Was ist das Metaverse? Die drei größten Missverständnisse

Was ist das Metaverse? Die drei größten Missverständnisse

Matthew Ball ist ein bekannter Metaverse-Theoretiker. In einem Interview nennt er die größten Irrtümer, die man mit dem Konzept verbindet. 

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Matthew Ball verantwortete zwei Jahre lang die Strategie der Amazon-Filmstudios und war Produzent des Cloud-Spiels Rival Peak. Heute ist er als Investor, Autor und Journalist tätig. Seine Artikel erscheinen in Publikationen wie der New York Times, Bloomberg und The Economist.

Anfang 2019 begann Ball, ausgehend von seinen Erfahrungen mit Fortnite und Roblox, über das Konzept des Metaverse zu schreiben. Für seine Texte erhielt er viel Lob von Industriegrößen wie Tim Sweeney und Mark Zuckerberg.

Letzterer sagt über den Metaverse-Theoretiker: „Jeder, der versucht, etwas über das Metaverse zu lernen, sollte Balls neunteilige Artikel über die verschiedenen Aspekte des Metaverse lesen. Ich kann sie alle sehr empfehlen.“

Metaverse ist nicht gleich Virtual Reality

Am 19. Juli erscheint Balls 350 Seiten starkes Buch mit dem Titel „The Metaverse: And How it Will Revolutionize Everything“ (Amazon-Link).

In einem Interview mit dem Tech-Magazin Protocol offeriert Ball zwar keine Definition des Metaverse, aber geht auf die seiner Meinung nach größten Missverständnisse ein, die Menschen vom Metaverse haben.

Der erste große Irrtum ist laut Ball, dass das Metaverse immersive Virtual Reality ist, also ein Gerät wie die Meta Quest 2. Das sei falsch, denn dieses ermögliche lediglich einen Zugang zum Metaverse und sei nicht das Metaverse selbst. „Das wäre so, als würde man sagen, das mobile Internet sei ein Smartphone“, sagt Ball.

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„Darüber hinaus wissen wir, dass VR-Headsets, zumindest als Mainstream-Geräte, noch einen langen Weg vor sich haben. Sie könnten letztlich die beste und beliebteste Art des Zugangs zum Metaverse werden. Aber sie sind nicht das Metaverse. Sie sind keine Voraussetzung.“

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Videospiele (allein) sind nicht das Metaverse

Das zweite große Missverständnis sei, dass Metaverse mit Videospielen und virtuellen Welten gleichzusetzen.

„Das ergibt Sinn, denn die besten Beispiele für miteinander verbundene virtuelle Welten von außerordentlicher Vielfalt finden sich in Roblox und Minecraft“, sagt Ball. „Aber diese Definition wäre in etwa so, als würde man sagen, das AOL-Portal sei das Internet und spiegele die enormen Möglichkeiten wider, die das Internet bietet.“

Den dritten und letzten großen Irrtum sieht Ball in der Überzeugung, dass das Metaverse alles ersetzen wird. Das sei schon beim Smartphone nicht der Fall gewesen: Obwohl man heutzutage in der mobilen Ära lebe, nutze man noch immer PCs.

„Das Metaverse verändert vielleicht die Geräte, die wir benutzen, die Erfahrungen, Geschäftsmodelle, Protokolle und Verhaltensweisen, die wir online haben. Aber wir werden weiterhin Smartphones und Tastaturen benutzen“, sagt Ball.

Wohl im Hinblick auf Zuckerbergs Vision einer immersiven VR-Telefonie meint der Metaverse-Theoretiker. „Wir müssen nicht alle Videokonferenzen und Telefonanrufe in 3D führen. Das Metaverse ist eine Ergänzung und ein Zusatz, es ersetzt nicht alles.“

Eine längere Liste all der Dinge, die das Metaverse nicht ist, findet sich auf Balls Blog. Im gleichen Artikel stehen auch sieben Kernmerkmale des Metaverse, für all jene, die sich eine positive Beschreibung des Phänomens wünschen.

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Quellen: Protocol