Maskmaker im Test: Pure VR-Magie

Maskmaker im Test: Pure VR-Magie

In Maskmaker erkundet man eine Märchenwelt, wird Handwerker und löst clevere Rätsel. Das VR-Spiel beschwört die Magie der Virtual Reality wie kaum ein anderes.

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Als ich Maskmaker zu spielen begann, fühlte ich mich ein bisschen wie Alice, die in den Hasenbau hinabklettert. Ich spielte es staunend, ehrfurchtsvoll und ein "Ah!" und "Oh!" jagte das andere.

Wer seit Jahren in Virtual Reality unterwegs ist, gewöhnt sich an deren Wirkung. Doch ab und zu kommt ein Spiel, das die alte Faszination zu wecken vermag. Maskmaker ist ein solches Spiel und ein gelebtes Märchen, das einen die Welt wieder durch Kinderaugen sehen lässt.

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Ab in die Maskenwelt!

Das Spiel beginnt geheimnisvoll: Unter Anleitung einer geisterhaften Stimme dringt man in die Werkstatt des Maskenmeisters Prospero ein. Später stellt sich heraus, dass Prospero selbst zu einem spricht. Er ist Herrscher über ein für Menschen unzugängliches Märchenreich und sucht einen Lehrling, der magische Masken herstellt. Wir willigen in Prosperos Pläne ein.

Der König hilft bei der Herstellung der magischen Masken, die Portale in Prosperos Reich sind: Setzt man sie auf und blickt durch die Augenöffnungen, findet man sich an verschiedenen Stellen seiner Maskenwelt wieder.

Sein Auftrag lautet, drei verlorene Maskenfragmente zu finden und zusammenzufügen. Doch Prospero ist nicht der einzige, der zu einem zuflüstert und bald schon macht es den Anschein, als sei dem König nicht zu trauen. Was sind seine wahren Motive und was ist mit seinem vorherigen Lehrling passiert?

Der Maskmaker aus dem gleichnamigen Spiel mit kunstvoller Maske vor einer Status

Der Grafikstil ist zeitlos schön.  | Bild: Innerspace VR

Seelenwanderung

Prosperos Reich durchquert man mithilfe von Avataren. Mit aufgesetzter Maske findet man sich in deren Körper wieder und kann sich frei bewegen - so ähnlich, wie wenn man sich im echten Leben eine VR-Brille aufsetzt und einen Avatar steuert.

Die leblosen Hüllen sind in der Landschaft verstreut und helfen einem, Hindernisse zu überwinden. Muss man zum Beispiel einen Abgrund überwinden, kann man dies tun, indem man in den Körper eines Avatars taucht, der sich auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht befindet. Das Spiel nutzt diese Seelenwanderung für verblüffende Momente und spannende Rätsel.

Jeder dieser Avatare trägt eine spezielle Maske, die man zuerst herstellen muss, um sich seines Körpers zu bemächtigen. Die Blaupause für die Maske beschafft man sich, indem man sie mit einem magischen Fernrohr untersucht. Der Plan erscheint anschließend in der Werkstatt.

Maskmaker_Werkstatt

Die Maskenherstellung macht großen Spaß, da man mit den eigenen Händen arbeitet. Auf dem Bild zu sehen die Farbbottiche, in denen man die Farben mischt und die Komponenten, aus denen man wählen kann. | Bild: Innerspace VR

 

Viel Handarbeit

Bevor man die Maske herstellen kann, braucht man noch etwas anders: Seltene Komponenten, die man in den jeweiligen Gebieten zuerst suchen muss. Dabei reicht es, die Maskenzutat einmal zu finden.

Setzt man die Maske ab, findet man sich in Prosperos Werkstatt wieder, wo es mithilfe einer Blaupause munter ans Werk geht: Man nimmt eine Maskenschablone, färbt sie ein und ergänzt sie um die nötigen Komponenten.

Wie die Maske auszusehen hat, ist vorgegeben. Raum für Kreativität gibt es leider nicht. Die Handarbeit macht dennoch Spaß und ist in der Form in keinem anderen Medium umsetzbar. Im späteren Verlauf des Spiels werden die Masken komplexer, sodass man mit einem Pinsel ans Werk muss.

Ist die Maske fertiggestellt, kann man sie aufsetzen und in den Körper des nächsten Avatars tauchen. Auf diese Weise erkundet man Stück für Stück die Gebiete des Märchenreichs.

Unvergessliche Landschaften

Und die sind atemberaubend schön. Zu Beginn stehen einem drei Gebiete offen: eine Mischung aus Tropen- und Eislandschaft, ein Gebirge, das an den Himalaja erinnert und ein Sumpf. Später erforscht man eine Mine, ein Baumdorf und eine Wüste. Die unterschiedlichen Biome, acht an der Zahl, sind recht überschaubar. Maskmaker bietet keine offene Welt, in der man sich verirren kann.

Bilder und Videos können nicht ansatzweise abbilden, wie stimmig der Grafikstil unter der VR-Brille wirkt und wie hübsch und lebendig die Landschaften aussehen. Ich habe seit Half-Life: Alyx (Test) kein so schönes VR-Spiel gesehen. Maskmaker war lange in Entwicklung und gehört zu der – leider! – selten gewordenen Klasse speziell für PC-VR entwickelter Titel.

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Das Spiel besteht aus dem Erkunden dieser Märchengegenden, der Suche nach Maskenbauplänen und -bauteilen, dem Maskenhandwerk und gelegentlicher Rätsel, bei der man eine Maschine reparieren oder in Gang bringen oder geschickt zwischen Avataren wechseln muss.

Die Rätsel sind – mit wenigen Ausnahmen – gut gemacht und bieten immer wieder tolle Aha-Momente. Lange steckengeblieben oder ratlos war ich nicht. Meist lag die Lösung auf der Hand.

Maskmaker_Sumpf

Maskmaker ist das schönste VR-Spiel seit Half-Life: Alyx, trotz oder gerade wegen seiner stilisierten Grafik, die stark an Zelda: Breath of the Wild erinnert. | Bild: Innerspace VR

VR-Umsetzung ohne Macken

Durch das Märchenreich kann man sich fließend und per Teleportation bewegen. Ich nutzte eine Kombination der beiden Fortbewegungsmethoden: Während ich beim Erkunden einen langsamen Gang bevorzugte, nutzte ich beim Überbrücken größerer Entfernungen Teleportation. Die Steuerung ist so gestaltet, dass beides gleichzeitig möglich ist.

Maskmaker lebt von seinen Handinteraktionen und die sind makellos umgesetzt, egal, ob man in der Werkstatt zugange ist oder mit Gegenständen der Spielwelt interagiert. Objekte, die sich nicht in unmittelbarer Reichweite befinden, lassen sich aus der Entfernung greifen. Das ist mit ein Grund, weshalb sich das Spielen im Sitzen genauso gut spielt, wie im Stehen. Ein Vornüberbeugen, Strecken oder Drehen ist nicht nötig. Eine Wohltat!

Performancetechnisch ist der Titel gut optimiert: Auf einer Oculus Quest 2 und einer GTX 1080 Ti lief das Spiel stets flüssig in nativer Auflösung, egal, ob mit Oculus Link oder Virtual Desktop.

Fazit: Eine magische VR-Erfahrung

Maskmaker ist beinahe makellos: Die wunderschöne Spielwelt, die oft verblüffenden Rätsel und das Maskenhandwerk finden zu einer stimmungsvollen Einheit zusammen, die einen zuweilen vergessen lässt, dass man ein Spiel spielt statt ein Märchen lebt. Die Entwickler des zauberhaften A Fisherman's Tale (Test) haben sich selbst übertroffen und bewiesen, dass sie eines der besten VR-Studios sind.

Verwirrend fand ich die Geschichte um König Prospero und die Mythologie der Maskenwelt. Vielleicht werden mir die Zusammenhänge bei einem zweiten Durchgang klarer. Maskmaker lässt sich aber auch ohne tieferes Verständnis der Umstände dieser Märchenwelt und seiner Protagonisten genießen.

Maskmaker_Screenshot_1

Maskmaker wurde für PC-VR entwickelt und das sieht man dem Spiel an. | Bild: Innerspace VR

Gelegentlich musste ich etwas länger nach einer Maskenkomponente suchen und einmal fiel ich durch den Boden, aber diese Mängel trübten die VR-Erfahrung nicht nachhaltig.

Maskmaker ist ein hervorragendes Beispiel für die Stärken der Virtual Reality, deren Vermögen, uns an andere, fremde Orte zu versetzen und Geschichten so zu erzählen, als würden sie einem selbst widerfahren.

Maskmaker gibt es derzeit nur für PC-VR-Brillen, Playstation VR und Quest-Nutzer mit PC. Ob und wann das Spiel nativ für Oculus Quest erscheint, ist nicht bekannt. Die Spieldauer beträgt circa sechs Stunden. Wer spezielle Erinnerungsstücke finden und Achievements meistern möchte, hat länger.

Maskmaker wird euch gefallen, wenn ihr ...

  • In fremde, geheimnisvolle Welten tauchen wollt,
  • Rätsel mögt
  • und Märchen liebt.

Maskmaker wird euch nicht gefallen, wenn ihr ...

  • jedwede Art von Action erwartet,
  • auf ein Spiel mit viel Handlung hofft und
  • realistische Szenarien bevorzugt.

Maskmaker könnt ihr hier kaufen:

Unterstützte Geräte Store Preis
Oculus Rift (S), Oculus Quest (2) via Oculus Link Rift Store 19,99 Euro
PC-VR-Brillen, Oculus Quest (2) via Oculus Link Steam 16,79 Euro
PC-VR-Brillen, Oculus Quest (2) via Oculus Link Viveport, Infinity: Ja 17,00 Euro
Playstation VR Playstation Store 19,99 Euro

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