Mit Hololens 2 vor der Nase muss Magic Leap schleunigst nachlegen.

Auf eine Beschwerde bei Twitter, dass die Projektionen der Magic-Leap-Brille im Freien kaum noch sichtbar seien, meldet sich Magic-Leap-Gründer Rony Abovitz persönlich zu Wort:

Magic Leap sei für die Drinnen-Nutzung optimiert, das wurde zum Marktstart mitgeteilt. Die Innenraum-Empfehlung gilt allerdings nur für Magic Leap One. Der geplante Nachfolger soll vor der Tür funktionieren und außerdem mit 5G ausgerüstet sein. Abovitz verspricht zusätzlich “eine Menge mehr Innovationen”.

Mit AR-Brille vor die Tür: Nicht nur eine Frage der Technologie

Spannend dürfte der AR-Draußeneinsatz in Hinblick auf die soziale Akzeptanz sein: Die unflätige Kritik (“Glassholes”) an Google-Glass-Nutzern ist berühmt. Im letzten Sommer wurde ein Magic-Leap-Träger vom Sicherheitsdienst aus einem Einkaufszentrum eskortiert. Die Kameras in den AR-Brillen sind das Problem, doch ohne Kameras funktioniert die Technologie nicht. Der Computer muss wie ein Mensch sehen können, um sich im Raum zu orientieren.

Bei einer Umfrage aus 2015 unter 1.000 US-Bürgern waren nur elf Prozent der Befragten bereit, eine AR-Brille außerhalb der eigenen vier Wände zu tragen. Rund 35 Prozent stimmten der Aussage zu, dass Menschen mit AR-Brille seltsam aussehen. 30 Prozent glaubten, dass eine AR-Brille die Privatsphäre anderer Menschen stören kann.

AR-Brillen: Sehen komisch aus und sind ein Risiko für die Privatsphäre. Die Geräte müssen nicht nur technisch, sondern auch kulturell dazugewinnen. Bild: Morpace / University of Michigan Dearborn

AR-Brillen sehen komisch aus und sind ein Risiko für die Privatsphäre, glauben US-Bürger. Das zeigt: Die Geräte müssen nicht nur technisch, sondern auch kulturell dazugewinnen. Bild: Morpace / University of Michigan Dearborn

Wann Magic Leap mit einem Nachfolger auf den Markt kommen könnte, ist nicht bekannt. Die Erstlingsbrille erschien gerade erst im letzten Sommer.

Doch die Zeit läuft gegen Magic Leap: Für eine Weiterentwicklung dürfte das Unternehmen frisches Kapital benötigen und davon eine Menge. Magic Leap hat quasi keine Einnahmen, muss aber hohe Summen in Forschung und Entwicklung investieren. Das Unternehmen beschäftigt circa 1.600 Angestellte verteilt über mehrere Standorte.

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