Mit “Virtual Robot Overlay for Online Meetings” – oder kurz “VROOM” – kombiniert Microsoft Telepräsenz-Roboter mit AR-Avataren für bessere Kollaboration und Präsenz. Wie geht das?

Microsoft Research Cambridge forscht unter der Leitung von Brennan Jones an einem neuen Telepräsenzsystem. Jones will physisch voneinander entfernten Personen das Gefühl vermitteln, tatsächlich zusammen an einem Ort zu sein. Gleichzeitig sollen die Menschen die jeweils zugeschaltete Person in gewisser Weise physisch wahrnehmen können.

Ein Telepräsenz-Roboter, kombiniert mit einem Augmented-Reality-Avatar, soll dabei helfen.

Telepräsenz-Roboter: Bewegungsfreiheit mit Einschränkungen

Telepräsenz-Roboter sind Videokommunikationsgeräte, die ihr aus der Ferne einschaltet und steuert. Der Nutzer vor Ort braucht sie nicht zu bedienen. Über eine Kamera seht ihr die Umgebung und bewegt den fahrbaren Roboter quer durch das Büro, in dem er sich befindet. Den ein oder anderen dürfte das vielleicht an Folge 2 der vierten Staffel zu The Big Bang Theory erinnern.

Mit einem solchen Roboter fährt der Anwender im Besprechungsraum selbstständig zwischen Whiteboard und Konferenztisch hin und her oder besucht einen Kollegen an seinem Schreibtisch. Der jeweilige Gesprächspartner sieht den Anwender über ein Display, das je nach Gerät fest verbaut ist oder ein angeschlossenes Tablet sein kann. Eben ein “ganz normaler” Videoanruf mit etwas mehr Bewegungsfreiheit.

Laut Jones und seinem Team leidet das Gespräch über einen Telepräsenz-Roboter an den gleichen Einschränkungen wie traditionelle Videogespräche. Der entfernte Nutzer sei, trotz der hinzugewonnenen Bewegungsfreiheit, immer noch in einem 2D-Bildschirm eingesperrt und hätte nur ein eingeschränktes Sichtfeld zu Verfügung.

Verbessern Telepräsenz-Roboter mit AR-Avatar die Videokonferenz?

Jones will diese Einschränkungen mit Microsoft VROOM aufheben, indem er den Gesprächspartner vom Bildschirm des Telepräsenzroboters befreit und auf einen AR-Avatar überträgt. Augmented-Reality-Konferenzen, wie sie beispielsweise die VR-App Spatial möglich macht, setzen euch das virtuelle Abbild eines entfernten Gesprächspartners gegenüber.

Die Bewegungsfreiheit eines Avatars in Spatial ist allerdings auf einen vorgegebenen Standort reduziert. Microsofts VROOM erzeugt hingegen einen lebensgroßen Ganzkörper-Avatar und zieht ihn dem Telepräsenzroboter quasi über. Der AR-Avatar ist dadurch nicht mehr an einen festen Ort gebunden, sondern kann sich quer durch das Büro bewegen.

Der Roboter ist mit einer 360-Grad-Kamera ausgestattet, die euch das Büro live auf die VR-Brille streamt. Wie in einem 360-Grad-Video seht ihr euch frei um und bewegt den Roboter mit den Joysticks der VR-Controller durch den Raum. Eure Kollegen vor Ort sehen euch durch eine AR-Brille vor dem Roboter durch das Büro spazieren.

Die VR-Brille (Vergleich) überträgt eure Kopfbewegungen direkt auf den Avatar, VR-Controller übernehmen die Arm- und Handbewegungen. Dadurch könnt ihr während einer Besprechung auf ein Whiteboard zeigen oder eure Argumentation durch Gesten verdeutlichen.

Microsoft VROOM: Mixed-Reality-Arbeitsplatz mit mehreren Avataren möglich

Das Forschungsteam will herausfinden, ob sich die Kommunikation durch VROOM im Vergleich zu herkömmlichen Telepräsenz-Robotern verändert und die Zusammenarbeit effizienter macht. Künftig soll in Microsoft VROOM auch ein Mixed-Reality-Arbeitsplatz für mehrere Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden.

Dort könnten 3D-Modelle oder Dokumente erstellt und gemeinsam betrachtet oder bearbeitet werden. Objekte, die am lokalen Arbeitsplatz in Augmented Reality dargestellt werden, sollen dem Remote-Nutzer in Virtual Reality zur Verfügung stehen und umgekehrt.

Titelbild: Microsoft / Brennan Jones

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