Microsoft Teams bringt Avatare in virtuellen Hörsaal

Microsoft Teams bringt Avatare in virtuellen Hörsaal

Der VR-Urvater Jaron Lanier hat sich einen virtuellen Hörsaal für Microsoft Teams ausgedacht.

In den 80er Jahren prägte der Technik-Philosoph und Ingenieur Jaron Lanier den Begriff Virtual Reality und baute die ersten VR-Brillen. Heute denkt er für Microsoft über soziale XR-Innovationen nach.

Eine solche Innovation schafft es jetzt in Microsofts Videokonferenz- und Kollaborationssoftware Teams: Im Together-Mode (DE: Zweisamkeitsmodus) schneidet Microsoft per KI-Bildanalyse Kopf und Schultern der Konferenzteilnehmer aus und platziert sie als Avatar in einen virtuellen Hörsaal. Microsoft setzt bereits bei der Echtzeit-Audioverbesserung in Teams auf Künstliche Intelligenz.

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Gemeinsam in einem Raum statt verteilt in aller Welt

Dass die Konferenzteilnehmer so zumindest digital im gleichen Raum sitzen anstatt in ihrem jeweiligen Zuhause, soll laut Lanier für ein stärkeres Gefühl von Nähe und Verbundenheit sorgen. Die Avatare sind animiert und interaktiv, können sich beispielsweise auf die Schulter tippen oder winken.

Besonders gut soll sich der Together-Modus für Calls mit sehr vielen Teilnehmern eignen, da es leichter sei, in ein Gespräch einzusteigen, und wenn eine hohe Aufmerksamkeit der Gruppe erforderlich ist, zum Beispiel bei einer Schulklasse. Für Moderatoren sei es einfacher, die ganze Gruppe und ihre Stimmung im Blick zu haben.

Laut Lanier eignet sich der neue Modus derzeit gut für bis zu 49 Teilnehmer. Größere Gruppen seien möglich und würden getestet.

Kein Augenkontakt, kein Problem

Der Together-Mode könne Meeting-Müdigkeit reduzieren, unter anderem, da das Augenkontaktproblem vermieden wird: In klassischen Video-Meetings versucht man instinktiv, sich über die Kamera in die Augen zu schauen – nur die Technik lässt das nicht zu, man schaut aneinander vorbei. Das ist anstrengend. Im Together-Modus hat jeder Nutzer stets alle Teilnehmer relativ zum eigenen Avatar im Blick.

Der spielerische Charakter des Together-Mode ist laut Lanier erwünscht: „Nachdem ich viele Sitzungen beobachtet und analysiert habe, bin ich zu einer neuen Meinung gekommen. Verspieltheit ist keine Zeitverschwendung, auch nicht für Erwachsene. […] Wir lernen so, mit neuen Menschen zu interagieren, und bauen Vertrauen und Komfort auf und erforschen die Umgebung.“

Microsoft rollt den Together-Modus ab sofort für die Desktop-App aus. Ab August soll er weitläufig verfügbar sein. Der Modus kommt zunächst mit einer Hörsaal-Ansicht, weitere Umgebungen wie ein Café sollen später hinzugefügt werden.

Quelle: Microsoft

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