Die Robo-Ballerei “Robo Recall” sieht mit Oculus Quest nicht so schön aus wie am PC, macht mir aber mehr Spaß. Das ist der neuen, kabellosen Bewegungsfreiheit zu verdanken, die das VR-Spielgefühl enorm aufwertet.

Die Fakten vorab: Wer Robo Recall für den PC kennt, kennt es auch für Oculus Quest. Inhaltlich sind die beiden Spiele identisch. Das ist für Oculus Quest eine positive Nachricht, denn immerhin musste das für die Portierung verantwortliche Entwicklerstudio Drifter Entertainment nur rein visuelle und keine spielerischen Abstriche machen. Der Kern des VR-Erlebnisses bleibt erhalten – und er wird sogar noch aufgewertet. Dazu später mehr.

Zur Technik noch wenige Worte: Ja, Robo Recall für Quest sieht deutlich schlechter aus als am PC. Die Texturen sind weniger detailliert und nicht so scharf, viele grafische Details fehlen, die komplexen Lichteffekte fallen fast vollständig weg, manchmal gibt’s sogar gar keinen Schattenwurf, und zu den Sichtfeldrändern ist die Auflösung geringer – das kann auffallen, wenn man drauf achtet.

Das Spiel lief meist flüssig, gelegentlich gab es Ruckler. Man merkt, dass der Smartphone-Prozessor in Oculus Quest auf Hochtouren läuft.

Trotz dieser Kritik: Grundsätzlich ist es dem Entwicklerstudio gelungen, die visuelle Atmosphäre und das schnelle Arcade-Feeling des Originals gut einzufangen.

Man sieht Robo Recall Quest deutlich an, dass es nur auf einem Smartphone-Chip läuft. Den visuellen Stil und den Spielfluss des PC-Vorbilds konnte das Portierungsstudio Drifter Entertainment aber beibehalten. Bild: Drifter Entertainment

Man sieht Robo Recall Quest deutlich an, dass es nur auf einem Smartphone-Chip läuft. Den visuellen Stil und den Spielfluss des PC-Vorbilds konnte das Portierungsstudio Drifter Entertainment dennoch erhalten. Bild: Drifter Entertainment

Mehr Spielspaß dank kabelloser VR-Freiheit

Das technische Downgrade ist nach drei Minuten vergessen: Ich hatte mit Robo Recall für Oculus Quest jede Menge Spaß. Sogar mehr Spaß als mit der PC-Version. Die Demo reicht mir für mein persönliches Fazit: Robo Recall Quest ist für mich die bessere Version des Spiels.

Das liegt insbesondere daran, dass ich meine Original-Rift mit zwei Trackingkameras am vorderen Spielfeldrand betreibe. Bei den vielen 360-Grad-Drehungen in Robo Recall drehe ich mich so häufig mit dem Rücken zu den Kameras, was zu Aussetzern beim Tracking führt. Gleiches gilt, wenn ich in die Hocke gehe. Außerdem wickelt sich mir das Kabel um die Beine.

Klar, es gibt Steuerungsalternativen am PC. Aber in der Hitze des Gefechts muss man sich dann disziplinieren und den Avatar per Joystick drehen statt mit der eigenen Körperbewegung. Das geht schon, macht aber weniger Spaß und beraubt VR um eine Stärke.

Oben: Die Quest-Version. Unten: Dieselbe Stelle aus der PC-Version.

Oben: Die Quest-Version. Unten: Eine ähnliche Stelle aus der PC-Version.

VR-Regel: Nicht nur Grafik, auch Bewegung bringt Immersion

Mit Quest gibt es diese Probleme nicht mehr: Ich fühle mich viel agiler. Ohne nerviges Kabel bewege ich mich deutlich mehr im Raum, gehe häufiger in die Hocke, drehe mich schneller um die eigene Achse. Robo Recall mit Quest ist viel körperlicher als am PC.

Quest betont die Stärke von VR im Vergleich zu klassischen Monitorspielen: Man steuert einen Charakter nicht nur fern, sondern verkörpert ihn. Ein geniales Gefühl, das bei Robo Recall besonders gelungen zur Geltung kommt.

Mein Vorab-Fazit: Hässliche Texturen hin, fehlende Lichteffekte her – die Bewegungsfreiheit mit Quest schlägt für mich die hübschere Grafik am PC mit Leichtigkeit.

Hinzu kommt, dass der Arcade-Charakter von Robo Recall in Kombination mit der kurzen VR-Check-In-Zeit von Oculus Quest (in circa 30 Sekunden ist man im Spiel) dazu einlädt, einfach mal zwischendurch für fünf Minuten ein paar Roboter wegzuballern. Wer wie ich wenig Zeit hat fürs Zocken, wird das sehr begrüßen.

Robos weghauen ohne Kabel am Hinterkopf - genial. Bild: Drifter Entertainment

Robos weghauen ohne Kabel am Hinterkopf – genial. Bild: Drifter Entertainment

Autoren: Christian Steiner / Matthias Bastian, Titelbild: Drifter Entertainment

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