Neue Vision: Facebook reorganisiert sich fürs Metaverse

Neue Vision: Facebook reorganisiert sich fürs Metaverse

Vergangene Woche beschrieb Mark Zuckerberg eine neue Vision für sein Unternehmen: Aus Facebook soll eine Metaverse-Firma werden. Nun folgt die Umstrukturierung, die bei der Umsetzung dieser Vision helfen soll.

„Ich denke, wir werden uns von einem Unternehmen, das in erster Linie als Social-Media-Unternehmen gesehen wird, zu einem Metaverse-Unternehmen entwickeln“, sagte Zuckerberg letzte Woche in einem programmatischen Interview. Laut dem Facebook-Gründer soll es in circa fünf Jahren so weit sein.

Seine Vision ist kühn: Zuckerberg spricht vom Metaverse als dem Nachfolger des mobilen Internets, das man betreten statt nur betrachten können soll. Ausschlaggebend für die Metaverse-Erfahrung ist die eigene Verkörperung sowie soziale Präsenz, also das Gefühl, mit anderen Menschen im gleichen Raum anwesend zu sein. Das Metaverse soll viele Unternehmen umspannen und nicht nur von Facebook entwickelt werden.

Facebooks Metaverse ist plattformübergreifend

Erstaunlicherweise setzt diese Vision laut Zuckerberg nicht zwingend Virtual oder Augmented Reality voraus, also jene Technologien, die prädestiniert sind für diese Art von sozialer Erfahrung und in dessen Entwicklung Facebook seit 2014 viele Milliarden US-Dollar investiert. Das Metaverse werde über unterschiedliche Computerplattformen zugänglich sein, namentlich VR und AR, aber auch über den PC, mobile Geräte und Spielkonsolen, sagt Zuckerberg.

Diese Relativierung dürfte ein Zugeständnis an den Umstand sein, dass VR und AR technisch noch nicht reif genug sind für den Mainstream und  auch in fünf Jahren noch nicht vollends dafür bereit sein dürften.

Eine neue Abteilung speziell fürs Metaverse

Auf die neue Facebook-Vision folgt nun eine erste Reorganisation. XR-Chef Andrew Bosworth hat eine neue Abteilung und Produktgruppe innerhalb der Facebook Reality Labs angekündigt, die sich der Umsetzung der Metaverse-Vision widmen soll.

Die Reorganisation zielt auf eine Zusammenführung von Facebooks bestehenden und zukünftigen Metaverse-Diensten zu einer größeren, einheitlicheren Plattform. Das Team solle das Bindegewebe zwischen Facebooks Metaverse-Räumen herstellen, sodass man sich mit Leichtigkeit zwischen ihnen bewegen könne, schreibt Bosworth.

Leiten soll diese Bemühungen der Instagram-Produktchef Vishal Shah. Für die Cloud-Infrastruktur und die Horizon-Teams wird Vivek Sharma von Facebook Gaming verantwortlich sein, während Oculus-Koryphäe Jason Rubin (ebenfalls bei Facebook Gaming) erneut in die Rolle des Inhalte-Chefs schlüpft. Damit füllt er die Lücke, die Mike Verdu hinterließ.

Facebook Horizon: Auch für Smartphones und Konsolen?

Laut CNET will Facebook für die neue Abteilung hunderte neue Stellen schaffen, um VR, AR und den Rest von Facebook zusammenzuführen. Das noch immer in der Beta befindliche VR-Metaverse Horizon dürfte hierbei eine Schlüsselrolle übernehmen.

Da Zuckerberg zumindest kurz- und mittelfristig die Hoffnung auf ein rein XR-basiertes Facebook-Metaverse aufgegeben zu haben scheint, steigen die Chancen, dass Horizon auch ohne VR-Brille zugänglich sein wird.

Die Social-VR-Plattform Rec Room expandierte in den letzten Jahren ebenfalls in Richtung Smartphones und Spielkonsolen und hat damit großen Erfolg. Damit Horizon überhaupt eine Chance auf Marktrelevanz bekommt, muss sich die VR-App Mainstream-Plattformen öffnen.

Quelle: Andrew Bosworth auf Facebook, Titelbild: Facebook

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