Facebooks neueste VR-Technik braucht wohl noch ein wenig zur Marktreife, befasst sich aber mit einem wichtigen sozialen Aspekt.

VR-Brillen schirmen die Augenpartie ab und wirken daher unsozial: Wenn man von außen nur auf einen schwarzen klobigen Kasten statt in die Augen eines Menschen blickt, kann das irritieren. Immerhin gehört der Blickkontakt zu den wichtigsten Ausdrucksmitteln der Körpersprache und ist ein zentraler Bestandteil nonverbaler Kommunikation.

Dass das neue Experiment der Facebook-Forscher dieses Problem löst, ist eher unwahrscheinlich. Aber es zeigt zumindest, dass der Konzern das Thema auf dem Schirm hat und sich mit möglichen technischen Lösungen befasst.

Augen-Projektion im Lichtfeld-Display

Auf der wissenschaftlichen Computergrafik-Fachkonferenz Siggraph werden Forscher aus Facebooks Realitätslabor im Segment “entstehende Technologien” ein “Reverse Pass-through VR”-System vorstellen: In der VR-Brille angebrachte Kameras filmen die Augenpartie des VR-Brillenträgers und projizieren das Bild auf nach außen gerichtete Lichtfeld-Displays.

Die Lichtfeld-Displays können die Augenbewegungen laut Projektbeschreibung perspektivisch korrekt darstellen, sodass “Blickhinweise zur Unterstützung sozialer Kopräsenz-Interaktionen” möglich werden. Details zur technischen Umsetzung sind noch nicht bekannt, die dürften im Rahmen der Siggraph im August folgen.

Facebooks Realitätslabor macht genau das, was der Name verspricht. Allerdings sollte es doch eigentlich eher weniger Technik am Kopf werden ... | Bild: Facebook Reality Labs

Facebooks Realitätslabor macht genau das, was der Name verspricht. Allerdings sollte es doch eigentlich eher weniger Technik am Kopf werden … | Bild: Facebook Reality Labs

Wofür braucht man reale Augen auf der VR-Brille?

Die Display-Augen könnten beispielsweise bei VR-Trainings nützlich sein, wenn Trainer von außen mit den Trainierenden interagieren wollen, aber auch in vielen anderen öffentlichen und sozialen Szenarien wie in Museen, der Kunst, in der Forschung und natürlich beim eigenen Gebrauch Zuhause, wenn man die VR-Brille nicht für jeden (sozial zugewandten) Austausch direkt absetzen muss.

Für den Heimgebrauch müsste die Technik allerdings noch deutlich schlanker werden. Auf der anderen Seite: Vielleicht sind Display-Augen auf der VR-Brille einfach nur seltsam. Aber genau dafür gibt es ja Forschung.

Die Siggraph findet in diesem Jahr virtuell vom 9. bis zum 13. August statt. Neben Facebooks ausgefallenem Forschungsprojekt zu den VR-Augen werden dort zahlreiche weitere XR-Projekte vorgestellt, die noch tief im Experimentierstatus stecken.

Eines dieser Experimente zeigt etwa die virtuellen Flugzeuge aus dem Microsoft Flight Simulator an der passenden Stelle in der Realität an, sofern man mit einer AR-Brille oder per Smartphone-AR in den Himmel schaut (siehe Screenshot).

Durchkreuzen virtuelle Flieger bald den realen Himmel?

Durchkreuzen virtuelle Flieger aus dem Microsoft Flight Simulator bald den realen Himmel? | Bild: Leuze via Siggraph

Quelle: Siggraph | Titelbild: Facebook Reality Labs

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