Covert ist ein VR-Spiel, das Menschen ohne VR-Brille auf clevere Weise am Spielgeschehen teilhaben lässt: Ein VR-Spieler schlüpft in die Rolle eines Räubers, während ein zweiter Spieler ihn per Smartphone oder Tablet als Hacker unterstützt. Nur gemeinsam kann der große Coup gelingen. Matthias und ich haben das Spiel ausprobiert.

Wir arbeiten im Auftrag einer Geheimgesellschaft der Diebe, die ihr ranghöchstes Mitglied aus den Fängen eines korrupten Megakonzerns retten soll. Die Mission: ein streng bewachtes Raketenstartgelände infiltrieren und einen Kommunikationssatelliten hacken, der am selben Tag mit einer Rakete ins All befördert werden soll. Der gehackte Satellit ist die einzige Möglichkeit, mit dem Gefangenen in Kontakt zu treten.

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In der Einführung brechen wir in ein Museum ein. BILD: White Elk

Ich setze meine Oculus Go auf und finde mich in einer vom Mond erhellten Wüste wieder. Vor mir liegt eine große, kreisförmige Öffnung, aus der demnächst eine Rakete ihre Reise ins Weltall antreten wird. Mir bleiben nur wenige Minuten, um in die Basis einzudringen, den Raketenstart zu verzögern und den Satelliten zu hacken.

All das wäre unmöglich, wenn mir Matthias nicht zur Seite stünde: Eintausend Kilometer von mir entfernt sitzt er in Frankfurt an einem iPad und hat sich mit per Covert Companion-App (iOS / Android) ins Spiel eingeloggt. Er sieht das Geschehen in einer abstrakten Draufsicht, erkennt Wachen und hackt sich in Sicherheitssysteme ein, um mir den Weg freizumachen.

Auf dem Weg zum eingespielten Team

Während der nächsten 45 Minuten lotst er mich mit Wegmarkierungen an Wachen vorbei, hebt Laserbarrieren auf und gibt mir Anweisungen, welche Knöpfe ich auf einem Computerterminal drücken muss, um den Raketenstart zu stoppen.

Die Zusammenarbeit erfordert effizienten Informationsaustausch, schnelles Reaktionsvermögen und perfekte Koordination. Während des Spiels lernt man beständig hinzu: Ging der Start noch etwas holprig vonstatten, sind wir am Ende der Mission besser eingespielt.

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So sieht das Interface des Hackers aus. Er kann die Hebebühne hacken und mir so den weiteren Weg sichern. BILD: White Elk

Beide Rollen haben anspruchsvolle Aufgabenbereiche, die gemeistert werden wollen: Der Hacker muss das abstrakte Interface und dessen Interaktionsmöglichkeiten verstehen lernen und der Räuber schnell reagieren, Anweisungen folgen und sich rasch von Punkt A nach Punkt B bewegen können.

Letzteres fällt mit dem Go-Controller nicht gerade leicht, da das Thumbpad als Ersatz für einen Analogstick herhalten muss. Das macht die Steuerung des Alter Ego fummelig und unpräzise und trübt den Spielspaß erheblich.

Fazit: Zu gut für Oculus Go

Covert spielt sich unter der VR-Brille generell recht schwerfällig. Das liegt weniger am Spiel als an der VR-Brille, für die es entwickelt wurde. Mit einer Oculus Rift oder Oculus Quest könnte man sich dank des Analogsticks wie ein richtiger Dieb präzise durch die Welt bewegen, um Ecken schauen und auf natürliche Weise mit Objekten interagieren. Das alles ist mit den technischen Möglichkeiten von Oculus Go nicht umsetzbar.

So unterhaltsam und spannend das Spiel auch klingt, in der Praxis wirkt es etwas angestrengt. Aus diesem Grund hoffe ich auf eine Quest-Version des Titels und führe mir erst dann den Rest des mit über sechs Stunden recht umfangreichen Spiels zu Gemüte. Auf der autarken VR-Brille dürfte Covert problemlos sein volles Potenzial entfalten.

Covert ist im Oculus Store für Oculus Go und Samsung Gear VR erhältlich und kostet zehn Euro.

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Titelbild: White Elk


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