen umgesetzt werden. Explizit erwähnt wird das allerdings nicht.

Lenovo unterstützte beim Design

Das Gewicht der Brille gibt Oculus mit “ein wenig mehr als Oculus Rift” an, wahrscheinlich aufgrund der verbauten Kameras. Dafür soll die Gewichtsverteilung besser sein. Die Rift-Brille wiegt 470 Gramm.

Design, Kopfhalterung und Ergonomie der Brille wurden gemeinsam mit Lenovo entwickelt. Das chinesische Unternehmen hat laut Facebook reichlich Erfahrung beim Bau ergonomischer Brillen-Hardware.

Lenovo wiederum, das ist bekannt, musste für das Kopfband der VR-Brille Lenovo Mirage Solo nachträglich eine Lizenz bei Sony einkaufen. Die Japaner patentierten die besonders bequeme Stirnband-ähnliche Halterung für Playstation VR. Womöglich erklärt dieser Deal die Zusammenarbeit zwischen Lenovo und Oculus.

In Oculus Rift S ist dasselbe Audiosystem verbaut wie in Oculus Go und Oculus Quest. Zwei seitlich in die Kopfhalterung eingelassene Lautsprecher sorgen demnach für ordentlichen Rundumklang. Das ist bequem, aber immersiver dürften dennoch richtige Kopfhörer sein, die man mittels Klinke anschließen kann.

Oculus Rift S ersetzt Oculus Rift

Die neue S-Brille wird Oculus Rift nahtlos ersetzen: Sowohl Oculus Home als auch sämtliche VR-Apps im Oculus-Rift-Store sind mit Oculus Rift S kompatibel. Die Standard-Rift wird laut Oculus weiter unterstützt und mit Software-Updates versorgt.

Mit dem PC verbunden wird Oculus Rift S über ein einzelnes Kabel via Displayport 1.2 und USB 3.0. Der neue VR-Kabelstandard Virtual Link, an dessen Entwicklung Oculus mitwirkt, wird nach den derzeit bekannten Spezifikationen nicht unterstützt.

Für den Betrieb der VR-Brille empfiehlt Oculus einen Spiele-PC mit mindestens einer Nvidia GTX 1050 Ti oder einer AMD Radeon RX 470, acht Gigabyte Arbeitsspeicher und einem Prozessor ab einem Intel i3-6100 oder AMD Ryzen 3 1200.

Oculus Rift S Datenblatt

DIMENSIONENunbekannt, ähnlich Oculus Rift / Go
Gewicht: “ein wenig mehr als Oculus Rift” (> 470 Gramm)
DISPLAYVR-optimiertes LC-Display
Größe noch unbekannt
1.280 mal 1.440 Pixel pro Auge
Subpixel: volle RGB-Matrix
Low Persistence
Bildwiederholrate 80 Hz
OPTIKLinsen wie bei Oculus Go / Rift
Fokusdistanz ca. 1,3 Meter (unbestätigt)
Sichtfeld: circa 100 Grad
Augenabstand (IDP) via Software, keine Hardware-Unterstützung
Kein Fokusrad
AUDIOIntegrierte Lautsprecher mit Raumklang
3,5 mm Klinke für Kopfhörer
Mikrofon (unbestätigt)
TRACKINGVR-Brille: 6-DoF (räumlich, in die Brille integriert)
Controller: 6-DoF (räumlich, werden durch Brille erfasst)
FEATURESGyroscope, Accelerometer, Magnetometer, Näherungssensor (unbestätigt), fünf Ultraweitwinkelkameras (frontal, seitlich, oben), Kabellänge: 5 Meter

Passthrough+: 3D-Kameradurchsicht in die Realität (schwarz-weiß)

Oculus Touch Controller (x2)
VERFÜGBARKEITFrühjahr 2019
PREIS450 Euro

Weiterlesen über Oculus-Brillen:


MIXED-Podcast #165: Die Zukunft von Oculus | Alle Folgen


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