Mit Tilt Brush, Job Simulator und Rec Room stehen drei VR-Klassiker zum Quest-Marktstart bereit. Sind die Portierungen gelungen?

Tilt Brush Quest

Wenige technische Kompromisse versprach Google für den Quest-Port von Tilt Brush. Die App soll sich anfühlen wie das Original am leistungsfähigen PC.

Nach dem ersten Ausprobieren neige ich dazu, das zu bestätigen: Tilt Brush Quest läuft flüssig und ist nur in Details reduziert. Der Kern der Erfahrung ist definitiv vorhanden und profitiert von der kabellosen Bewegungsfreiheit.

Beispielsweise wurden Lichteffekte reduziert und bei komplexeren Zeichnungen wird in der Distanz sichtbar die Auflösung heruntergeschraubt – die Pinselstriche sehen dann pixeliger und kantiger aus. Der Effekt ist im folgenden Video zu sehen.

Der 3D-Import von Objekten über Googles Poly-Datenbank funktioniert einwandfrei. So können sich auch Nicht-Künstler innerhalb von Sekunden 3D-Szenen zusammenstellen.

Ambitionierte VR-Künstler, die mit Tilt Brush ganze Welten erschaffen wollen, sind mit der PC-Version weiter besser bedient. Komplexe 3D-Gemälde treiben selbst leistungsfähige PCs an ihre Leistungsgrenze und die ist bei Oculus Quest schneller erreicht.

Das bemerkt man teils an den vorgefertigen 3D-Gemälden anderer Tilt-Brush-Künstler, die man in der App laden kann. Die aufwendigeren davon ruckeln leicht. Dennoch: Für mich als bekennender Nicht-Zeichner ist es die größte Freude, im Minutentakt neue, teils wunderschön und aufwendig illustrierte VR-Bildwelten entdecken zu dürfen. Durch den schnellen und einfachen Zugang mit Quest steigt die Chance, dass ich mir im Alltag dafür mal die Zeit nehme.

Wer schnell mal einen 3D-Entwurf festhalten oder zur Entspannung VR-Zeichnen oder 3D-Gemälde entdecken will, wird vom einfachen Zugang mit Quest begeistert sein. Ich hätte vorab nicht gedacht, dass Tilt Brush derart gut auf einem älteren Smartphone-Chip laufen kann.

Job Simulator

“Was ist hier jetzt genau anders?”, war meine erste Reaktion. Der Port von Job Simulator ist exzellent. Würde ich PC- und Quest-Version nebeneinander abspielen, fielen mir sicher zahlreiche visuelle Details auf, die reduziert wurden. Ohne diesen Vergleich vermisse ich jedoch nichts: Job Simulator läuft flüssig und ist genauso frech und bunt wie das Original.

Mehr sogar: Die Quest-Version gefällt mir definitiv besser im Vergleich zur Rift-Variante. Denn Quest hat zwar nicht so viel Rechenleistung wie ein VR-PC, aber dafür bieten neue Linsen und höher aufgelöste OLED-Displays ein insgesamt schärferes, kontrastreicheres Bild als die Original-Rift. Das merkt man insbesondere bei Schrift.

Hinzu kommt der Allzeitvorteil von Oculus Quest: Schnell rein und frei bewegen. So effizient habe ich noch nie Arbeit vorgetäuscht.

Rec Room

Der Port von Rec Room ist in dieser Reihe der schwächste: Die Social-App neigt zu Rucklern, die Auflösung ist an vielen Stellen sichtbar niedriger, Details auf Texturen ploppen erst spät ins Bild. Der saubere Comic-Look des PC-Originals geht dadurch etwas verloren.

Das Spielerlebnis bleibt im Kern trotz der grafischen Abstriche erhalten. In der aktuellen Version sind die meisten Bereiche zugänglich, allein die “Quest”-Räume sind noch gesperrt.

Der beliebte Paintball-Modus ist beispielsweise verfügbar. Hier dürften Quest-Spieler von der besseren Bewegungsfreiheit ohne Kabel profitieren. Es macht einfach mehr Spaß, sich zu ducken und um die Ecke zu lehnen, wenn kein Kabel am Hinterkopf zieht.

Unter einem Tisch durchkrabbeln: Mit Quest kein Problem.

Letzte Aktualisierung am 6.08.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

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