Wie begegnet man Mobbing und Diskriminierung in VR? Eine Entwicklerin macht Vorschläge.

Die Diskriminierung und das Mobbing von Mitspielern ist bei normalen interaktiven Spielen ein schon länger bekanntes Problem. Mit der zunehmenden Beliebtheit von VR-Spielen sieht sich auch die VR-Community mit diesen Themen konfrontiert, und das teilweise auf deutlich intensivere Weise wie bisher.

Durch die Immersion und Realitätsnähe von VR-Spielen, was einen Teil der Faszination von Virtual Reality (Guide) ausmacht, ist Mobbing hier nicht nur psychischer Natur, sondern kommt manchmal auch physischer Belästigung sehr nahe. Die Probleme können bis zu direkter sexueller Belästigung reichen.

Mobbing fühlt sich in VR sehr real an

Durch plötzliches Eindringen in den persönlichen Raum eines anderen Avatars kann man die Person dahinter ihn in Angst und Schrecken versetzen. Patrick Harris, Design Director beim VR Studio Minority Media, wies bereits 2016 darauf hin, dass durch die zusätzliche körperliche Nähe – wenn auch im Endeffekt “nur” virtuell – Flucht- oder Kampfinstinkte eines Menschen getriggert werden können.

In Kombination mit Mobbing oder sexueller Belästigung führt das zu ernsten Problemen. Das Potential der Ausnutzung von sozialen VR-Spielen oder -Apps ist auf jeden Fall da, vor allem, da bei Fällen von Cyber-Mobbing kaum ein Rechtsschutz besteht.

Maßnahmen gegen Mobbing

Auch Renee Gittins, Excecutive Director International Game Developers Association und CEO bei Stumbling Cat, beschäftigt sich schon länger mit dem Thema und verweist auf die langfristige Rufschädigung, die der VR-Branche daraus erwachsen können. Sie stellte daher im Juni in einem Whitepaper ein Maßnahmenpaket von Funktionsänderungen in VR-Spielen (Releases) vor, mit denen Diskriminierung in VR-Spielen vorgebeugt werden könnte.

Dem Nutzer sollte es möglich sein, selbst und frei über die eigene Privatsphäre entscheiden zu können. In ihrem detaillierten Plan schlägt Gittens Funktionen für verbesserte Privatsphäre des Spielers (beispielsweise einen Hide-Button) oder die Einstellbarkeit des persönlichen Raums (Radiusbegrenzung) vor. Zudem plädiert sie für die Implementierung von Community-Moderationen, Meldemöglichkeiten für diskriminierende Inhalte in Beiträgen oder einem Karma-Level für Nutzer.

Eine Kultur gegen Diskriminierung aufbauen

Gittens verweist explizit darauf, dass nicht jede Maßnahme für jede Art von VR-Spiel geeignet sei, die sie in ihrem 11-seitigen Whitepaper beschreibt.

Wichtig sei es vor allem, mit gezielten Tools in Spielen eine Kultur gegen Rassismus und Diskriminierung zu implementieren und aufzubauen, so Gittens: „Wenn man den Leuten die Möglichkeiten zur Verfügung stellt, werden viele Probleme im Keim erstickt. Man muss sie nur angehen.“

Quelle: Gamesindustry.biz

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