Meta Quest 2: 15 Millionen Verkäufe – wirklich?

Meta Quest 2: 15 Millionen Verkäufe – wirklich?

Ein Marktforscher behauptet, dass Meta knapp 15 Millionen Quest-2-Headsets verkauft hat. Worauf stützt sich diese Schätzung?

Mit Werbeeinnahmen bezahlen wir unsere Redakteur:innen.
Mit einem MIXED-Abo kannst Du unsere Seite werbefrei lesen.

Meta selbst nannte bislang keine Verkaufszahlen, weder für Meta Quest 2 noch eine andere VR-Brille. Bekannt ist nur, dass sich das Headset besser verkauft als alle früheren VR-Geräte Metas zusammengenommen.

Vergangene Woche behauptete Jeronimo Francisco vom Marktforschungsunternehmen IDC in einem Tweet, dass sich Quest 2 seit dem Launch im Oktober 2020 14,8 Millionen Mal verkauft hat und das erfolgreichste VR-Headset am Markt ist. Die Frage ist, wie diese Zahl zustande gekommen ist.

Empfohlener Beitrag

Gabe Newell trägt monströsen VR-Prototyp
Hirn-Interface: Valve-Chef Gabe Newell sagt das M-Wort
Mit Werbeeinnahmen bezahlen wir unsere Redakteur:innen.
Mit einem MIXED-Abo kannst Du unsere Seite werbefrei lesen.

Der Tweet selbst enthält keine genaueren Information zur Schätzung und eine Nachfrage meinerseits blieb unbeantwortet.

IDC speist die Marktanalysen laut eigenen Angaben aus mehreren Quellen: Es befragt Händler und Verbraucher, untersucht Lieferketten und stützt sich auf Datensätze, die von einem globalen Marktforschernetzwerk gepflegt werden.

Meta gibt XR-Umsätze an

Hype-Prognosen und Zahlen, deren Zustandekommen nicht nachvollziehbar ist: Sie bringen IDC und Konsorten viel Aufmerksamkeit, aber können der Industrie schaden, weil sie unrealistische Erwartungen wecken. IDC begleitet den VR- und AR-Markt schon seit vielen Jahren und hat etwa bei Prognosen schon kräftig daneben gelegen – dafür reicht ein Blick in die Vergangenheit.

logo
  • checkMIXED.de ohne Werbebanner
  • checkZugriff auf mehr als 9.000 Artikel
  • checkKündigung jederzeit online möglich
ab 2,80 € / Monat
logo

Metas Quartalsergebnisse für das Jahr 2021 in tabellarischer Form.

Die Einnahmen stehen unter „Reality Labs Revenue“. | Bild: Meta

Eine bessere, weil nachvollziehbare Schätzung der Verkaufszahlen liefert Mark Boland von AR Insider. Er stützt sich auf Zahlen, die von Meta selbst stammen: den quartalsmäßigen Umsätzen der Reality Labs, also Metas VR- und AR-Abteilung.

Das Unternehmen gibt seit dem ersten Quartal 2022 einen genaueren Einblick in Einnahmen und Ausgaben des eigenen Zukunftsgeschäfts, wobei die Angaben zum Umsatz bis in vierte Quartal 2020 zurückgehen, also den Launchzeitraum der Meta Quest 2.

Weniger als zehn Millionen verkaufte Quest 2?

Wie viel dieses Umsatzes auf Verkäufe der Quest 2 entfällt, ist nicht bekannt. Laut Metas Finanzchef David Wehner werden die Einnahmen hauptsächlich durch Quest 2 getragen. Zudem ist bekannt, dass circa ein Viertel des Umsatzes auf App-Verkäufe entfällt.

Auf Basis von Metas Zahlen und eigener Berechnungen kommt Boland auf knapp 9 Millionen verkaufte Quest-Brillen, Meta Quest 1 eingeschlossen. Er geht davon, dass das Unternehmen die 10-Millionen-Marke in diesem Quartal knackt oder schon überschritten hat.

Das wäre ein signifikanter Meilenstein: 2018 definierte Zuckerberg als Ziel, zehn Millionen VR-Nutzer:innen auf einer einzelnen Plattform zu erreichen. Sei diese Marke erreicht, werde der Markt „explodieren“, so Zuckerberg.

Verkaufte Geräte sind jedoch ungleich Nutzer:innen und stimmt Bolands Schätzung, dürfte nicht einmal erstere Grenze überschritten sein. Von John Carmack wissen wir zudem, dass eine Menge gekaufter VR-Brillen ungenutzt im Schrank liegen.

Worauf es am Ende ankommt, ist ohnehin nicht, wie viele Geräte genau verkauft wurden. Wichtiger ist eine passionierte Nutzerschaft, denn nur die gibt regelmäßig Geld für Apps aus und erhält das Ökosystem so am Leben. Weshalb Meta auch lieber von Entwicklererfolgen statt Verkaufszahlen entspricht.

Empfohlene Beiträge