Magic-Leap-Chef wehrt sich gegen Spott und Häme aus dem Netz

Magic-Leap-Chef wehrt sich gegen Spott und Häme aus dem Netz

Titelbild: Das Steinmonster des Anstoßes für Magic Leaps Ärger

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Magic Leaps angekündigte Demonstration ging kräftig in die Hose. Das schlägt Gründer Rony Abovitz offenbar gründlich aufs Gemüt.

Am vergangenen Mittwoch zeigte Magic Leap eine neue Demo der Augmented-Reality-Brille One: Ein kleines Steinmonster sitzt auf einer Couch und bewirft den Brillenträger mit einem Stein. Der soll mit einer Kopfbewegung ausweichen oder den Stein mit der Hand aufhalten.

Das klingt banal - und sah auch so aus. Die Demo erreichte lange nicht die visuelle Überzeugungskraft vorheriger Beispiele, die angeblich durch die Linsen der Brille gefilmt wurden.

Unter einer Computerrevolution stellen sich die meisten Menschen wohl etwas anderes vor und es ist recht erstaunlich, wie tapsig und unbedarft Magic Leap bei PR und Produktpräsentation derzeit agiert.

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Da das Unternehmen - vorneweg Gründer Rony Abovitz - die Erwartungen für die Erstlingsbrille über Jahre hinweg eigenverantwortlich in enorme Höhen schraubte, schüttet das Internet jetzt ein ganzes Schwimmbecken voll mit Spott und Häme über Magic Leap aus. Das folgende Bild ist nur ein Beispiel von vielen.

Das Internet generiert fleißig Magic-Leap-Memes, die das Unternehmen verspotten. Bild: Reddit

Das Internet generiert fleißig Magic-Leap-Memes, die das Unternehmen verspotten. Bild: Reddit RowdyGuyVR

Neben der Netz-Polemik bekommt Magic Leap grundlegende Kritik aus der Branche zu spüren. Der bekannte Apple-Analyst John Gruber beispielsweise fühlt sich in seinem Verdacht bestätigt, dass Magic Leaps Augmented-Reality-Technologie nicht so ausgereift ist, wie vom Unternehmen lange Zeit behauptet.

Auch die Gründerin des kürzlich Pleite gegangenen Augmented-Reality-Unternehmens CastAR äußert sich bei Twitter. Sie sei froh, dass der nervige Hype um Magic Leap nun vorbei sei. Selbst Milliarden US-Dollar könnten die Gesetze der Physik nicht ändern, schreibt Jeri Ellsworth. Ihr Spott bezieht sich speziell auf Magic Leaps als revolutionär angekündigtes Darstellungsverfahren mit Lichtfeldtechnologie.

Klar ist: Der Hype ist endgültig vorbei und Magic Leap in der Wirklichkeit angekommen.

Abovitz rechtfertigt sich bei Twitter

Dass die Kritik an Magic-Leap-Gründer Rony Abovitz nicht spurlos vorbeigeht, merkt man ihm bei Twitter deutlich an. Über 35 Kurznachrichten verfasste er in den letzten 24 Stunden. Er will die misslungene Demonstration rechtfertigen.

Seine grundlegende Argumentation: Die Demo war nur der kleine Anfang von etwas Großem. Er vergleicht das Steinmonster mit der Utah-Teekanne, einem der ersten am Computer gerenderten 3D-Objekte (1975). Magic Leaps Steinmonster werde hoffentlich zur Utah-Teekanne für räumliche Computer, schreibt Abovitz und vergleicht die gezeigte App mit einem Hallo-Welt-Programm.

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Zudem müsse man die AR-Brille aufsetzen, um ihr volles Potenzial zu erfassen. Die Menschen hätten das Konzept des TVs auch nicht durchs Radio begriffen, sondern durch ein persönliches Erlebnis.

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Bislang habe Magic Leap schon rund 10.000 Live-Demos gegeben. Nach dem Marktstart der AR-Brille sollen laut Abovitz viele weitere Gelegenheiten geschaffen werden, bei denen sich Interessierte einen eigenen Eindruck verschaffen können.

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Für die USA steht schon fest, dass Magic Leap die AR-Brille exklusiv in den Läden des Telekommunikationskonzerns AT&T demonstrieren wird. Die Demo-Pläne für Asien und Europa sind noch nicht bekannt.

Nicht alle sind gegen Magic Leap: Epic-Boss Tim Sweeney gehörte schon in der Vergangenheit zu den Magic-Leap-Befürwortern und hält dem Unternehmen die Treue. Die Werbung im Vorfeld sei zwar überzogen gewesen, so Sweeney, aber die Hardware sei real und der erste Schritt hin zur ultimativen Brillentechnologie.

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