Den PC-Indietitel Fugl gibt es seit kurzem für Oculus Rift. Ich habe die meditative Vogelsimulation ausprobiert.

In Fugl steuert man einen Vogel durch prozedural generierte Voxellandschaften. In Sachen Grafik und Spielmechanik ist das Spiel bewusst minimalistisch gehalten, denn es dient in erster Linie der Entspannung: Zeitdruck oder ein Spielziel gibt es nicht, außer sich am Flug zu erfreuen.

Es gibt nur wenige VR-Apps, die einem das Gefühl vermitteln, wie ein Vogel durch die Lüfte zu schweben. Das bekannteste Beispiel ist wohl Eagle Flight.

Was Fugl Ubisofts Titel voraus hat, ist die physikalische Simulation des Fliegens: In Fugl kann man sich wie ein echter Vogel mitten in der Luft fallen lassen, um zum Sturzflug anzusetzen oder Winde und Luftströme nutzen, um an Schwung zu gewinnen oder sich einfach nur treiben zu lassen.

So fühlt sich das Fliegen weitaus echter an, wird aber auch anspruchsvoller. Einzelne Parameter der Physiksimulation lassen sich im Spiel einstellen.

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Flug durch einen Canyon. BILD: Team Fugi

Ein fliegender Gestaltenwandler

Die aus lauter 3D-Pixeln bestehende Welt erinnert an Minecraft und besticht wie dieses durch eine ganz eigene, dem Auge schmeichelnde Klötzchenästhetik.

Im jederzeit aufrufbaren Hauptmenü kann man fix zwischen Landschaften wechseln. Zur Auswahl stehen ein Dschungel, eine Oase, eine Polarregion und ein Tropen- und Berggebiet. Die Welten unterscheiden sich stark in ihrer Geologie sowie Flora und Fauna.

Apropos Fauna: Fliegt man an einem anderen Lebewesen vorbei, verwandelt man sich in dieses oder übernimmt eine ähnliche Gestalt. In einem eigenen Menü kann man hunderte Lebensformen freischalten und als Avatar auswählen.

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Eine grüne Berglandschaft. BILD: Team Fugi

Nichts für schwache Mägen

Den Vogel sieht man stets von hinten, was wohl Bewegungsübelkeit verhindern soll. VR-Nutzer mit empfindlichen Mägen sollten dennoch einen weiten Bogen um Fugl machen. Ansonsten kann einem das wilde Auf und Ab und das gelegentliche Drehen der Kamera schnell auf den Magen schlagen. Virtuelle Scheuklappen oder ähnliche Einstellungen gegen VR-Übelkeit bietet die App nicht.

Fugl eignet sich gut, wenn man abschalten oder auf andere Gedanken kommen will – vor allem in Kombination mit selbst gewählter Hintergrundmusik. Den Preis finde ich allerdings zu hoch, gemessen an dem, was die Vogelsimulation im Gesamtpaket bietet.

Fugl ist im Oculus Store für Oculus Rift (S) erhältlich und kostet 15 Euro. Die Steam-Version bietet noch keinen VR-Modus, der soll jedoch zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen.

Titelbild: Team Fugl

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