Metaverse für Musik: HTC plant begehbare VR-Konzerte

Metaverse für Musik: HTC plant begehbare VR-Konzerte

Ein „Metaverse für Musik“: Mit der Beatday-Plattform will HTC teilhaben an der digitalen Konzert-Zukunft. Was stellt sich das Unternehmen konkret vor?

Plattformen wie Fortnite verursachen einen großen Wirbel rund um digitale Avatar-Events und speziell Konzerte namhafter Künstler und Künstlerinnen. Kürzlich lockte Epic etwa die bekannte US-Sängerin Ariana Grande auf die digitale Fortnite-Bühne für ein spektakulär inszeniertes Konzert mit vielen Millionen vornehmlich sehr jungen Zuschauenden.

HTC setzt auf volumetrische Aufnahmen

Während Auftritte wie die von Grande eigens in Computergrafik für die Fortnite-Welt gerendert werden, will HTC auf der neuen Musikplattform Beatday mehr Realismus einbringen: Auftritte der Bands und Künstler:innen sollen in Studios in Taiwan, Japan und Frankreich volumetrisch gefilmt und dann auf einer passend erstellten digitalen Bühne abgespielt werden.

Diese Mischung aus volumetrischen Aufnahmen mit digitalen Assets hat den Charme, dass der Produktionsaufwand überschaubar bleibt, da nur die Musiker:innen erfasst werden müssen, nicht ihre gesamte Umgebung.

Zuschauende haben aber dennoch das Gefühl, bei einem digitalen Konzert vor Ort zu sein, anstatt nur ein Video davon zu sehen: Dank der volumetrischen, also räumlichen, Aufnahmetechnik können sich Konzertbesucher:innen als Avatare wie vor einer echten Bühne in verschiedene Richtungen bewegen und unterschiedliche Blickwinkel einnehmen.

Das erhöht den Realitätsgrad und das Präsenzgefühl, auch im Vergleich zu einem herkömmlichen 3D-Video mit Tiefeneffekt. Sogar der virtuelle Spaziergang direkt auf der Bühne ist vorstellbar. Das folgende Video veranschaulicht das Produktionsprinzip.

Hinter der Produktion im Video steckt unter anderem das Kameraunternehmen Canon, das sich mit anderen namhaften Tech-Unternehmen kürzlich zu einer Initiative für volumetrische Videos formiert hat. HTC ist allerdings nicht Teil der „Volumetric Format Association“.

Beatday ist HTCs „Metaverse für Musik“

HTC pitcht Beatday als „Metaverse für Musik“. Der Launch einer Beta-Version von Beatday für den Desktop-PC und Smartphones soll zeitnah passieren. Beatday für Augmented und Virtual Reality soll später folgen.

„Wir werden Beatday zunächst auf dem Smartphone und dem PC auf den Markt bringen, um die breite Masse und auch jüngere Nutzer zu erreichen. Sobald wir eine gewisse Größe auf dem Markt erreicht haben, werden wir eine VR-Version veröffentlichen, um unserem Publikum ein echtes High-End-Erlebnis zu bieten“, sagt HTC Vive-Präsident Liu Szu-ming zu Variety.

Zunächst kooperiert HTC mit der taiwanesischen Indie-Band „Amazing Show“ für sechs Konzerte mit je einer halben Stunde Spieldauer. Der Ticketpreis steht noch nicht fest, soll aber voraussichtlich bei 10 bis 12 US-Dollar liegen für Eintritt und einen dauerhaften NFT-Avatar. HTC will zusätzlich Geld mit digitalen Accessoires und Kleidungsstücken für die Avatare verdienen.

„Nachdem die physischen Konzerte der Sänger wegen der Pandemie abgesagt wurden, haben sich ‚Holo-Konzerte‘ als neue Form der Online-Veranstaltung etabliert“, sagt Liu.

Die Vive-Chefin geht davon aus, dass Beatday einen „großen Wandel“ in der Musikindustrie auf den Weg bringen kann. Das mache sie attraktiv für Künstler:innen: „Es [Beatday] integriert Musiklizenzen, Plattenlabels und Künstlermanagement-Agenturen und schafft neue Geschäftsmöglichkeiten und ein innovatives Modell zur Aufteilung der Einnahmen.“

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