Ausreichend trainiert, erfinden künstliche neuronale Netze lauter Dinge, die niemals existierten, aber dennoch real wirken. Zu Webseiten, die nach Belieben Menschen und Katzen generieren, kommt jetzt eine hinzu, die Airbnb-Annoncen erstellt.

Mitte Februar erstellte der Uber-Entwickler Philip Wang eine ungewöhnliche Internetseite. Öffnet man thispersondoesnotexist.com und drückt dort F5, so erscheint jedes Mal ein neues, von der KI frei erfundenes Gesicht. Die Bilder wirken so echt, dass man sie von realen Fotos nur schwer unterscheiden kann – das beweist ein Online-Ratespiel.

Wang wollte mit der Webseite demonstrieren, wie einfach es ist, mittels Künstliche Intelligenz täuschend echte Fake Media zu erstellen. Vor dem Missbrauchspotenzial der Technologie warnte schon der Erfinder der zugrundeliegenden KI-Technik Ian Goodfellow: Er sieht das Ende einer Zeit gekommen, in der Bilder und Videos für Authentizität bürgten.

KI mit menschlicher Handschrift

Eine Woche später schlug Wang erneut zu und schaltete eine zweite Webseite auf. Dieses Mal generierte sie Katzen- statt Menschenfotos. Der zweite Versuch war vermutlich eher witzig gemeint: Die KI wurde mit unzureichend Fotomaterial trainiert und bringt statt niedlicher Katzen eher Monster hervor – so als würde die KI schlecht träumen.

Nun folgt ein weiteres KI-Fake-Experiment, das in die gleiche Kerbe schlägt: Der Google-Programmierer Christopher Schmidt wandte das Verfahren an, um falsche Airbnb-Annoncen zu erstellen. Wer seine Webseite besucht, sieht mal echter und mal wenig echt wirkende Airbnb-Angebote samt maschinell erstellter Beschreibungen, Porträts und Namen der Vermieter.

Das Besondere an Schmidts Versuch: Der Programmierer trainierte vier unterschiedliche KI-Modelle, je eines für ein Schlafzimmer, Esszimmer, Wohnzimmer und eine Küche. Auf Basis der gleichen, zufällig generierten Eingangsdaten erfindet die KI die entsprechenden Räumlichkeiten jedes Mal von neu und zwar so, dass sie einen durchgängigen Gestaltungsstil zeigen – so als wäre ein Mensch am Werk gewesen.

Als Hilfsmittel nutzte Schmidt ein KI-Schlafzimmermodell Nvidias und StyleGAN-Programmcode.

Bildquelle: Nvidia, via StyleGAN, Gesehen bei: TNW

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