Auf der E3 2012 präsentierte John Carmack Palmer Luckeys Rift-Prototyp und machte ihn damit schlagartig bekannt. Der Jungunternehmer Brendan Iribe hörte dadurch vom jungen Tüftler und gründete mit ihm das Startup Oculus. Doch wie kam es überhaupt dazu, dass sich Carmack damals vertieft mit Virtual Reality befasste und auf Palmer Luckey stieß? 

Ende 2011 brachte id Software den Ego-Shooter “Rage” heraus. Carmack gönnte sich wie nach jedem seiner großen Projekte eine Kreativpause, in der er persönlichen Forschungsinteressen nachgeht. Dieses Mal fiel seine Wahl auf Virtual Reality.

Carmack habe seit dem Virtual-Reality-Crash der 90er Jahre kaum mehr an die Technologie gedacht, schreibt Blake J. Harris in seinem Buch “The Future of the History: Oculus, Facebook, and the Revolution That Swept Virtual Reality” (Amazon-Link). Es sei der damalige 3D-TV-Hype gewesen, der ihn auf die Idee brachte, sich erneut Virtual Reality zuzuwenden.

Carmack habe nicht geglaubt, dass sich 3D-Fernseher durchsetzen würden, befasste sich jedoch mit Stereoskopie und Tiefenwahrnehmung. Dies wiederum veranlasste Carmack, sich über den aktuellen Stand der VR-Technik zu informieren.

Eine schlummernde Technologie

Carmacks Recherchen ergaben, dass aktuelle Geräte nicht viel besser oder sogar schlechter waren als die der 90er Jahre: Die Latenz, das Trackingsystem und das geringe Sichtfeld waren unzureichend für eine wahrhaft immersive Erfahrung. Carmack erwarb daraufhin, wie Palmer Luckey Jahre zuvor, ältere und neuere VR-Brillen und versuchte, sie zu verbessern.

Als sich die mit seinem Arbeitgeber Zenimax vereinbarte freie Forschungsphase dem Ende zuneigte, suchte Carmack nach einer Möglichkeit, sich weiter mit Virtual Reality zu befassen. Das nächste große Projekt des Studios war die BFG-Edition des Ballerspiels Doom 3.

Die Neuauflage brachte Carmack auf eine Idee: Wie wäre es, wenn man das betagte Spiel mit einem Virtual-Reality-Modus vermarkten würde?

Virtual Reality als Marketing-Gimmick

Durch dieses “Marketing-Gimmick” könnte die Neuauflage mehr Aufmerksamkeit generieren. Aber was noch wichtiger war: Carmack konnte gegenüber der Geschäftsführung begründen, weshalb er sich weiter mit der Technologie befasst.

Auf der Suche nach einem geeigneten VR-Abspielgerät kaufte Carmack Sonys brandneue 3D-Videobrille HMZ-T1. Das Gerät hatte jedoch die gleichen Probleme wie andere aktuelle VR- und Videobrillen. Besonders das geringe Sichtfeld von 45 Grad störte Carmack, da es Präsenz verhinderte.

Bei seiner weiteren Recherche stieß Carmack auf eine Internetseite für VR-Enthusiasten. In den Kommentaren eines Artikels wurde er auf einen Tüftler aufmerksam, der vorgab, an einer VR-Brille mit großem Sichtfeld zu arbeiten: Palmer Luckey.

Carmack schrieb Luckey an, um den Prototyp auszuprobieren. Für Luckey bedeutete Carmacks Interesse vor allem eines: dass das Interesse an VR-Brillen möglicherweise viel größer sein könnte, als er anfänglich gedacht hatte.

Letzte Aktualisierung am 23.09.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

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Titelbild: Sandra Schlichting (Youtube-Screenshot)


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