Das VR-Spiel Fujii lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken. Genau das macht es so besonders.

In Fujii schlüpfe ich in die Rolle eines lebensspendenden Wasserwesens, das auf einem fremden Planeten inmitten der Dunkelheit des Weltalls eine blühende Oase erschafft.

Dabei fühle ich mich wie ein Fruchtbarkeitsgott: Aus meinen Fingerspitzen spritzt Wasser, mit dem ich meine Umgebung zum Erblühen bringe. Kein Tropfen ist verschwendet: Fällt einer zu Boden, schießen sogleich Grashalme und Blumen heraus.

Während meiner Reise berühre oder bespritze ich Pflanzen und Tiere, um Licht freizusetzen. So verdränge ich das undurchdringliche Dunkel des Planeten, eröffne neue Pfade und erweitere meinen Wirkungskreis Stück für Stück.

Als Belohnung erhalte ich verschiedenste Arten von Samen und besondere Gegenstände wie Windspiele, mit denen ich meinen Zaubergarten bepflanzen und ausschmücken kann.

Fujii_1

Der eigene Zaubergarten, für den man Töpfe und Samen erwerben kann. BILD: Funktronic Labs

Ein Ausflug in eine andere Welt

Weshalb sollte Virtual Reality immer nur das nachbilden, was uns bekannt ist? Fujii tut das nicht: Mir ist, als hätte ich im Weltraumerkundungsspiel “No Man’s Sky” einen besonders außergewöhnlichen Planeten entdeckt.

Ich sehe und höre eine wundersame Flora und Fauna, die mir bekannt vorkommt, aber doch anders ist als die, die ich von meinem Heimatplaten kenne. Ganz woanders sein, mit anderen Lebensformen, in einer Welt, die anderen Gesetzen gehorcht: Fujii versprüht genau diesen Zauber.

Grafisch ist das Spiel einfach gehalten: Da es seine ganz eigene, wunderhübsche Welt erfindet, setzt es sich gar nicht erst der Gefahr aus, mit der Wirklichkeit verglichen zu werden. Fujii protzt eher durch seine organischen Formen und leuchtenden Farben anstatt durch die Anzahl Polygone und läuft so auch auf einer Oculus Quest, ohne grafisch allzu sehr einzubüßen.

Fujii_3

Fujiis Welt sprüht vor Leben. BILD: Funktronic Labs

Vorbildliche VR-Umsetzung

Fujii weiß um die Stärken der Virtual Reality und bringt für Interaktionen, wo immer es geht, die virtuellen Hände ins Spiel: Man bewässert, berührt und zieht an Pflanzen und fühlt sich der Welt dadurch umso näher. Überhaupt scheint es meist, als würde nichts zwischen dem Spieler und dem Spiel stehen, so intuitiv spielt sich Fujii. Egal, ob im Stehen oder Sitzen.

Das Einzige, was ich mir wünsche, wäre fließende Fortbewegung. Die Teleportation ist zwar hübsch umgesetzt, beim Herumhüpfen verliert man allerdings schnell die Orientierung.

Fujii ist besonders gut für VR-Einsteiger geeignet, die an kinder- und familienfreundlicher Unterhaltung interessiert sind und in Virtual Reality primär eine Möglichkeit sehen, für kurze Zeit an einen vollkommen anderen, zauberhaften Ort zu reisen.

Fujii ist bei Steam für Valve Index, HTC Vive, Windows Mixed Reality und Oculus Rift (S) sowie im Oculus Store mit Cross-Buy-Unterstützung für Oculus Rift (S) und Oculus Quest erhältlich. Das Spiel kostet auf beiden Plattformen 15 Euro.

Titelbild: Funktronic Labs

Weitere außergewöhnliche VR-Apps:


MIXED-Podcast #150: Valve Index und Apples AR-Augen | Alle Folgen


Links auf Online-Shops in Artikeln können sogenannte Affiliate-Links sein. Wenn ihr über diesen Link einkauft, erhält MIXED.de vom Anbieter eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.