Microsoft fuhr seine Virtual-Reality-Ambitionen zuletzt bedeutend zurück. Dass das Unternehmen gleichwohl weiter an Virtual Reality forscht, zeigt ein Patentantrag von letzter Woche.

Das beim US-Patentamt eingereichte Patent beschreibt eine Trackingmatte, die verhindern soll, dass VR-Nutzer die reale Welt vergessen, beim Spielen mit physischen Objekten zusammenstoßen und sich ernsthaft verletzen. Die zugrundeliegende Idee: VR-Spieler spüren wegen der wechselnden Unterlage, dass sie den Spielbereich verlassen und kehren dorthin zurück.

Die Idee, einen Teppich als haptisch wahrnehmbare Begrenzung des Spielbereichs zu verwenden, ist schon alt. Neu an Microsofts Trackingmatte sind die zusätzlichen Funktionen.

So kann die VR-Brille anhand spezieller Marken auf der Matte automatisch ihren Trackingbereich bestimmen, wodurch das manuelle Festlegen eines Schutzkäfigs überflüssig wird. Die Matte verfügt außerdem über einen Startpunkt in der Mitte: Erst wenn sich der Spieler in die Mitte bewegt, startet die VR-Anwendung.

Modularer Aufbau

Bei der Erkennung helfen Drucksensoren, die ermitteln, wo der VR-Nutzer gerade steht. Selbst von haptischem Feedback mittels Vibrationsmotoren ist die Rede, die beispielsweise ein virtuelles Erdbeben oder dergleichen simulieren könnten.

Da nicht jeder VR-Nutzer gleich viel Fläche zum Spielen hat, soll die Trackingmatte aus modularen Kacheln aufgebaut sein, die der VR-Nutzer nach Belieben selbst zusammensetzt.

Wie bei jedem Patentantrag gilt auch hier, dass die Erfindung nicht zwingend zu einem Produkt ausentwickelt wird. Bei Virtual Reality geht der Trend ohnehin zu höherem Nutzungskomfort und Mobilität. Wahrscheinlich wären nur Enthusiasten bereit, einen elektronischen VR-Teppich im Wohnzimmer auszurollen oder gar zu Freunden mitzunehmen.

Ohnehin zeigt Microsoft aktuell wenig Interesse an Virtual Reality und setzt stattdessen mit Hololens 2 voll auf Augmented Reality. Für die nächste Xbox soll angeblich keine VR-Brille geplant sein, ja selbst der Microsoft Flight Simulator kommt zum Marktstart ohne VR-Unterstützung, obwohl ein VR-Modus Sinn ergeben würde und technisch nicht allzu aufwendig umzusetzen wäre.

Titelbild: Microsoft / USPTO, Quelle: Variety

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